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Großes Herz, große Klappe – der Porsche Panamera GTS ST

Auch wenn alle stets vom 911er schwärmen und den anderen schicken Sportwägelchen - das Geld für derlei Legenden verdienen sie bei Porsche mittlerweile mit Viertürern. Im Falle des Panamera auch mit solchen, die im alltäglichen Sprachgebrauch gut und gerne als Kombi durchgingen.



Porsche Panamera GTS ST  

Nun ist es aber so, dass sich den Verantwortlichen in Zuffenhausen wohl nur bei "Dreizylinder" die Haare noch mehr aufstellen, als wenn sie das K-Wort hören. Ein Porsche, bei dem man an Farbeimer denkt oder an Blumenerde – nein, da will die Edelschmiede doch lieber mit dynamischen Menschen in Verbindung gebracht werden, die wegen ihrer coolen Hobbys halt gelegentlich ein bisserl mehr wegzupacken haben.

Damit man beladen nicht immer gleich den Cayenne bemühen muss oder gar ein markenfremdes Produkt, hat Porsche mit dem Panamera Sport Turismo in der Oberklasse Platz greifen lassen. Weit öffnende Heckklappe, sechs Zentimeter niedrigere Ladekante – das war lange Zeit eher nicht die Kernkompetenz derer mit dem Rössle.

Dabei merkt man gar nicht, dass man vor ordentlich Stauraum herfährt. Bis zur B-Säule nämlich ist auch der ST ein ganz normaler Panamera. Soweit "normal" bei 460 PS aus einem V8-Biturbo überhaupt ein angemessener Begriff ist. Erst weiter achtern zieht sich Porsches Jüngster ein wenig in die Länge – und schön wuchtig in die Breite.

Damit das auch aerodynamisch hinhaut, läuft das Dach in einen Spoiler aus, der bis Tempo 170 flach anliegt, darüber hinaus – oder im Sport-Modus – um acht Grad ausfährt. Es sei denn, das optionale Panorama-Dach ist geöffnet. Dann erhebt sich das Flügelchen gegen störende Windgeräusche auf 26 Grad.

Am Ende bringt die ganze Kur maximal 1390 Liter und damit Raum für ein Köfferchen zusätzlich. Allerdings auch ein Plus an Kopffreiheit und auf Wunsch einen Extra-Platz. Anstelle der wohlgeformten Einzelmulden in zweiter Reihe lässt sich nämlich auch die Sitz-Option 2+2+1 ordern. Die dortige Mittelposition ist besser als laufen – viel mehr aber auch nicht.

Ohnehin ist auch beim GTS ST der schönste Platz vorne links. Im opulenten Kommandostand. Direkt hinter dem mittig thronenden – und immer noch analogen – Drehzahlmesser, der von gestochen scharfen Displays flankiert wird. Und erstmals wirft der Panamera die wichtigsten Informationen von innen an die Scheibe.

Auch sonst ist alles Porsche vom Feinsten: Allradantrieb und Lenkung vernetzen sich in Echtzeit mit Sensoren. Die Luftfederung dämpft über drei Kammern pro Rad, auf Wunsch dreht die Hinterachse mit – und über 48-Volt-Motoren zwischen den Stabis stemmen sich zwei Tonnen Panamera ST in flotten Kurven der Seitenneigung einfach entgegen.

In die Schaufenster kommt der Eil-Transporter gerade noch rechtzeitig zu Weihnachten. Schleife allein genügt aber nicht – 141 349 Euro müssen leider auch sein. Großes Herz und große Klappe brauchen halt auch großen Beutel.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2018
17:45 Uhr

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