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So lässt sich ein Notrufsystem im Auto nachrüsten

Ab dem 31. März müssen neue Automodelle über den automatischen Notruf eCall verfügen. Eine Nachrüstung schreibt der Gesetzgeber nicht vor, sie kann aber sinnvoll sein. Mit sogenannten Unfallmeldesteckern können Autofahrer ein Notrufsystem auch im Gebrauchtwagen nutzen.



Unfall
Automatische Hilfe nach einem schweren Unfall: Das soll das eCall-System gewährleisten. Vergleichbares bieten auch sogenannte Unfallmeldestecker.   Foto: Benjamin Nolte

Rumms, da hat es gekracht. Gut, wenn es beim Autounfall nur zu Blechschäden kommt und sich die Insassen selbst um Hilfe kümmern können. Doch bei schweren Unfällen ist das oft nicht mehr möglich.

Daher müssen neu typgeprüfte Automodelle ab dem 31. März über das automatische Notrufsystem eCall verfügen, das europaweit Mobilfunk und Satellitenortung nutzt, um einen Notruf abzusetzen, erklärt der Auto Club Europa (ACE).

Aktuelle Modelle, die ihre Typzulassung vor diesem Stichtag bekommen haben, müssen auch als Neuwagen den eCall nicht an Bord haben. Ein vergleichbares Notrufsystem lässt sich aber nachrüsten. So bieten etwa Versicherungsunternehmen und andere Anbieter Unfallmeldestecker an. Sie nutzen in der Regel den Zigarettenanzünder oder teilweise die OBD-Schnittstelle des Fahrzeugdiagnosesystems. Außerdem ist eine Verbindung mit dem Smartphone und eine entsprechende App notwendig. «Das ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem es bei der Koppelung zwischen Stecker und Handy auch mal Schwierigkeiten geben kann», sagt ACE-Sprecherin Anja Smetanin.

Kommt es zum Unfall, erkennen Beschleunigungssensoren im Stecker die Schwere der Kollision und melden den Unfall via Smartphone an eine Notrufzentrale, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Können mobile Daten nicht versendet werden, wird versucht, die Unfallmeldung mit den Positionsdaten per SMS zu senden.

Diese Daten werden über Satellit geortet. «Die Rettungskräfte werden automatisch alarmiert, wenn der Fahrer nicht auf eine telefonische Kontaktaufnahme reagiert», sagt Jochen Oesterle von der ADAC SE, die ebenfalls solche Stecker im Rahmen ihrer Autoversicherung anbietet. Bei einem leichten Unfall oder einer Panne könne man auch selbst mit Knopfdruck über die App Hilfe anfordern. «In jedem Fall klären die Mitarbeiter der Notrufzentrale im Gespräch, ob medizinische Hilfe oder etwa nur die Pannenhilfe erforderlich ist.»

Die Kosten für diesen Service variieren je nach teilnehmenden Versicherern und individuellem Tarif. Manche Versicherer bieten ihn entweder innerhalb eines bestehenden Tarifes an, oder die Kunden können den Service über einen Neutarif buchen. Oft sei das für einen niedrigen zweistelligen Betrag im Jahr möglich.

«Vorsicht, wenn diese Stecker in Kombination mit sogenannten Telematiktarifen angeboten werden, denn dabei werden dann auch Fahrdaten gesammelt», so Oesterle. Damit habe der reine Unfallmeldedienst nichts zu tun. Und nur wenn der Notruf ausgelöst wird, würden die entsprechenden Daten verschlüsselt übermittelt.

Der ACE moniert allerdings, dass viele Anbieter sich bislang nur unzureichend für den genauen Umfang der Datenerhebung und ihrer Speicherung äußerten. «Denn im Gegensatz zum reinen eCall, wo die SIM-Karte im Auto nur bei einem Unfall oder manuell aktiviert wird, ist die Karte bei den Nachrüststeckern immer aktiv und kann Daten sammeln», sagt Smetanin. Der Autoclub begrüßt grundsätzlich sowohl eCall als auch Nachrüstlösung. Doch sollten sich die Autofahrer vorher gut informieren und die Angebote genau prüfen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 03. 2018
14:02 Uhr

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29. 03. 2018
14:02 Uhr



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