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Suzuki Jimny: Kult mit Kante

Stets waren es Mini-Modelle, die Suzuki zu einem globalen Giganten gemacht haben. Kleinstwagen und Klettermaxen. Fast immer in irgendeiner Nische zu Hause und fast immer erfrischend anders



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Womöglich haben sie bei Suzuki ja ein altes japanisches Sprichwort in ihrer Zentrale hängen. "Wer Großes will, muss zuerst das Kleine tun." In diesem Fall: das Kleine bauen. Denn stets waren es Mini-Modelle, die die Marke aus Hamamatsu zu einem globalen Giganten gemacht haben. Kleinstwagen und Klettermaxen. Fast immer in irgendeiner Nische zu Hause und fast immer erfrischend anders. Eine Modellpolitik, die auch in Deutschland funktioniert – seit fast 40 Jahren.

Begonnen hatte alles auf der IAA 1979. Suzuki präsentierte inmitten des automobilen Allerleis einen poppigen Gelände-Winzling. Null Komfort, aber jede Menge Spaß. Und: Schmale Brieftasche bedeutete nicht länger biederes Auto. Der LJ 80 wühlte sich im Wortsinn in die Herzen junger Käufer und überzeugte eben nicht nur vor der Eisdiele. Im Suzuki-Fanclub für wendige Schlechtwegeriche waren schnell Architekten, Förster und Landwirte zuhauf eingeschrieben, die nach dem LJ 80 im SJ und später im Jimny einen robusten und vierradgetriebenen Begleiter fanden.

Nun fährt der kultige Krabbler in dritter Generation. Und wie schön: Er ist noch immer ein echter Geländewagen, weil Suzuki die Karosserie wie ehedem auf einem – mittlerweile verstärkten – Leiterrahmen montiert. Das Design ist eckig, aber auch ehrlich. Form follows function. Kein alberner Zierrat, kein Schnickschnack, sondern klare Kante. Größere Vorbilder werden für derlei Linienführung gerne mal Ikone genannt.

Der 1,5-Liter-Saugbenziner mit 102 PS ist gänzlich neu und reicht in der Ebene offiziell für Tempo 145. Davon bleibt man – schon wegen der Lautstärke – aber tunlichst etwas entfernt. Auch wenn’s im Getriebetunnel eng zugeht – da wäre ein sechster Gang ein Segen…

Abseits des Asphalts liegt eben das wahre Terrain des Jimny. Allrad, Kriechgang – fertig ist der Vortrieb. Bei 21 Zentimetern Bodenfreiheit und kaum Überhang ist es ziemlich egal, wie’s unter den Rädern aussieht. Beim Jimny ist nicht Ende Gelände, sondern erst der Anfang. Sogar eine Viergang-Automatik lässt sich ordern. Die hilft, wenn man des Öfteren untersetzt ins Dickicht muss. Und mit nur 1,65 Meter Breite geht’s zur Not auch mal zwischen den Bäumen durch.

Die Lenkung dürfte gerne früher vermitteln, dass Volant und Vorderräder miteinander zu tun haben. Dafür schafft der Jimny in Sachen Fahrwerk einen gelungenen Spagat zwischen straffer Asphalt-Lage und ausreichend Federweg neben der Spur. Echte Kurven-Finesse geht mit zwei Starrachsen nun mal nicht.

Vorne sitzt man schick, wenn auch von reichlich Kunststoff umgeben. Dafür lässt sich leichter wischen, wenn’s mal dreckig war. Und so klein der Jimny bei 3,48 Metern Kürze (mit Reserverad 3,65 Meter) von außen scheint, so groß ist er von innen. Zumindest wenn man die hinteren Sitze umlegt. Dort Platz zu nehmen ist ohnehin nur was für Kinder. Geklappt indes werden aus 85 Litern schnell 377. Packt man bis unters Dach, steckt der Jimny sogar 830 Liter weg. Selbst Klobiges, weil die Hecktür so wunderbar groß ist.

In Sachen Verbrauch hilft dem Jimny sein Leergewicht von nur 1090 Kilo. Die 6,8 Liter aus dem Datenblatt sind zwar nicht zu schaffen, doch mit 7,5 Litern kommt man auch inklusive einer Portion Fahrspaß prima aus.

Das Beste allerdings ist der Preis: Die Basisversion für 17 915 Euro ist zwar nur etwas für Komfort-Verächter, wer aber 2000 Euro mehr investiert bekommt ab Werk diverse Assistenten, ordentliches Infotainment, Klimaautomatik und Verkehrszeichenerkennung. Das ist dann richtig viel Auto fürs Geld. Kult-Status hat man ohnehin gratis.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
14. 12. 2018
13:00 Uhr

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