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Autolack: Weiß und Blau im Trend

Auto-Deutschland wird bunter. Zumindest ein kleines bisschen. Okay, der eine Aufsteiger bei den 3,6 Millionen 2019 neu zugelassenen Pkw ist jetzt auch bloß Weiß (745000), aber dafür legt Blau (390000) ordentlich zu. Grau (1,1 Millionen) und Schwarz (900000) machen zusammen aber noch immer fast 60 Prozent aus. Rechnet man Weiß mit dazu, entfallen fast 80 Prozent auf diese drei Lackierungen.



 

Das hat einen einfachen Grund. Zwei Drittel aller neu zugelassenen Autos in Deutschland sind Dienst- oder Geschäftswagen, lediglich ein Drittel ist in privater Hand. Und gerade in Flotten oder Unternehmen stehen vermeintlich seriöse Farben hoch im Kurs. Weiß, Grau und Schwarz fallen nicht aus dem Rahmen und versprechen später den höchsten Wiederverkaufswert. Da ist blauer Lack fast schon eine Sensation.

Und doch wieder nicht. "Blau steht für Dynamik, Sportlichkeit, Frische, Reinheit und Zukunft. Das kommt bei vielen Kunden gut an", sagt Mark Gutjahr. Er ist eine Art Design-Chef in der Farbsparte von BASF. Und er mischt zusammen mit den Herstellern die Lacke von morgen. Blau werde verstärkt als "Hightech-Farbe" gesehen, sagt er. Es spiegele kein spezielles Produkt wider und stehe auch nicht für die Natur. Auch wegen dieser neutralen Wirkung lasse sich damit eine bunte Brücke in die digitale Welt schlagen. Zumal neue visuelle Effekte zusätzlichen Glanz und Glitter ermöglichen.

Autolacke müssen sich nicht nur der Witterung gegenüber beständig zeigen, sondern auch dem Zeitgeist. Ändert sich das ästhetische Empfinden, sehen Autos sonst schnell deutlich älter aus, als sie eigentlich sind. Das lange Zeit hoch in der Gunst stehende Silber zum Beispiel ist auf Talfahrt, weil es zunehmend als bieder und altmodisch wahrgenommen wird. Das Gegenteil trifft für Weiß zu. Vor zehn Jahren noch als Inbegriff der Einfallslosigkeit gesehen, gilt es heute als technische Farbe – zu einem Teil ist dieser Aufschwung sicherlich auch der digitalen Marke mit dem analogen Apfel zu verdanken.

Farbe trägt im Übrigen mehr zur Kaufentscheidung bei als lange Zeit vermutet. Mit den Lieblingstönen des Einzelnen aber hat das eher selten zu tun, sonst müsste es deutlich mehr rote oder knallige Autos geben. Gelb oder Orange liegen zwar im Trend – allerdings nur in verhältnismäßig kleinen Stückzahlen von rund einem Prozent. Speziell bei Käufern von Cityflitzern und Sportwagen wächst der Mut. Vor allem aber muss das Zusammenspiel mit Marke und Modell stimmig sein, haben Untersuchungen ergeben. Und so richtig auffallen wollen halt dann doch nur die Wenigsten. Das Auto bleibt nach wie vor eine geplante und damit ernsthafte Investition. Da orientieren sich viele danach, was sie auf der Straße oder in der Werbung wahrnehmen.

Ob Mann oder Frau spielt bei der Farbwahl übrigens kaum noch eine Rolle. Bevorzugten Frauen früher Rot oder Blau, hat sich dieser Unterschied nahezu nivelliert. Dagegen tendieren ausgerechnet jüngere Autokäufer unter 40 Jahren stark zu dunklen Farben (43 Prozent), bei Älteren sind dies nur noch 27 Prozent.

In Europa sieht die Sache nochmal ein wenig anders aus. Grau (19 Prozent) gilt derzeit als zweitbeliebteste Farbe, danach folgen Schwarz (18) sowie Blau und Silber (je 10). Die meisten Autos sind allerdings in Weiß lackiert (31). Weltweit betrachtet sind bunte Tupfer die noch größere Ausnahme: 80 Prozent aller Autos tragen Weiß, Schwarz, Grau oder Silber – Blau bringt es da gerade mal auf sieben Prozent.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
14:59 Uhr

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13. 03. 2020
14:59 Uhr



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