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Volvo C40: Auf Drei

Der neue XC40 wurde zum "Car of the Year" gekürt. Im Kreis der eher gleichgesichtigen Kompakt-SUV überraschte das Wikinger-Schiffchen mit eigenwilligem Auftritt.



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Wenn von Wikingern die Rede ist, werden sie meist als ziemlich wilde Gesellen beschrieben. Groß, gerne auf Raubzug unterwegs und nichts fürchtend - außer vielleicht, das Tor nach Walhall versperrt zu finden. Seit den Zeiten der Hörner-Helme mag sich vieles gewandelt haben - die Kühnheit indes scheint den Nordmännern geblieben. Immerhin wollen sie bis 2020 bei Volvo den Absatz gegenüber 2014 um die Hälfte steigern. Auch in Deutschland, was hier dann 60 000 verkaufte Autos bedeuten würde.

Derzeit segeln sie mit gutem Wind. Angetrieben vom XC60, für den sich hier 2017 fast 17 000 Kunden erwärmen konnten, stieg der Absatz der Schweden auf knapp 41 000 – und auch 2018 begann bestens: Der neue XC40 wurde zum "Car of the Year" gekürt. Im Kreis der eher gleichgesichtigen Kompakt-SUV überraschte das Wikinger-Schiffchen mit eigenwilligem Auftritt. Nicht ganz so licht wie die großen Brüder, aber beinahe so nobel. Und mit klarer Zukunft: Diesel.

Nun kommt der junge Schwede mit einem neuen Bekenntnis: dem ersten Dreizylinder der Firmengeschichte. Das mag Volvo-Enthusiasten leichtes Unwohlsein bereiten, technisch spürbar indes wird der Brennraum-Verlust nicht wirklich. Immerhin liefert der Leichtbau-Benziner aus anderthalb Litern quirlige 156 PS. Im Gegenzug muss man dem Aggregat ausreichend Drehzahl gönnen, auch wenn sich die Schaltung bei flotten Gang-Wechseln gelegentlich etwas störrisch gibt.

Gedacht ist der Wagen für Einsteiger. Während die stärkeren Motorisierungen samt diverser Accessoires beim Preis des XC40 schnell eine Fünf nach vorne bringen, öffnen sich die Türen für den T3 samt handsortiertem Räderwerk und Frontantrieb schon ab 32 050 Euro. Das ist noch immer kein Schnäppchen, für das Zeigen der Schweden-Flagge an der Motorhaube aber ein echtes Angebot. Für alle, die den Preis nicht ganz oben auf dem Zettel stehen haben, hält Volvo die neue Top-Ausstattung "Inscription" bereit. Da gibt’s dann unter anderem trapezförmige Chrom-Endrohre, beheizte Ledersitze und einen Schalthebel aus Kristallglas.

An Platz herrscht im 4,40 Meter langen XC40 kein Mangel. Vorne sitzt man überaus kommod – und auch hinten, sofern man sich durch die etwas enge Luke gefädelt hat. Achtern finden 460 Liter Gepäck Platz, bei umgeklappter Lehne ist es knapp das Dreifache. Bei aller nordischen Kühle ist auch Pfiffiges an Bord: In der Mittelkonsole findet sich ein Mülleimerchen, das Handschuhfach kann ein Täschchen an den Haken nehmen, und in der Tür hat es Ablagen, die den Namen auch wirklich verdienen. Dass dafür Bassboxen ins Armaturenbrett wandern mussten – gut so. Kann man beim Aussteigen schon keine Gitter verbeulen.

Das Fahrwerk ist eher kommod getrimmt. Was kein Schaden ist, weil es sportlich straffe Konkurrenten in ausreichender Zahl schon gibt. Obendrein bleiben so Federungsreserven, falls es – wider Erwarten – doch mal in tieferes Geläuf gehen sollte. Die Lenkung indes dürfte gerne direkter sein.

Komplettiert wird die Palette vom neuen T4-Turbobenziner mit 190 PS und dem bekannten T5 mit 247 PS samt Allrad (beide ab Werk mit Acht-Stufen-Automatik). Bei den Hochverdichtern stehen der D3 (150 PS) sowie der D4 Allrad mit 190 PS zur Wahl.

Übrigens: Wem selbst drei Zylinder noch zu sehr verbrennen – im nächsten Jahr kommt der XC40 als 48-Volt-Mild-Hybrid und auch als Plug-In. Für den reinen Stromer indes muss man sich wohl mindestens noch bis 2020 gedulden. Der unüberlegte Vorstoß ist des Nordmanns Sache halt auch nicht…

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
26. 10. 2018
11:30 Uhr

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26. 10. 2018
11:30 Uhr



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