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Karamba, Tarraco ...

Erst gar kein SUV - jetzt drei. Und Seats Sieben-Sitzer ist sogar der Größte unter den Konzern-Kollegen.



Seats Sieben-Sitzer Tarraco   » zu den Bildern

Das hat man davon, wenn Entwickler im modularen VW-Querbaukasten nicht irgendwo in der Mitte kramen, sondern ganz am Rand: wuchtige 2,80 Meter Radstand, 4,74 Meter Länge und Platz ohne Ende. Schon vorne thront man im neuen Seat-Flaggschiff mindestens wie ein Kapitän, hinten gar wie Gott in Spanien. Und weil der katalanische Koloss den heimischen Namen der Stadt Tarragona trägt, möchte man sich Heinos Klassiker leihen – Karamba, Tarraco, ein Riese . . .

Denn im Konzern ist er unter Seinesgleichen der Größte. Schlägt um ein paar Zentimeter sogar Tiguan Allspace und Škoda Kodiaq. Und natürlich bietet auch er auf Wunsch eine dritte Reihe. Dort will man zwar nicht die Urlaubsreise verbringen, für eine ordentliche Ausfahrt indes reicht’s allemal. Wahlweise schluckt der Tarraco Ladung im Überfluss. 760 Liter sind es einfach so, wer die Rücklehnen – auch per Schalter – umlegt, bringt knapp zwei Kubikmeter unter. Nur hinter dem Siebener-Gestühl wird’s mit 230 Litern ein bisschen eng.

Mit dem Tarraco schließt Seat eine atemberaubende SUV-Offensive ab. Vor kurzem hatten die Spanier noch nicht einmal einen Sport-Nützling im Angebot, jetzt kann man – zusammen mit Arona und Ateca – aus klein, mittel und riesengroß wählen.

Verdeckt von einem sechseckigen Grill samt Chromrand arbeiten bewährte Vierzylinder. Fremd- wie selbstgezündet liefern sie jeweils 150 und 190 PS. Die Top-Versionen sind stets mit Allrad und DSG kombiniert, die schwächeren ab Werk mit Frontantrieb und Sechs-Gang-Handschaltung. Auf den ganz großen Bums braucht man auch künftig eher nicht zu hoffen. Dafür nämlich haben die Spanier gerade erst die Sport-Marke "Cupra" gegründet. Immerhin soll 2020 ein Steckdosen-Tarraco mit 210 PS und 50 Kilometern elektrischer Reichweite folgen.

Bei aller Euphorie für Benzinmotoren – die meiste Freude beschert immer noch der starke Diesel. Ein wunderbar sanftes Triebwerk, das mit 400 Nm Drehmoment bei nahezu jeder Zeigerstellung souverän Vorschub leistet. Mit dem kleineren fährt es sich zwar kaum weniger flott – allerdings auch nicht deutlich sparsamer. Und immerhin sind runde 1,8 Tonnen zu bewegen. Da können ein paar Reserven im Triebstrang nicht schaden.

Der aus dem Schiffsbau entlehnte Grundsatz "Länge läuft" gilt auch beim Tarraco. Bei schneller Fahrt kaum zu erschüttern – und mit ordentlich Federweg, falls es doch mal unwegsam wird. Bei 20-Zoll-Rädern in 25 Zoll großen Radhäusern darf einiges Ungemach unter der Lauffläche kommen. Die Lenkung arbeitet akkurat, könnte allerdings einen Hauch mehr Rückmeldung vertragen. Und wer’s lieber richtig kurvenknackig schätzt, sollte ins adaptive Fahrwerk DCC investieren. Per Fingerdruck geht es da mit Dämpfern, Lenkung und Schaltpunkten von Sänfte über Serie Richtung Sport.

Das vorrangig aus Gründen der CO2-Minderung lang übersetzte Getriebe verleitet allerdings eher zu gemächlicher Fahrt. Ebenso das Ambiente: ausladendes Armaturenbrett mit serienmäßig digitalem Cockpit plus aufragendem Touchscreen. Alles schön umschäumt und mit viel Liebe zum Detail verarbeitet. Gleichsam Komfort ab Werk. Auch der Blick aus der Vogelperspektive ist möglich. Und wer nicht einfach nur Auto fahren will – der optionale Highspeed-Internet-Zugang macht den Tarraco zum rollenden Hotspot.

In Sachen Sicherheit ist so ziemlich alles verfügbar, was sich in den diversen Konzern-Regalen findet. Die Multikollisionsbremse ist bei allen Modellen an Bord. Optional gibt es Helferlein, die Abstand und Spur halten, ein- und ausparken, im Stau übernehmen und bis zum Stillstand bremsen, sollte der Fahrer untüchtig werden. Erstmals in einem Seat überhaupt: Falls ein übler Crash oder gar ein Überschlag droht, bereitet der Tarraco zum Schutz der Insassen schon mal alles vor. Will heißen: Gurt straff, Dach und Fenster zu, Sitz so gut es noch geht optimal zum Airbag.

Im Schaufenster steht Seats Jüngster ab Anfang Februar. Mitnehmen kann man ihn dann bereits ab 29 980 Euro. Das ist ein fairer Preis. Doch Vorsicht: Die Liste der hübschen – und auch teuren – Annehmlichkeiten ist lang. So oder so kann man mit dem Gefühl vom Hof fahren, etwas richtig Großes gekauft zu haben . . .

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2019
14:08 Uhr

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04. 01. 2019
14:08 Uhr



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