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Hyundai Kona E: Spannung pur

Als erstes SUV im B-Segment überhaupt fährt der 4,18 Meter kurze Fünftürer ausschließlich mit Strom. Spannung pur also. Moderne Antriebe sind bei Hyundai eben nicht nur das übliche Geklingel.



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Wer sich für Triathlon begeistert, kriegt bei Kona feuchte Augen. Dort, auf Hawaii, findet alljährlich der Ironman-Wettkampf schlechthin statt. Die Härtesten der Harten unter sich. Ein ambitionierter Name also, den Hyundai vor einem Jahr für seinen kleinen Sport-Nützling gewählt hat. Und wie sehr die Koreaner den Wettstreit suchen, zeigen sie ab sofort mit dem Kona Elektro. Als erstes SUV im B-Segment überhaupt fährt der 4,18 Meter kurze Fünftürer ausschließlich mit Strom. Spannung pur also. Moderne Antriebe sind bei Hyundai eben nicht nur das übliche Geklingel.

Der forsche Auftritt ist Programm: Die Marke will wie selbstverständlich mit auf dem Zettel stehen, wenn der Kauf eines Autos ansteht. Auch und ausdrücklich in Konkurrenz zu VW. Vor allem aber sollen die Zeiten vorbei sein, in denen die Kundschaft glaubte, sich für einen Hyundai irgendwie rechtfertigen zu müssen. Deswegen legen die Koreaner einfach mal vor.

Und wie: Beim Kona E kann man sogar wählen. Die kleine Version mit 136 PS und 310 Kilometern Reichweite – oder den Power-Pack mit 204 PS und einem Radius von 480 Kilometern. Die Differenz: 150 Kilo Akku-Gewicht und 4400 Euro. So oder so: Mehr als 1000 Bestellungen liegen schon vor. Wer jetzt ordert, muss sich wohl ein Jahr gedulden.

Leider. Denn die Fahrt mit dem Kona Elektro ist eine Freude. Die Lithium-Polymer-Batterie ist schwerpunktfreundlich zwischen den Achsen verbaut und vorwärts geht das Ding wie Wutz – auch mit 1,7 Tonnen. Für den Zwischenspurt von 80 auf 120 benötigt das schwächere Zellen-Paket 7,3 Sekunden, das stärkere nur 4,8. Und für Tempo 167 reicht’s auch. Mehr braucht kein Mensch. Jedenfalls dann nicht, wenn er an die Umwelt denkt.

Das Fahrwerk ist erfreulich straff, so dass der Kona auch in schnellen Kurven im Lot bleibt und dennoch Reserven findet, falls man mal abseits des Asphalts unterwegs sein will. Allerdings muss man sich mit Frontantrieb bescheiden, für hinten gibt’s keinen E-Motor. Die Lenkung reagiert präzise, könnte aber etwas mehr Rückmeldung vertragen. Pfiffig: Wie stark im Schubbetrieb Energie zurückfließt, lässt sich in vier Stufen regeln. Und für die Wahl der Fahrtrichtung reicht ein simpler Knopfdruck.

Trotz knapp kalkulierter Außenmaße sitzt man mit ordentlich Freiraum. Sogar hinten – wenngleich man dort keine allzu langen Beine haben sollte. Den Fahrer verwöhnen digitale Instrumente, mittig thront ein Acht-Zoll-Touchscreen, und auf Wunsch schiebt sich ein gestochen scharfes Head-up-Display aus dem Cockpit. Schon in der Basis-Version hält der Kona E Abstand und Spur und bremst zur Not selbst. Optional späht er quer und in tote Winkel, erkennt Schilder, parkt und fährt im Stau teilautonom.

Wer statt Leuten Lasten bewegt – das Gepäckfach fasst 332 Liter, umgeklappt 1114. Das sind nur 29 Liter weniger als beim Verbrenner und ein Maximal-Minus bei der Zuladung von 67 Kilo. Ein wahrlich kleiner Tribut an den Akku. Apropos: Die Komplett-Füllung bei 100 kW dauert knapp eine Stunde, an der heimischen Wallbox achteinhalb Stunden – und knapp 14 Stunden beim großen Akku.

Bliebe noch der Preis: Mindestens 34 600 Euro ruft Hyundai auf, eine Vier vorne ist locker drin. Dafür darf man – noch – 4000 Euro Umweltbonus einstreichen und muss sich um den Stromspeicher erst mal nicht sorgen. Es gibt acht Jahre Garantie (bis 200 000 Kilometer) – für das restliche Auto gelten die üblichen fünf Jahre ohne Begrenzung. Das ist ziemlich viel Sicherung zu all der Spannung…

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
23. 08. 2018
21:00 Uhr

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