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Toyota Supra 2.0: Keckes Heck

Was wird in der Autobranche nicht alles mit Partnern entwickelt. Gerade die Kleineren teilen sich gerne mal die Last der Kosten. Aber dass zwei der renommiertesten Hersteller ausgerechnet für einen Zweisitzer kooperieren, ist dann doch eher die Ausnahme - und zeigt, wie platt die Sport-Nützlinge mittlerweile alles um sich herum gefahren haben.



Toyota Supra 2.0   » zu den Bildern

Zu tun hat das Teamwork auch mit der Tradition im Hause Toyota. Beim Neustart des legendären Supra sollte wie ehedem ein Reihensechszylinder Kraft geben – und wo, wenn nicht bei BMW säßen Großmeister dieser Art von Aggregat? So fanden die Bayern Unterstützung für ihren offenen Z4, die Japaner Technik und Interieur für ihr geschlossenes Top-Coupé.

Hier wie dort haben sie sich dann aber auch dem Downsizing verschrieben, was einem Münchner Vierzylinder ebenfalls fernöstliche Zweitverwertung bescherte. Das Paket hat dann bloß 258 statt 340 PS – ist aber eben auch 100 Kilo leichter und kein bisschen die schlechtere Wahl. Fahrfreude speist sich schließlich nicht allein aus Leistung.

Erfreulicherweise hat es sich dann schon mit den Gemeinsamkeiten: Auch der Supra 2.0 unterscheidet sich ganz erheblich vom weiß-blauen Pendant. Mit breiten LED-Augen, ausgestellten Radkästen und dem "Double-Bubble-Dach". Wobei die Überkopf-Verblechung mit den zwei Erhebungen kein Design-Gag ist, sondern Teil einer pfiffigen Aerodynamik. Keckes Heck, Spoiler und Leuchten indes sind Reminiszenzen an frühere Supras.

Adaptives Fahrwerk, Lenkgetriebe und Differenzial stammen von Toyota. Und wer im Porsche Cayman seinen Gegner sieht, darf nicht allzu viele Kompromisse machen. Darum hat Toyota Motor, Dämpfung und Software vorrangig auf der Nordschleife abgestimmt. Das S im Schriftzug ähnelt nicht ohne Grund einer Kurven-Kombination im Bereich Wehrseifen.

Mit Antrieb achtern, Sperre und einer höchst präzisen Lenkung braucht es gar nicht den brachialen Bumms, um – von engem Gestühl angenehm eingefasst – druckvoll über Land zu schnüren. Wer die hilfreiche Assistenz schrittweise beurlaubt, darf des Keckhecks Doppelsinn genießen, wobei das aktive Fahrwerk einen auskömmlichen Grenzbereich sichert. Die Acht-Stufen-Automatik sortiert sauber und ohne Nervosität. Nur wer nach letzten Zehnteln fahndet, sollte sich der Schaltwippen bedienen. Lobenswert: Der Supra lässt zwar von sich hören, verzichtet aber auf die sich immer dicker tuende Unsitte prolligen Spratzelns.

Und ja: Der Wagen ist ein Bekenntnis. Denn anders als all die sportlich-familientauglichen Allesmüsser hat Nippons Bayer ausschließlich Spaß im Angebot. Den aber reichlich. Weshalb es im Regelfall nicht klappt mit den 6,3 Litern aus dem Datenblatt. Sei’s drum. Sparfüchse zählen ohnehin nicht zur Kernklientel.

Zum Preis von 47 667 Euro gibt’s die Nackedei-Version "Pure". Bei Flachflitzern im Regelfall eine gute Wahl – hier allerdings ginge die Liebe zum Verzicht zu weit. Allein schon wegen Vier-Kolben-Bremse, Sperrdifferenzial und adaptiven Dämpfern empfiehlt sich die knapp 5000 Euro teurere Normalversion. Schließlich spart man im Vergleich zum Sechszylinder-Supra immer noch 10 000 Euro. Ein richtig gutes Geschäft.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2020
15:30 Uhr

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11. 07. 2020
15:30 Uhr



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