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Der Weg zum Traumjob auf internationalem Parkett

Jobs bei Internationalen Organisationen wie der EU oder den UN sind begehrt. Bewerber müssen sich oft gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Wie gelingt die Karriere auf dem globalen Parkett?



Karriere
Oft unterwegs: Wer bei einer Internationalen Organisation Karriere machen will, muss viel Flexibilität mitbringen.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Klimawandel, Kriege, Pandemien - es gibt Probleme, die nicht im nationalen Alleingang gelöst werden können. Internationale Organisationen (IO) versuchen daher, den Dialog zwischen Staaten zu stärken, um gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln und umzusetzen.

Karrieren bei solchen Organisationen sind folglich mit hohem Ansehen verbunden, Mitarbeiter werden sorgfältig ausgewählt.Was müssen Bewerber mitbringen? «Das hängt natürlich davon ab, auf welchen Job sich jemand bewirbt», sagt Hellmut Meinhof. Er leitet das Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO) der Bundesagentur für Arbeit.

Zum einen gibt es Berufe, die die Infrastruktur einer solchen Organisation aufrechterhalten, etwa in der IT, Logistik, Buchhaltung und im Personalmanagement. Zum anderen gibt es Stellen, die an der Entwicklung, Koordination und Umsetzung von konkreten Projekten beteiligt sind.

Fachwissen von Forstwissenschaft bis Kriminologie

«Welche Fähigkeiten innerhalb dieser Projekte gefragt sind, orientiert sich an den Zielsetzungen der jeweiligen Organisation», sagt Anna von Behr. Sie ist Managerin für Karriereentwicklung und Alumni-Arbeit an der Hertie School of Governance in Berlin.

So werden nicht nur Experten für internationale Beziehungen, Diplomatie und Konfliktmanagement gesucht. Bei Organisationen, die sich etwa mit Umweltschutz auseinandersetzen, arbeiten auch Spezialisten aus Forstwissenschaft, Architektur und Chemie. Interpol oder Europol brauchen dagegen eher Fachleute aus der Kriminologie.

Neben einem Masterabschluss und Berufserfahrung wird von Bewerbern organisationsübergreifend verlangt, dass sie mehrere Sprachen sprechen und mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zusammenarbeiten können. So wird häufig neben der Muttersprache und Englisch noch eine weitere der sechs UN-Sprachen wie beispielsweise Russisch, Arabisch oder Französisch erwartet. Zudem sind Auslandsaufenthalte und andere interkulturelle Qualifikationen hilfreich.

Über Netzwerke an den Job

Auch die Fähigkeit zu netzwerken, ist nicht zu unterschätzen. Wer ein gutes, großes Netzwerk hat, der bekommt eher Jobangebote weitergeleitet. «Erste Kontakte können beispielsweise im Studium zu Kommilitonen mit ähnlichen Karrierezielen und - ganz wichtig - bei Praktika geknüpft werden», sagt von Behr.

Daniel Krull, Koordinator für Internationale Personalpolitik beim Auswärtigen Amt, weist zudem auf die jährliche Karrieremesse für Berufseinsteiger hin, bei der sich Interessenten und internationale Organisationen kennenlernen können. Die nächste Messe findet im Januar 2021 statt, voraussichtlich dann in einem virtuellen Format.

Auf dem Stellenportal Jobs-IO des Auswärtigen Amts finden Interessierte Ausschreibungen von unterschiedlichen Organisationen für sämtliche Qualifikationsstufen. Das JPO-Programm vermittelt deutsche Nachwuchskräfte an die UN und Unterorganisationen.

Einsteiger brauchen Durchhaltevermögen

Gerade am Anfang können die Arbeitsbedingungen bei Internationalen Organisationen hart sein. «Es gibt oft wenig berechenbare Strukturen. Solange man noch keinen festen Vertrag hat, muss man sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten durcharbeiten», sagt Meinhof. «Manchmal ist dann auch nach ein paar Jahren freiwillig oder unfreiwillig Schluss, es ergeben sich attraktive Alternativen oder man wechselt wieder in den nationalen Kontext.»

Außerdem wird viel Flexibilität erwartet. Es gibt zwar Jobs in den Zentralen der IOs, bei denen beispielsweise UN-Mitarbeiter längere Zeit in New York, Genf, Wien oder Rom arbeiten können.

Von Kontinent zu Kontinent?

Wer jedoch direkt vor Ort an den Projekten arbeitet, der wechselt mit dem Projekt auch meist den Wohnort, nicht selten sogar den Kontinent. «Das ist in manchen Ländern schwer mit einer Familie zu vereinen», gibt Meinhof zu. Wer aber flexibel ist und sich von klassischen Vorstellungen von Familienalltag verabschiedet, kann Lösungen finden.

Denn natürlich können die Jobwechsel und Umzüge auch ihren Reiz haben, wenn man spannende Menschen trifft und andere Kulturen kennenlernt. Dabei würden auch die eigenen Wertvorstellungen auf den Prüfstand gestellt. «Man muss sich von der Idee verabschieden, dass die eigene, deutsche Arbeitsweise die einzig richtige ist. Wer offen für Neues ist, der wird das Andere dann nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung begreifen», so Meinhof.

© dpa-infocom, dpa:201002-99-801778/3

Veröffentlicht am:
05. 10. 2020
04:44 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
05. 10. 2020
04:44 Uhr



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