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Das bringen Headsets beim Motorradfahren

Klopfen auf den Tank oder Fuß raus bei Gefahr: Mit einfachen Gesten können sich Motorradfahrer in Gruppen verständigen. Wer es komfortabler mag und manchmal noch mehr zu sagen hat, legt sich ein Headset zu.



Headset am Helm
Hörst du mich? Bei der Sprachqualität gibt es Unterschiede zwischen den Headsets. Manche lassen sich auch durch Sprachbefehle steuern.   Foto: Robert Günther » zu den Bildern

Sind Motorradfahrer auf ihren Bikes als Gruppe unterwegs, dann sind eindeutige Kommunikationsregeln wichtig. Vorher vereinbarte Zeichen erleichtern die Verständigung immens und erhöhen die Sicherheit.

Das Deuten auf den Tank könne beispielsweise als Zeichen für den nächsten Tankstopp vereinbart werden, erläutert André Vallese vom Institut für Zweiradsicherheit in Essen.

In vielen Situationen sind aber Zeichen mit dem Fuß denen mit der Hand vorzuziehen, erklärt Vallese. So kann man die Nachfolgenden vor einer Gefahrenstelle warnen, indem man mit dem jeweiligen Fuß in Richtung der Straßenseite zeigt, auf der die Stelle ist.

Doch die Kommunikation muss nicht unbedingt ohne Worte erfolgen. Elektronische Hilfsmittel sollen Fahrern und Fahrerinnen das Leben leichter machen. «Bevor man sich eine Motorradkommunikationsanlage kauft, sollten allerdings einige Fragen geklärt werden», rät Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer in Lindlar.

Einige Helme haben ein integriertes System

Eine zentrale Frage: Mit wem möchte ich sprechen? Nur mit dem Mitfahrer auf dem Sozius oder mit anderen Fahrern bei gemeinsamen Ausfahrten? Auch die Einbaumöglichkeiten am Helm sind zu bedenken. Von solchen Faktoren hängt ab, welche Summe man am Ende investieren muss, so Lenzen.

«Hersteller bieten unterschiedliche Bluetooth-Headsets an», sagt Vallese. Manche ermöglichen nicht nur die Kommunikation zwischen Gruppenmitgliedern, sondern auch Navigation oder eine Kopplung mit dem Smartphone.

Der Experte weist außerdem auf die Mesh-Technologie hin, eine Weiterentwicklung im Vergleich zu herkömmlichen Vernetzungen via Bluetooth, die die Verbindung zwischen den Gruppenmitglieden stabiler macht.

Einige Helm-Hersteller kooperieren mit Produzenten von Headsets. Shoei und Schuberth arbeiteten mit Sena zusammen, und auch von Cardo gebe es ein integriertes System für Schuberth-Helme, nennt Till Ferges von der Fachzeitschrift «Motorrad News» einige Beispiele.

Die Sprachqualität hängt vom Tempo ab

Die Preisspanne gängiger Headsets reicht von deutlich weniger als 100 bis 500 Euro. Will man nur mit der Beifahrer sprechen, reichten einfache Systeme mit einer geringen Reichweite, so Lenzen. Generell liegen die Reichweiten zwischen wenigen hundert Metern und bis zu zwei Kilometern - das genügt für größere Gruppen.

Außerdem ist die maximale Anzahl von Gesprächsteilnehmern zu beachten. Die Bandbreite reicht nach Angaben von «Auto Bild» (online) von 2 bis 16. Noch ein wichtiger Faktor beim Kauf: die Akkulaufzeit.

Die Sprachqualität der Systeme variiert. Bis Tempo 100 sei sie aber meist gut, erst darüber werde es manchmal etwas schwierig, so Lenzen. Einige Systeme schalten sich erst ein, wenn man zu sprechen beginnt. Das kann dazu führen, dass die erste Silbe verschluckt wird.

Bei der Bedienung unterscheiden sich die Anlagen. Die Funktionen werden in aller Regel über Tasten am Helm gesteuert. Zum Teil sei mittlerweile eine ganz manierliche Sprachsteuerung möglich, schildert Ferges. «Manche Geräte lassen sich mit dicken Handschuhen aber schwer bedienen. Hier hilft nur, sie vor dem Kauf auszuprobieren», sagt Lenzen mit Blick auf potenzielle Bedienschwächen.

Ablenkung vermeiden

Für Vallese ist die Handhabung das A und O. Sie sollte möglichst einfach sein und bei der Fahrt nicht ablenken - ansonsten drohten Situationen, in denen man dem Verkehrsgeschehen nicht mehr die volle Aufmerksamkeit widmen kann.

Lenzen wünscht sich ebenfalls wenig Ablenkung durch die Technik. «Bedienung während der Fahrt mag ja praktisch und verführerisch sein, aber beide Hände gehören an den Lenker, um entsprechend schnell auf Gefahrensituationen reagieren zu können», betont der erfahrene Motorradfahrer. Auch Telefonieren während der Fahrt lenke ab.

Was für ein Navi ohnehin gilt, trifft ebenso für die Kommunikationsanlage zu: «Die Bedienung sollte nur im Stand erfolgen.» Lenzens ganz persönlicher Ratschlag: «Ich mag beim Motorradfahren keine Musik hören und beschränke die Kommunikation auf das Notwendige», sagt er. «Denn ich will die Fahrt genießen und die Ablenkungen so gering wie möglich halten.»

Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
05:04 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2019
05:04 Uhr



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