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T-Roc: Pech gehabt, ihr Spießer!

Was hätte man doch für ein Glück, wenn man sich zur offenbar stetig wachsenden Schar moderner, urbaner und ständig vernetzter Lifestyler zählen dürfte. Es beschliche einen unweigerlich das Gefühl, Autos würden für praktisch niemand anderen sonst mehr geschaffen. Wobei Auto schon ein schwieriger Begriff ist, weil es sich bei den Schöpfungen ja bevorzugt um sogenannte Crossover handelt. Jene rollenden Konglomerate, in denen angeblich alles miteinander verschmilzt: Alltag und Abenteuer, Funktion und Freude, Stadt und Staub, Welt und ich.



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Falls nicht, könnte man Volkswagens neuen T-Roc ganz einfach praktisch finden, sportlich, witzig – oder alles zusammen. Weil es da einen Wagen gibt, der im Grunde ein Golf sein könnte – und doch so völlig anders daherkommt. Frechdachs statt Biedermann. Zwölf Zentimeter höher bei nahezu gleicher Länge. Mit breiter Spur und kurzen Überhängen. So als wäre er auf dem Sprung.

Da ist ein bisschen Täuschung im Spiel: Der üppige Platz in den Radkästen und die bis zu 19 Zoll großen Räder lenken davon ab, dass der Abstand zum Asphalt nur knapp zwei Zentimeter mehr misst als beim Golf. Dafür steht das Gestühl steiler, was vorne wie hinten für reichlich Platz sorgt und obendrein das Gefühl des Thronens vermittelt. Wer statt Leuten auch mal Lasten bewegt – das Gepäckfach fasst 445 Liter, mit umgeklappter Rücklehne sind es 1290.

Erhebendes liegt eben im Trend. Weltweit ist schon jedes dritte Auto ein SUV. Darum auch die Wolfsburger Offensive: Nach der zweiten Tiguan-Generation inklusive der XL-Variante Allspace, dem für USA entwickelten Atlas und dem nahezu baugleichen Teramont für China nun also der T-Roc. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Kommendes Jahr folgen der neue Touareg, der Klein-Krabbler T-Cross – und 2020 der ektrische I.D. Crozz.

Nur Show allerdings sind die schwarzen Plastikplanken nicht. Denn anders als viele Konkurrenten taugt der 4,23 Meter lange Fünftürer durchaus für mehr als nur Stöckchen und Steinchen, weil von den Einstiegsmodellen abgesehen eben nicht nur DSG verfügbar ist, sondern auch Allrad. Schließlich erinnert das T nicht ohne Grund an Touareg und Tiguan – die Wegbereiter im Wortsinn.

Eher für Roc(k) stehen hingegen zehn Lacke und drei Dachfarben, mit denen sich der Fünftürer in 24 flippigen Kombinationen schick macht. Brave Töne sind in der Minderheit – wer mag, kann’s auch rund um Armaturenbrett, optional überglasten Acht-Zoll-Touchscreen und Konsole bunt treiben. Sogar bis ins hinein ins Cockpit. Auf Wunsch fährt der T-Roc mit digitaler Instrumententafel vor. Das hat was.

Für Vortrieb sorgen sechs Motorisierungen. Je Verbrennungsart mit 115, 150 und 190 PS. Wer Fahrfreude auf dem Wunschzettel nicht ganz unten stehen hat, sollte auch nicht ganz unten einsteigen. Selbst wenn da verlockende 20 390 Euro angeschrieben stehen. Ganz oben macht’s selbstredend am meisten Spaß, aber Herz und Verstand können sich auch gut in der Mitte treffen: 150 Diesel-PS zum Beispiel. Samt zweier getriebener Achsen und DSG ab 31 825 Euro. Und man darf 1,9 Tonnen an den Haken nehmen. Bei den Top-Modellen sogar zwei.

Allzu sehr aufstocken muss man ohnehin nicht. Jeder T-Roc hält brav die Spur, erkennt auch Fußgänger und wirft im Notfall den Anker. Optional blickt er in tote Winkel, wahrt Tempo und Abstand, manövriert sich durch den Stau oder parkt längs und quer.

Das Fahrwerk ist schon ab Werk erfreulich straff abgestimmt. Hier zahlt sich aus, dass der T-Roc nicht zu hoch aufgeschossen daherkommt. Und weil sich mit tieferem Schwerpunkt nun mal besser trimmen lässt, erweist sich Wolfsburgs Jüngster als höchst agil und drängt in bewusst zügig gefahrenen Kurven erst verdammt spät Richtung Ausgang. Wem guter Kompromiss zu wenig ist – noch sehr viel angemessener rollt sich’s mit dem Adaptivfahrwerk DCC. Unbedingt ordern. Oder Allrad wählen, da ist es ab Werk verbaut.

Zusammen mit der präzisen Lenkung fühlt man sich mehr in einem Flott-Fahrzeug denn in einem Sport-Nützling. Einzig das DSG sortiert manchmal etwas behäbig. Besser geht’s in Stellung "Sport" – oder man greift helfend in die Lenkrad-Wippen.

Ach ja: Familien, vielseitig engagierte Singles und Paare, deren Kinder aus dem Haus sind, zählen übrigens auch zur T-Roc-Zielgruppe. Also irgendwie alle. Fast alle. Spießer nämlich sind garantiert nicht dabei.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
02. 11. 2017
18:45 Uhr

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02. 11. 2017
18:45 Uhr



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