Lade Login-Box.
Topthemen: Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Tattoo-Entfernung nur noch beim Arzt

Im Freibad oder der Sauna kann man sie am besten besichtigen - aber auch im Gesicht, am Hals oder an den Händen tragen viele Tattoos. Doch viele mögen ihr Tattoo nicht mehr. Jetzt werden die Regeln für die Entfernung verschärft.



Tattoo-Entfernung
Das Entfernen von Tätowierungen mit Hilfe von Laser ist zukünftig nur noch Ärzten gestattet.   Foto: Marcus Simaitis

In Deutschland dürfen bald nur noch Ärzte per Laser Tätowierungen entfernen. Das hat der Bundesrat in Berlin entschieden. Bisher bieten beispielsweise auch private Kosmetikstudios solche Eingriffe an.

Der Regierungsentwurf der betreffenden Strahlenschutzverordnung hatte ursprünglich noch eine strengere Regel vorgesehen. Der Bundesrat beschloss nun, dass alle Ärzte mit entsprechender Fachkunde in Zukunft Tattoos entfernen dürfen. Damit sie ausreichend Zeit bekommen, sich die Fachkenntnisse anzueignen, tritt die Neuregelung erst Ende 2020 in Kraft.

DIE VERORDNUNG: 542 Seiten stark ist der Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). In allen möglichen Bereichen sollen die Menschen besser vor Strahlung geschützt werden, unter anderem vor dem Edelgas Radon, das aus dem Boden treten kann und als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs nach Rauchen gilt. Aber keine geplante Regelung hat so viel Wirbel verursacht, wie ein Satz auf Seite 259 des Entwurfs: Tattoo-Entfernungen per Laser sollten Hautärzten und plastischen Chirurgen vorbehalten werden.

REAKTIONEN: Der CDU-Gesundheitspolitiker Alexander Krauß warnte, jeder vierte Deutsche über 18 Jahre sei tätowiert. Davon sei jeder Zehnte mit seinem Tattoo unzufrieden. 1,2 Millionen Patienten nähmen jedes Jahr eine Laserbehandlung zur Tattoo-Entfernung in Anspruch. «Von heute auf morgen müssten wir die Zahl der Hautärzte um die Hälfte erhöhen», so Krauß. Ohne viele zusätzliche Hautärzte müssten diese im Schnitt jeweils 22 Wochen im Jahr durchgängig Tätowierungen entfernen, um der geplanten Verordnung gerecht zu werden, so Krauß. Nachdem im Bundesrat schließlich überlegt wurde, den Passus zu streichen, warnten wiederum Dermatologen, «dass leistungsstarke Laser durch unqualifiziertes Personal schwere Schäden an Patienten hervorrufen».

RISIKEN DER TATTOO-ENTFERNUNG: Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor Verbrennungen, vorübergehenden oder bleibenden Pigmentveränderungen, Entzündungen und Narbenbildung, wenn der Laser nicht richtig eingesetzt wird. Auch andere Krankheiten könnten die Folge sein.

WIE DIE TATTOO-ENTFERNUNG FUNKTIONIERT: Die Energie der optischen Strahlung wird von den Farbpigmenten des Tattoos aufgenommen. Dafür muss die Wellenlänge der Laserstrahlung zum aufnehmenden Farbstoff passen. Die Farbstoffpartikel werden in kleine Teile zerschossen. Die entstehenden Bruchstücke sollen vom Körper abtransportiert oder abgebaut werden. Bei der Zerstörung mancher Pigmente können - so das Bundesamt für Strahlenschutz - giftige und krebserregende Verbindungen wie Blausäure oder Benzol entstehen. Vor allem bei komplexen, mehrfarbigen Tattoos müssen sich Kundinnen und Kunden auf eine Reihe von Behandlungen einstellen.

RECHTSLAGE BISHER: Im Prinzip kann die Dienstleistung jeder anbieten, der einen Laser und einen Gewerbeschein hat. Die Laser kosten ab 10.000 Euro aufwärts. Um so ein Gerät betreiben zu können, braucht es bisher nur einen Laserschutzkurs. Der lässt sich an ein bis zwei Wochenenden absolvieren und kostet nicht mehr als ein paar hundert Euro. Tattoo-Entferner berichten davon, dass sie selbst überrascht waren, wieviele Kunden zu ihnen kommen, nachdem sie ihr Geschäft begonnen haben.

Veröffentlicht am:
19. 10. 2018
17:39 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alexander Krauß Bundesamt für Strahlenschutz Dermatologen Deutscher Bundesrat Laser SPD Strahlenschutz Svenja Schulze Tattoos Tätowierungen Verordnungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Am besten beim Hautarzt

01.08.2019

Tattoo-Lasern am besten beim Hautarzt

Bunte Fabelwesen oder der Schriftzug mit dem Namen des Liebsten - viele Menschen lassen sich die Haut mit Tattoos verzieren. Doch ist es mit der Liebe vorbei, soll oft auch das Tattoo wieder weg. Die Entfernung ist aber ... » mehr

Mode-Tipps für heiße Tage

24.07.2019

Designer geben Mode-Tipps für heiße Tage

Sich bei über 30 Grad Hitze stilsicher und auch luftig zu kleiden, ist nicht leicht. Modedesigner geben Tipps, wie man aus diesem Dilemma herauskommt. » mehr

Haarentfernung

24.05.2019

Sieben Tipps zur Haarentfernung

Wie halten Sie es mit der Rasur? Also mit den Haaren unter den Achseln, am Intimbereich, auf der Brust und an den Beinen? Wer sich fürs Entfernen entscheidet, muss Entzündungen, Reizungen und eingewachsene Haare in Kauf ... » mehr

Tattoo-Entfernung

08.08.2018

Tattoo-Entfernung per Laser soll nur Ärzten erlaubt werden

Wer sein Tattoo nicht mehr mag, kann es mit einem Laser entfernen lassen. In Zukunft soll das aber nur noch von Ärzten durchgeführt werden dürfen. Das Bundesumweltministerium hat dazu eine neue Verordnung verfasst. » mehr

Umgang mit Haarverlust

23.07.2018

Wie man stilvoll mit Haarverlust umgeht

Kaum etwas verändert den Menschen so sehr, wie eine radikal andere Frisur - zum Beispiel durch Haarausfall. Auch wenn der überkämmte Übergang oft peinlich wirkt, scheuen viele Männer den letzten Schritt: die Rasur zur Gl... » mehr

Brusthaare beim Mann

12.07.2018

Das Brusthaar kehrt zurück

Auf 2,5 Zentimeter bringt es ein Brusthaar im Schnitt. Davon dürften diesen Sommer deutlich mehr zu sehen sein - denn Brustbehaarung liegt im Trend. Doch Obacht bei Wildwuchs! Man(n) sollte zeigen, dass er Wert aufs Äuße... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 10. 2018
17:39 Uhr



^