Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Was man zur neuen HU-Frist wissen muss

Wer denkt angesichts der Corona-Krise noch an den Tüv? Vielleicht hat die Stammwerkstatt ohnehin geschlossen. Eine neue Empfehlung gibt Autofahrern bei der HU etwas mehr Spielraum.



Untersuchung am Auto
Alles noch in Schuss? Wegen Corona haben Autofahrer nun mehr Spielraum für die HU.   Foto: Henning Kaiser/dpa-tmn

Vier statt zwei Monate: Autofahrer sollen in der Corona-Krise die Frist zur Hauptuntersuchung (HU) länger als bisher ohne Bußgeld überschreiten dürfen. Was das im Einzelnen bedeutet:

Was ändert sich genau?

Bisher blieb das Fahren mit abgelaufener Prüfplakette nur für zwei Monate ohne Folgen. Danach drohte von Polizei oder Ordnungsamt ein Bußgeld von 15 Euro. Ab vier Monaten stieg der Betrag auf 25 Euro, bei mehr als acht Monaten auf 60 Euro. Nun sollen die ersten vier Monate Verzug nicht geahndet werden. Das gilt für Privat- und Nutzfahrzeuge, heißt es vom Bundesverkehrsministerium.

Wer hat zu entscheiden?

Die Empfehlung ging vom Verkehrsministerium an die Bundesländer. Wie eine Sprecherin auf Nachfrage erklärte, handele es sich nicht um ein Gesetz, das die geltende Bußgeldkatalog-Verordnung außer Kraft setzt. Die Umsetzung der Empfehlung obliegt den Ländern.

Gibt es einen Stichtag?

Noch nicht. Formal gelte die Empfehlung, sobald diese im Verkehrsblatt veröffentlicht werde, so die Sprecherin. So bleibt etwa noch die Detailfrage offen, ob Autofahrerinnen und Autofahrer, die in den vergangenen Tagen die zweimonatige Frist überschritten haben, von der Kulanzempfehlung erfasst sind - oder nicht. Auch wie lange diese gelten wird, ist noch nicht absehbar.

Ist es noch möglich, eine HU zu machen?

Ja. Allerdings gestalte sich die Zahl der geöffneten Prüfstellen aufgrund der verschiedenen Verordnungen in den Bundesländern sehr unterschiedlich, so der Verband der Tüv. Die Prüf-Organisation GTÜ betonte indes auf Twitter , die HU sei auch in der aktuellen Situation weiterhin geregelt möglich.

«Man kriegt einen Termin, wenn man möchte», sagt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Dieser sollte jedoch telefonisch oder online vereinbart werden. Kfz-Werkstätten dürfen noch öffnen. Einige haben aber selbst entschieden, vorerst zu schließen.

Was bedeutet eine überzogene HU für die Versicherung?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellt klar: Auch wer mit abgelaufener Plakette einen Unfall baut, ist grundsätzlich versichert. Die Kfz-Haftpflichtpolice komme für die Schäden des Unfallgegners auf - auch wenn die Ursache ein Defekt sei, der bei der HU wohl behoben worden wäre.

Die Kaskoversicherung, die für Schäden am eigenen Auto zahlt, könnte aber in seltenen Fällen wegen grober Fahrlässigkeit die Leistung kürzen. Etwa, wenn der Fahrer wissentlich mit defekten Bremsen unterwegs war. Es sei in keinem Fall ratsam, mit einem Auto loszufahren, das technische Mängel aufweist, so der GDV. Im Zweifel sei es sicherer, das Fahrzeug stehen zu lassen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 03. 2020
14:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autofahrer Bußgelder Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft Hauptuntersuchungen Kaskoversicherungen Nutzfahrzeuge Polizei Prüfplaketten Technische Probleme Twitter Verkehrsministerien Versicherungen Zulassungsstellen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
HU-Plakette

18.10.2019

Noch dieses Jahr zur Hauptuntersuchung

Das Jahr neigt sich so langsam dem Ende zu. Vieles ist noch zu tun - zum Beispiel wenn Ihre HU-Prüfplakette am Auto orangefarben ist. » mehr

E-Auto

05.02.2020

Kaskoversicherung für E-Auto schließt auch Akku ein

Kaskoversicherungen für Autos decken unter anderem Diebstahl, Wildunfälle oder Marderschäden ab. Bei Policen für E-Autos sollten Kunden sich die Bedingungen für den Akku genau anschauen. » mehr

Unfall ohne Winterreifen: Gekürzte Kasko-Leistung möglich

08.11.2019

Kasko-Versicherung kann Leistungen kürzen

Wer bei Eis und Schnee ohne Winterreifen unterwegs ist, riskiert nicht nur eine gefährliche Rutschpartie. Auch Kürzungen bei Versicherungsleistungen drohen. Was Autofahrer dazu wissen müssen. » mehr

Automechaniker schaut unter die Motorhaube

17.04.2020

Wichtige Autoreparatur nicht aufschieben

«Hört sich komisch an, aber ist schon nicht schlimm» - für Autofahrer kann diese Einstellung gefährlich sein. Trotz Corona sollte das Fahrzeug sicher sein. Also spontan zur Werkstatt? Besser nicht. » mehr

Autoreparatur in der Werkstatt

19.03.2020

Manche Autoreparaturen haben Zeit

Die HU steht an - und die Werkstatt sagt den Termin ab. So erging es manchen A.T.U-Kunden. Doch in der Coronakrise stellt sich Autofahrern ohnehin die Frage: Was muss sein - und was kann warten? » mehr

Kfz-Versicherung

17.09.2019

Neue Typklasse für jeden vierten Autohalter

Wird meine Autoversicherung im nächsten Jahr billiger oder muss ich tiefer in die Tasche greifen? Eine Rolle bei Beitragsänderungen spielen die jährlich neu berechneten Typklassen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 03. 2020
14:24 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.