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Höhere E-Prämie: Regierung bremst für deutsche Autobauer

Viel schlechter kann man es im Grunde nicht machen: Da tönt die Groko nach dem "Auto-Gipfel" im November lautstark von Aufstockung und Verlängerung der Kaufprämie für Elektroautos - und Anfang Februar ist noch immer nichts passiert.



Grafik: AdobeStock  

Dass da selbst der gutwilligste Interessent langsam die Lust verliert, muss nun wirklich nicht verwundern.

Dabei gibt es genügend Leute, die E-Autos suchen. Und zwar nicht zuvörderst Tesla S, Taycan und Co., sondern vernünftige Batterie-Mobile, mit denen man den Alltag prima meistern kann – die aber durchschnittliche Verdiener auch noch ordern können, ohne sich gleich in Schulden stürzen zu müssen. Da kann monetäre Zuwendung nicht schaden.

Verlockend indes ist das Angebot der Regierung nie gewesen. Weil die Hersteller sich hälftig an der E-Prämie beteiligen müssen, sparen sie den Betrag nicht selten bei anderen Rabatten wieder ein. Blieben unterm Strich also oft nur mickrige 2000 Euro vom Staat – in Frankreich kann man das Fünffache einstreichen, wenn man zum Kauf eines Akku-Autos noch seinen betagten Diesel verschrotten lässt.

Ansonsten hat man als Fahrer eines Elektromobils ja nicht wirklich viele Vorteile. Man zahlt mehr für seinen Wagen als für einen vergleichbaren Verbrenner, die Reichweite ist deutlich geringer, und oft genug muss man der Batterie wegen mit einem kleineren Kofferraum vorliebnehmen. Dass Stromer leise sind und keine Abgase ausstoßen – davon profitieren hauptsächlich die anderen.

So oder so: Die meisten Interessenten unterschreiben einen Kaufvertrag erst, wenn der höhere Umweltbonus auch tatsächlich ausgezahlt wird. Gerade bei Kleinwagen zählt schließlich jeder Euro. Wer will sich da schon auf Versprechungen von Politikern verlassen? Die Bundesregierung behauptet derweil, die Verzögerung liege an der EU-Kommission. Die "Zeit" indes berichtet, das Bundeswirtschaftsministerium habe den Antrag noch nicht einmal gestellt.

Hinter vorgehaltener Hand erzählt man, die deutschen Autohersteller würden auf diesen Zeitverzug drängen. Insbesondere VW hat großes Interesse daran, dass die Prämie nicht schon massenhaft abgerufen wird, ehe der ID.3 verfügbar ist – und das wird wegen Problemen bei der Software frühestens im Sommer sein. Auch bei Audi und Mercedes läuft die Produktion von E-Mobilen derzeit alles andere als rund.

Die ersten ausländischen Hersteller erhöhen derweil den Druck. Renault bietet zur staatlichen Prämie 4000 Euro Rabatt, Hyundai und Kia legen sogar 6000 Euro drauf. Diesen Betrag lobt auch Nissan aus – allerdings muss man hier ein Altfahrzeug abgeben.

Und so könnte es für die deutschen Autobauer am Ende doppelt dicke kommen: Erst machen sie kein Geschäft mit ihren E-Mobilen – und weil sie ohne diese ihre CO2-Ziele verfehlen, drohen noch enorme Strafzahlungen. Gute Pläne sehen anders aus.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
08. 02. 2020
11:46 Uhr

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08. 02. 2020
11:46 Uhr



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