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Nissan Juke: Der Rebell wird ruhiger

Was war das vor zehn Jahren für ein Spektakel: Da hatte doch glatt jemand einen Kleinwagen gebaut, das so gar nicht aussah wie all die anderen. Ein bisschen hochbeinig, mit runden Scheinwerfern und irgendwie knuffig. Völlig egal, ob man in diesem Winz-SUV nun den Geniestreich sah oder eine Geschmacksdehnung - der Nissan Juke verlangte nach einem Bekenntnis: niederknieen oder davonlaufen.



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In zweiter Generation erlaubt der 4,20 Meter lange Crossover gemäßigtere Reaktionen. Die Nase trägt er weniger frech, fast acht Zentimeter gestreckt hat er sich auch, und die ehemals zackigen Rückleuchten sind einer größeren Klappe zum Opfer gefallen. All das hat jede Menge Vorteile: Freiheit in alle Richtungen, auskömmlicher Stauraum (422 bis 1088 Liter), deutlich mehr Komfort. Und die Masse erliegt dem Bann der Vernunft nun mal eher als dem Reiz des Rebellen.

Schick zurechtmachen kann man den Juke nach wie vor. Elf Lackierungen lassen sich mit drei Dachfarben und verschiedenen Innenraum-Paketen kombinieren. Dazu kommen sportliche Sitze mit gutem Seitenhalt – auch in Alcantara oder Leder und auf Wunsch mit einem Lautsprecher-System in den vorderen Kopfstützen, das einem den Sound im Wortsinn um die Ohren haut. Da hat man beim Konfigurieren gut zu tun.

Ganz so schwer fällt die Wahl beim Motor nicht – es gibt nur einen. Der Turbo-Benziner mit dem Hubraum dreier Bierdosen liefert 117 PS und bewegt sich damit ziemlich im Zentrum der Kundenwunsch-Statistik. Die 1,2 Tonnen des Juke treibt er munter voran, verlangt für die flottere Fahrt aber auch fleißiges Sortieren im Räderwerk. Wahlweise lässt man das vom gut gestuften Sieben-Gang-Doppelkuppler erledigen und greift nur bei Bedarf per Lenkrad-Wippe ein.

Dass irgendwann auch eine potentere "Nismo"-Version im Schaufenster stehen könnte, darf man vermuten – bereits sicher indes sind das Nein zum Diesel und das Ja zur Elektrifizierung. Allerdings bleibt es bei Stromes Hilfe, als reines Akku-Auto wird es den Juke nicht geben.

Auch beim Fahrwerk ist Nissans Jüngster nicht mehr ganz so aufmüpfig wie früher. Weil das Chassis geringfügig leichter, vor allem aber steifer geraten ist, gewähren Federn und Dämpfer mehr Komfort. Die Lenkung fühlt sich nur um die Mittelstellung etwas synthetisch an, erlaubt ansonsten aber präzise Bogenfahrt bis hinein in den Grenzbereich. Wer die großen 19-Zöller ordert, kann den Spaß noch erhöhen – und besser aus sieht’s sowieso.

Schon die Basis-Version hält die Spur, bremst für Fußgänger und Radfahrer, erkennt Verkehrszeichen – und wegen der mauen Retrospektive gibt’s eine Rückfahrkamera samt Vogelperspektive. Je nach Ausstattung äugt der Juke zudem in Querverkehr und tote Winkel und hebt einen per Lenk-Assistent und Abstands-Tempomat in die Nähe autonomen Fahrens.

Los geht’s bei 18 990 Euro, mit etwas Schnick und Schnack muss man gut 3000 Euro mehr investieren, und für "Juke mit allem" ruft Nissan 27 790 Euro auf – egal, ob als "N-Design" Richtung Personalisierung oder als "Tekna" mit Schwerpunkt Technik. So viele neugierige Blicke wie früher gibt’s allerdings nicht mehr dazu.

Bei unseren Recherchen erhalten wir Unterstützung von Herstellern und Agenturen. Dies hat keinen Einfluss auf den Inhalt der Berichterstattung.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
08. 02. 2020
11:47 Uhr

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08. 02. 2020
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