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Dünnhäutig bis hart im Nehmen - Alles über Fahrradreifen

Rollwiderstand, Luftdruck, Profil: Beim Reifen für Radler gibt es viel zu beachten. Je nach Einsatzzweck sind die Unterschiede groß. Neuartige Produkte versprechen sogar komplett wartungsfreies Radfahren.



Tubelessreifen
Schlauchlos glücklich: In einem Tubelessreifen kann ein Dichtmittel für zusätzlichen Pannenschutz sorgen.   Foto: Gregor Bresser/www.pd-f.de » zu den Bildern

Er zählt zu den wichtigsten Komponenten am Fahrrad: der Reifen. Als einziges Teil stellt er Kontakt zum Untergrund her und hat damit großen Anteil daran, wie sich ein Fahrrad fährt. Was Fahrradreifen ausmacht - eine Übersicht:

«Stollenreifen finden sich bevorzugt am Mountainbike. Sie greifen tiefer in den Boden, um dem Rad zum Beispiel auf Waldböden mehr Halt am Untergrund zu geben», sagt Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad (pd-f). Profillose Slicks an Rennrädern bieten auf trockener Fahrbahn ein Maximum an Haftung. Eine Mischform sind Pneus für Reiseräder: Für Asphalt weisen sie eine recht glatte Lauffläche auf, für besseren Halt auf Passagen mit weicherem Grund seitlich kleine Stollen.

Luftdruck

Für den Luftdruck ist auf den Reifenflanken eine Spanne angegeben, meist in bar, seltener in psi. Hauptsächlich dient der Luftdruck dazu, den Fahrkomfort zu regeln. Je härter der Reifen aufgepumpt ist, desto geringer ist seine dämpfende Wirkung. Die Aufstandsfläche ist geringer - dafür rollt er aber auch besser.

Breitreifen bieten beim komfortsteigernden Spiel mit dem Luftdruck grundsätzlich mehr Möglichkeiten. In den letzten Jahren seien genau aus diesem Grund Ballonreifen, bis zu 52 Millimeter breit, in Mode gekommen, sagt Filippek. Allerdings erschwert das höhere Reifengewicht das Beschleunigen.

Dabei werden auch die Slicks für Rennräder ausladender: Früher 19 oder 20 Millimeter breit, seien jetzt 25 Millimeter oder mehr angesagt, sagt Sarah Hohmann-Spohr, Sprecherin bei Continental. Würden diese mit nur leicht niedrigerem Luftdruck gefahren, erhöhe sich der Rollwiderstand nicht merklich.

Rollwiderstand

Der Rollwiderstand hat Einfluss darauf, wie schnell der Radler bei gleichem Kraftaufwand fahren kann. Jedoch müssen sich nur sportlich ambitionierte Fahrer oder Rennradpiloten mit variierendem Rollwiderstand innerhalb eines Reifentyps auseinandersetzen. «Für normale Radfahrer sind die Differenzen kaum relevant», sagt Geisler. Gegenwind oder Bergauffahren machten sich weit stärker bemerkbar.

Ist der Pedaltreter mit lasch aufgepumpten Reifen unterwegs, meldet sich der Rollwiderstand sehr wohl: «Dann braucht man merklich mehr Kraft.» Unterschiede sind auch im direkten Vergleich von Rennrad- und den bis zu 100 Millimeter und mehr breiten Fatbike-Reifen spürbar. Neben Reifenbreite und Luftdruck hat auch das Profil Einfluss auf den Rollwiderstand.

Gummidicke

Eine andere Frage ist, wie viel Gummi der Pneu bietet, um Plattfüße zu vermeiden. Slicks haben hier schlechtere Karten als Profilreifen. Mit «unplattbar» oder ähnlichen Slogans werden Trekkingreifen mit spezieller Pannenschutzeinlage beworben. «Sie ist so dick, dass Scherben und kleine spitze Gegenstände nicht mehr bis zum Schlauch vordringen können», sagt Filippek. Allerdings bedeutet mehr Pannenschutz im komplexen Zusammenspiel mit Luftdruck, Gummidicke und Reifenbreite sowie Kontaktfläche auch einen höheren Rollwiderstand.

Daneben gibt es sogenannte «Tubeless»-Reifen für Mountainbikes und Rennräder. Sie benötigen passende Felgen und eine Kompressor-Luftpumpe und kommen ohne Schläuche aus. Platten sind seltener: «Das enthaltene Dichtmittel verschließt kleinste Löcher während der Fahrt», sagt Geisler. Allerdings muss das Dichtmittel zweimal jährlich gewechselt werden.

Luftlose Reifen

Die vielleicht bessere Lösung sind luftlose Reifen, wie sie Bridgestone angekündigt und Schwalbe bereits auf den Markt gebracht hat. Der Hersteller verspricht mit seinem Airless-System komplett wartungsfreies Radfahren. Bei üblicher Nutzung könne der Reifen ohne jegliche Wartung bis zu 10.000 Kilometer fahren. Gefüllt ist der Pneu mit elastischem Polyurethan, einem Material, das auch in Laufschuhen zum Einsatz kommt. Das Airless-System muss von geschulten Fachhändlern mit speziellen Maschinen montiert werden.

Nach Auskunft der Experten fallen für einen qualitativ hochwertigen Trekkingreifen mindestens 25 bis 30 Euro an, für einen Rennrad-Pneu 40 bis 50 Euro. Beim Mountainbike-Reifen geht es ab rund 50 Euro los. Die teuersten Luftreifen sind die breiten Gummis für Fatbikes ab rund 70 Euro. Schwalbes Airless-System steht mit 84,90 Euro pro Rad in der Preisliste - hinzu kommt die Montage.

Veröffentlicht am:
19. 03. 2019
10:13 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
19. 03. 2019
10:13 Uhr



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