Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

Autobauer verlängern Umtauschprämie für alte Diesel

Mit bis zu 10 000 Euro Prämie beim Kauf eines Neuwagens versuchen die deutschen Autokonzerne, alte Dieselstinker von der Straße zu holen und Fahrverbote zu vermeiden. Die Rechnung scheint aufzugehen.



Dieselautos
Auto-Hersteller wie Daimler und BMW zahlen die Umtauschprämie für Altfahrzeuge länger.   Foto: Marcus Führer/dpa

Der VW-Konzern, Daimler, BMW und Ford verlängern ihre Umtauschprämien für alte Dieselautos über das Jahresende hinaus. Mit den Kaufanreizen wollen die Konzerne Dieselautos mit hohem Stickoxidausstoß von der Straße holen und Fahrverbote in einzelnen Städten verhindern.

Seit dem Start des Prämienangebots im August hätten schon mehr als 110 000 Kunden von VW, Audi, Seat und Skoda ihre Euro-1- bis Euro-4-Dieselautos zum Verschrotten abgegeben und mit der Prämie ein neues Auto gekauft, teilte der VW-Konzern mit. Die eigentlich bis Jahresende befristete Aktion werde nun bis Ende März verlängert, «um die Luftqualität in den Innenstädten zu verbessern», sagte Vertriebschef Fred Kappler.

Daimler und BMW verlängern ihre Prämien sogar bis Ende Juni, wie die Branchenzeitung «Automobilwoche» zuvor berichtet hatte. Ford zahlt die Prämie vorerst unbefristet weiter, «bis auf Widerruf». Opel verhandelt noch mit seinen Händlern.

Die nach dem Diesel-Gipfel im August angekündigten Prämien sind allerdings schwer miteinander vergleichbar. So zahlt Daimler 2000 Euro Prämie nur für alte Mercedes-Diesel, BMW für jede in Zahlung gegebenen Marke. Der Münchner Autobauer macht den Kauf eines BMW mit niedrigem CO2-Ausstoß zur Bedingung, VW zahlt die höchste Prämie - 10 000 Euro - beim Kauf des großen Touareg-SUV. VW verschrottet die Altfahrzeuge, bei BMW können die Händler sie auch wieder verkaufen.

Laut aktuellsten Daten des Kraftfahrtbundesamtes waren zum 1. Januar 2017 noch 6,4 Millionen Dieselautos mit Euro-1- bis Euro-4-Motoren in Deutschland zugelassen. Wie erfolgreich die Umtauschprämien seien, dazu lägen noch keine Zahlen vor. Daimler und BMW wollten keine Zahlen über ihre Rücknahmen nennen.

Experte Stefan Bratzel vom Autoinstitut der Wirtschaftshochschule Bergisch Gladbach sagte, auch ohne Prämie wären viele zum Teil schon 15 Jahre alte Dieselautos verschrottet worden. Aber viele Autofahrer dürften die Chance genutzt haben, ein neues Fahrzeug zu kaufen und die Prämie mitzunehmen - die 110 000 bei VW eingetauschten Autos seien ein Indiz dafür. Für Konzerne sei die Kaufprämie sicher ein gutes Geschäft. «Die Marge ist nicht so hoch wie sonst, aber das ist keine Wohlfahrtsveranstaltung.»

Beim Dieselgipfel in Berlin hatten Volkswagen, Daimler, BMW und Opel ihren Kunden außerdem kostenlose Updates an der Steuersoftware von etwa 5,3 Millionen Autos der Schadstoffnormen Euro 5 und 6 zugesagt. Vom Bundesverwaltungsgericht wird im Februar eine Grundsatzentscheidung über Fahrverbote in Städten erwartet.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 12. 2017
15:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Audi Autofirmen BMW Bundesverwaltungsgericht Daimler AG Diesel Dieselautos Fahrverbote Kraftfahrt-Bundesamt Käufe Opel Seat VW Volkswagen AG Škoda
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Diesel-Abgasmessung

04.10.2018

Wie geht es weiter beim Diesel?

Bekommen Politik und Autoindustrie die Kurve in der Dieselkrise? Auch mit einem neuen Maßnahmen-Paket ist dies ungewiss. Bald steht eine wichtige Entscheidung in Berlin an. » mehr

Diesel-Nachrüstung

08.10.2018

Diesel-Nachrüstsysteme lassen auf sich warten

Wer heute in einer Werkstatt seinen Euro 5-Diesel gegen drohende Fahrverbote wappnen will, dürfte dort bestenfalls Achselzucken auslösen. Das könnte noch eine Weile so bleiben, sagen Experten. » mehr

VW Dieselmotor

09.08.2017

Rabattschlacht um neue Diesel - VW bietet bis zu 10 000 Euro

Deutschlands Autohersteller haben sich mit Dieselaffäre und Kartellverfahren in die schwierigste Situation seit Jahrzehnten manövriert. Fahrverbote drohen, neue Dieselautos verkaufen sich nicht mehr gut. Die Industrie re... » mehr

Auspuff

12.07.2018

Ältere Diesel müssen in Stuttgart ab 2019 draußen bleiben

Wer ab 2019 mit einem Diesel-Fahrzeug einen Stuttgart-Ausflug macht, sollte vorher prüfen, welcher Euronorm sein Auto entspricht. Euro-4-Diesel und schlechter dürfen dann nämlich nicht mehr in der Hauptstadt Baden-Württe... » mehr

Volkswagen

19.10.2018

VW kündigt bundesweit hohe Umtauschprämien für Diesel an

Abwrackprogramm statt Hardware-Nachrüstung: Um Fahrverboten zu entgehen, legt Volkswagen Nachlässe bei Verschrottung alter Diesel wieder auf - bundesweit, nicht nur in den 14 besonders betroffenen Städten. » mehr

Volkswagen

01.11.2018

Zehntausende Dieselfahrer können auf Schadenersatz hoffen

Stellvertretend für Dieselfahrer ziehen Verbraucherschützer gegen Volkswagen vor Gericht. Es könnte ein Mammutprozess werden, von dem am Ende Zehntausende profitieren. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 12. 2017
15:17 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".