Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Doppelt hält das Fahrradschloss besser

Nach wie vor werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 300.000 Fahrräder geklaut. Die Auswahl an Schlössern ist groß, und die Digitalisierung ist auch bei den Zweirädern angekommen. Nachhaltiger aber sind nach wie vor die handfesten Lösungen.



Das "10% Schloss"
Lohnendes Investment: Als grobe Richtschnur sollten Radler zehn Prozent des Fahrradpreises in die Absicherung investieren.   Foto: Christin Klose » zu den Bildern

Rund 300.000 Fahrraddiebstähle hat das Bundeskriminalamt 2017 registriert. «Die tatsächliche Zahl dürfte noch ein gutes Stück darüber liegen, denn längst nicht jeder Diebstahl wird bei der Polizei angezeigt», sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f).

Zwar sei die Tendenz leicht rückläufig. Die Aufklärungsquote lag dem BKA zufolge 2017 nur bei 9,1 Prozent. «Wer sein Rad nachhaltig vor Diebstahl schützen will, muss es am besten mit einer dicken Kette oder einem Bügel am Fahrradständer, einem Geländer oder einer Straßenlaterne anschließen», sagt Koßmann. Hier gelte letztlich die alte Regel: Stahl bringt Sicherheit. Einfache Rahmenschlösser zum Blockieren der Speichen seien für Diebe kein Hindernis, zumal das Rad dann trotzdem einfach weggetragen werden könne, was ohnehin meist der Fall sei.

Drei Sekunden für Profis und ein neues Angriffsziel

Durchschnittlich dauere es maximal drei Minuten, bis Profis ein Fahrradschloss geknackt haben. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) rät daher dazu, Räder möglichst immer doppelt mit unterschiedlichen Schlosssystemen abzusichern, wenn sie im öffentlichen Raum stehen. Radler kombinieren also beispielsweise ein stabiles Bügelschloss mit einer Kette. Auch elektronische Fahrradschlösser böten sich hier ergänzend an. Sie funktionieren schlüssellos und werden durch das Smartphone geöffnet. Ausschlaggebend auch hier: die Bauart des Schlosses.

«Das Problem ist: Wenn sie als Rahmenschlösser fest am Rad verbaut sind, können auch sie das Wegtragen nicht verhindern», sagt René Filippek vom ADFC. Anbieter wie Bitlock oder Trelock bieten Smartphone-Öffner aber auch für Bügel- oder Kettenschlösser an. Der Vorteil elektronischer Schlösser ist auf den ersten Blick die schlüssellose Absicherung. Andererseits ist die digitale Verbindung zwischen Schloss und Smartphone laut Filippek ein neues Angriffsziel. Manche Systeme setzen daher auf den NFC-Standard, bei dem das Handy sehr nah ans Schloss gehalten werden muss.

GPS Tracking via SIM-Karte und etliche Zusatzfunktionen

Eine andere Möglichkeit ist die zusätzliche Absicherung mittels Mobilfunk. «Die Räder sind dann mit einer fest eingebauten SIM-Karte ausgestattet, so dass der Besitzer via App immer genau den Standort des Fahrrads einsehen kann», erläutert Tobias Krzossa von Vodafone. Wird das Rad aus einem zuvor festgelegten Bereich von einer nicht autorisierten Person entfernt oder macht sich jemand daran zu schaffen, erhalte der Besitzer automatisch einen Alarm aufs Handy.

Im Falle eines Diebstahls könne die Polizei den Täter so schnell überführen. 99 Euro berechnet Vodafone einmalig für das digitale Fahrradschloss, das es bislang aber nur fest verbaut an einigen Pedelecs der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) gibt. Eine Nachrüstvariante, die ganz ähnlich funktioniert, bietet die Firma Velocate an. Grundsätzlich bieten diese Systeme immer auch etliche Zusatzfunktionen wie Streckenarchive, die Ermittlung des Kalorienverbrauchs oder eine Analyse des Fahrstils an.

Am Schloss nicht sparen

Als grobe Richtschnur sollten zehn Prozent des Fahrradpreises in die Absicherung investiert werden, rät Koßmann. «80 bis 100 Euro aufwärts kostet ein gutes und stabiles Fahrradschloss.» Neben der stabilen Ausführung sollte das Schloss im besten Fall über eine Teller- oder Scheibenschließung verfügen, da sich dieser Mechanismus nicht so einfach durch einen Schlagschlüssel knacken lasse.

Auch eine Codierung, wie sie von der Polizei oder dem ADFC angeboten wird, bietet zusätzlichen Schutz. Denn der Code erschwert den Weiterverkauf eines gestohlenen Rads und erleichtert die Zuordnung.

Veröffentlicht am:
16. 04. 2019
10:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Bundeskriminalamt Diebe Diebstahl Digitaltechnik Elektronik und Elektrotechnik Fahrräder Mobiltelefone Pedelecs Polizei SIM-Karten Smartphones Verbrecher und Kriminelle Vodafone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Dreirad mit E-Motor

25.12.2018

Pedelecs boomen in vielen Varianten

Pedelecs boomen: Die Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor gibt es in immer mehr Varianten, sogar als Liegerad. Beim Kurierdienst ersetzen die Stromflitzer Autos. Unumstritten sind die E-Bikes allerdings nicht. » mehr

Radfahrer

02.04.2019

Die größten Gefahren für Radler

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wird es auf den Straßen wieder deutlich enger und gefährlicher. Neben Pkw und Lkw gibt es für Radfahrer auch andere potenzielle Unfallquellen. » mehr

Fahrrad mit Kindersitz

vor 17 Stunden

Wie der Nachwuchs auf dem Fahrrad mitfährt

Das Kind auf dem Rad mitzunehmen, ist praktisch und umweltschonend. Die Transportmöglichkeiten aber sind endlos - vom Klassiker bis zu exotischen Lösungen. Welche ist die richtige? » mehr

Bis zu einem Tempo von 45 km/h

31.07.2018

Was Radler beim S-Pedelec beachten müssen

S wie Speed: Gegenüber einem Pedelec hat ein S-Pedelec mehr Leistung und gilt verkehrsrechtlich nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad. Es soll vor allem Pendler glücklich machen. Tut es das? » mehr

«Bordo Alarm 6000A» von Abus

06.10.2017

Digitaler Diebstahlschutz fürs Fahrrad

Mit neuen, digitalen Mechanismen wollen Hersteller und Entwickler Fahrraddieben das Leben schwermachen. Welche Möglichkeiten gibt es aktuell auf dem Markt, und wie ausgereift sind die neuen Technologien? » mehr

Elektro-Tretroller

27.02.2019

Elektro-Tretroller sollen auf die Geh- und Radwege kommen

Sie sind klein, häufig klappbar und mit Stromantrieb unterwegs: E-Scooter, mit denen man in der Stadt schnell von A nach B kommen kann, sollen künftig auch in Deutschland erlaubt sein. Doch wie? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 04. 2019
10:14 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".