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Schutz in Corona-Zeiten: Muss ich weiter zur Arbeit kommen?

Alle sollen zu Hause bleiben. Und Ihr Betrieb verlangt immer noch, dass Sie ins Büro kommen, obwohl das Arbeiten im Homeoffice möglich wäre? Dagegen können Arbeitnehmer wenig tun.



Kein Anspruch auf Homeoffice
Einen allgemeinen Anspruch auf Homeoffice gibt es nicht. Wenn der Arbeitgeber keine entsprechende Vereinbarung getroffen hat, müssen Angestellte weiterhin ins Büro kommen.   Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Viele Beschäftigte arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie aktuell im Homeoffice. Einige sind aber trotzdem weiter dazu angehalten, ins Büro zu kommen - auch wenn sie theoretisch die Möglichkeit hätten, von zu Hause aus zu arbeiten.

Können sie das dann von ihrem Chef verlangen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Müssen Arbeitgeber jetzt nicht Homeoffice anordnen?

Nein. Einen allgemeinen Anspruch auf Homeoffice gibt es nicht. Solange der Arbeitgeber also keine entsprechende Vereinbarung mit den Mitarbeitern getroffen hat und auch in Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag nichts anderweitig geregelt ist, müssen Beschäftigte weiterhin zur Arbeit kommen. Wer nicht erscheint, kann abgemahnt und bei wiederholtem Fehlen gekündigt werden.

Einen Anspruch auf Homeoffice können aber Menschen mit Behinderungen oder Vorerkrankungen haben, für die im Betrieb oder auf dem Weg zur Arbeit ein besonderes Risiko besteht.

Nachdem inzwischen in allen Bereichen und Branchen die theoretische Möglichkeit besteht, sich bei Kollegen oder Kolleginnen anzustecken, müssen in jedem Betrieb aber entsprechende Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, erklärt Wolfhard Kohte, Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er befasst sich unter anderem mit Arbeits-, Unternehmens- und Sozialrecht.

Müssen sich Beschäftigte dem Risiko aussetzen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen?

Auch die potenzielle Gefahr, sich bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken, ist kein generelles Argument für Arbeitnehmer, nicht am Arbeitsplatz zu erscheinen. «Das Wegerisiko ist Problem der Beschäftigten», erklärt Prof. Kohte. «Und aktuell ist die Situation nicht so, dass man gar nicht mehr auf die Straße gehen kann.» Bleiben die aktuellen Regelungen bestehen, sei es für Beschäftigte in der Regel zumutbar, für den Arbeitsweg weiterhin das Haus zu verlassen.

Und was gilt für Menschen mit Vorerkrankungen?

Menschen mit Vorerkrankungen, die zu besonderen Risiken bei einer Infektion führen, wie zum Beispiel Asthma, haben laut Kohte Anspruch auf besonderen Schutz. Wer etwa im Einzelhandel tätig ist, kann etwa vom Arbeitgeber verlangen, an einem anderen Arbeitsplatz mit verringertem Kundenkontakt zu arbeiten, zum Beispiel im Lager oder im Büro ohne Kundenkontakt. Daneben hat diese Gruppe auch einen Anspruch auf Homeoffice.

In Einzelfällen kann es sein, dass Menschen mit Vorerkrankungen nach ärztlicher Beratung eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wird. Die Arbeitspflicht entfällt dann.

Zur Person: Wolfhard Kohte ist Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Forschungsdirektor des Zentrums für Sozialforschung Halle (ZSH).

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 03. 2020
10:29 Uhr

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Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsrecht Arbeitsunfähigkeit Infektionskrankheiten Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Mitarbeiter und Personal Tarifverträge
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30. 03. 2020
10:29 Uhr



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