Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Arbeitgeber muss gesundheitliche Einschränkung hinnehmen

Nach einer längeren Erkrankung können manche Arbeitnehmer bestimmte Aufgaben nicht mehr ausüben. Arbeitgeber müssen solche Einschränkungen akzeptieren - allerdings nicht unbegrenzt.



Maschinenbauer bei der Arbeit
Anspruch auf leidensgerechte Beschäftigung: Weil ein Maschinenbauer nach einer Erkrankung keine Arbeiten in der Strahlkabine mehr verrichten konnte, musste der Arbeitgeber ihm andere Aufgaben zuteilen.   Foto: Felix Kästle/dpa

Kann ein Arbeitnehmer wegen einer Erkrankung nur mit Einschränkungen seinen Beruf ausüben, muss der Arbeitgeber dies akzeptieren. Er muss ihm auf Verlangen entsprechende Aufgaben geben.

Gibt es in einem Betrieb dafür mehrere Möglichkeiten, kann der Arbeitgeber jedoch nach eigenem Ermessen entscheiden, welche davon er dem Arbeitnehmer zuweist. Das entschied das Arbeitsgericht Stuttgart, wie der Bund-Verlag auf seinem Blog für Betriebsräte erklärt.

In dem verhandelten Fall (Az.: 9 Ca 135/18) klagte ein Mann, der seit 20 Jahren in einer Firma als Maschinen- und Anlagenbauer angestellt war, gegen seinen Arbeitgeber. Zu seinen Aufgaben gehörten unter anderem Sandstrahlarbeiten in einer engen Strahlkabine.

Nach einer längeren Erkrankung wollte der Mann wieder arbeiten - allerdings nicht mehr in der Strahlkabine. Sein Hausarzt bestätigte in einer Bescheinigung, dass der Arbeitnehmer abgesehen von dieser Einschränkung wieder in der Lage sei, alle Tätigkeiten zu erbringen. Der Arbeitgeber wollte das nicht hinnehmen und begründete dies damit, dass die Arbeit in einer Strahlkabine zu den bisherigen Aufgaben des Arbeitnehmers gehört habe. Da kein anderer Arbeitsplatz frei sei, könne der Mann auch nicht im Betrieb arbeiten.

Das Gericht gab dem Mann recht und entschied, dass er Anspruch auf leidensgerechte Beschäftigung habe. Allerdings sei dieser Anspruch nicht unbegrenzt und müsse für den Arbeitgeber zumutbar sein. Dies sei nicht der Fall, wenn dem beispielsweise betriebliche Gründe oder wirtschaftliche Erwägungen entgegenstehen. Außerdem müsse der Arbeitnehmer auch erklären, wie er sich eine entsprechende Beschäftigung konkret vorstelle.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
16:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsgericht Stuttgart Arbeitsgerichte Arbeitsrecht Unternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Alexander Bredereck

07.10.2019

Kann einem Mitarbeiter während Krankheit gekündigt werden?

Ein Mitarbeiter fällt aus, weil er krank ist. Dann wird ihm gekündigt. Zu Unrecht, vermuten viele. Warum das ein Mythos ist, erklärt ein Arbeitsrechtler. » mehr

Baby

02.10.2019

Darf der Arbeitgeber den Beginn der Elternzeit festlegen?

Die einen nehmen ihre Elternzeit gleich nach der Geburt des Kindes, die anderen erste Monate später. Nach dem Gesetz haben Arbeitnehmer bei der Terminwahl einigen Spielraum. Doch darf der Chef auch mitreden? » mehr

Home Office

02.10.2019

Muss ich im Homeoffice feste Arbeitszeiten einhalten?

Wer zuhause im Homeoffice arbeitet, hat alle Freiheiten. Manche Arbeitnehmer scheinen das zu glauben. Aber auch für das Büro zuhause gibt es verbindliche Regeln für Arbeitszeiten. » mehr

Krank zuhause

02.10.2019

Kann der Chef kranke Mitarbeiter zu Hause anrufen?

Wer krankgeschrieben zuhause bleibt, ist in der Regel von allen Arbeiten befreit. Doch was ist, wenn der Chef zuhause anruft? Müssen Arbeitgeber überhaupt ans Telefon zu gehen? » mehr

Personalgespräch

30.09.2019

Müssen Arbeitnehmer an Personalgesprächen teilnehmen?

Negatives Feedback, Kritik oder zusätzliche Aufgaben - gerade, wenn es um solche Themen geht, möchten sich Mitarbeiter am liebsten vor Personalgesprächen mit dem Chef drücken. Geht das so einfach? » mehr

Arbeitszeugnis

16.08.2019

Das Arbeitszeugnis unbedingt rechtzeitig beantragen

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein faires Arbeitszeugnis. Jedoch sollte man dieses nicht zu spät beantragen. Auf keinen Fall sollte man die im Tarifvertrag geregelte Anspruchsfrist verstreichen lassen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
16:04 Uhr



^