Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Die goldenen Regeln für gelungenes Feedback

Die meisten wollen es, aber den wenigsten gelingt es: konstruktives Feedback geben. Zu schnell kochen die Emotionen hoch. Wie geht's besser? Eine Anleitung in fünf Schritten.



Zeit und Ort richtig wählen
Wer Kollegen Feedback geben will, sollte darauf achten, Zeit und Ort des Gesprächs richtig zu wählen.   Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Gutes Feedback zu geben, gehört wohl zu den Königsdisziplinen im Arbeitsleben. Doch zwischen Alltag, Termindruck oder Emotionen laufen so manche Gespräche zwischen Kollegen und Mitarbeitern aus dem Ruder. Aber wie geht konstruktive Kritik, ohne Gefühle zu verletzen?

- Feedback planen: Gespräche zwischen Tür und Angel, emotionsgeladene Monologe oder der Plausch in der dunklen Kaffee-Ecke eignen sich selten als konstruktives Feedback. «Gesprächsatmosphäre, Kontext und Zeitpunkt ist das, was die meisten Leute vergessen», sagt Wirtschaftspsychologin Eva Schulte-Austum.

Feedback sollte ihrer Empfehlung nach zeitnah erfolgen: Idealerweise direkt oder einen Tag später. «Drei Tage später ist die Erinnerung schon trügerisch.» Ein guter Zeitpunkt für Feedback-Gespräche kann der Nachmittag sein. Vor dem Mittagessen seien viele im Zuckerdefizit und «eher etwas griesgrämig», so Schulte-Austum.

Auch der Mediator Enno Gerdes warnt davor, dem Gegenüber impulsiv die Meinung ins Gesicht zu sagen: «Wenn ich sehr ärgerlich bin, ist es vielleicht besser, wenn ich mich erstmal ein paar Stunden beruhige oder eine Nacht darüber schlafe. Denn mit dieser Emotion bin ich gar nicht richtig handlungsfähig.» Sind die Gemüter beruhigt, lässt sich besser reflektieren - und das am besten im direkten Gespräch.

- Sachlich bleiben: Am Anfang sollte Schulte-Austum zufolge die eigene Wahrnehmung des Sachverhalts stehen, möglichst konkret und ohne Bewertungen. Das heißt aber nicht, der Kollegin ein «Du bist immer unpünktlich» entgegenzuschmettern. Besser ist dann: «Gestern Morgen warst du nicht um acht Uhr im Büro.»

Feedback, das gegen die eigene Person geht, sei schwer anzunehmen. Das Gegenüber verfalle schnell in einen Verteidigungsmodus und höre nicht mehr zu. Enno Gerdes empfiehlt, Wörter wie «immer» oder «schon wieder» im Feedback-Gespräch generell wegzulassen.

- Ich-Botschaften senden: Hat man dem Gegenüber mitgeteilt, um welche Beobachtung es geht, sollte man die eigene Empfindung vermitteln. «Ich sollte meinem Gesprächspartner erklären, was diese Beobachtung mit mir gemacht hat, welches Gefühl sie in mir ausgelöst hat und welches meiner Bedürfnisse nicht erfüllt wurde», erklärt Gerdes. Fühle ich mich wütend, enttäuscht oder zurückgesetzt, wenn der Kollege zu spät zum Meeting kommt? Und wenn ja, warum? Diese Frage gilt es zu klären.

«Wichtig ist, dass wir Ich-Botschaften senden, nicht vom Du oder man sprechen. Von man fühlt sich keiner angesprochen», gibt Schulte-Austum zu bedenken.

- Erwünschtes Verhalten benennen: «Wir sind gut darin zu sagen, was nicht gut läuft, aber vergessen oft zu sagen, wie es besser gehen soll», erklärt Schulte-Austum. Konkrete Lösungsvorschläge, wie die Zusammenarbeit künftig laufen soll, helfen dem Gegenüber aber, Kritik aufzunehmen. Am besten formuliert man diese Lösungsvorschläge als Bitte und nicht als Forderung, sagt Enno Gerdes.

- Vertrauen stärken: Grundsätzlich sollte man dem Gegenüber die Gelegenheit geben, sich zum Feedback zu äußern und Nachfragen zu stellen. «Vertrauen setzt an einer sehr sensiblen Stelle an: unserer Ehre», so Schulte-Austum. Wenn jemand Vertrauen schenkt, bemüht sich der andere auch, dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen.

Deshalb sollte bei Feedback-Gesprächen niemals Taktik, sondern immer Aufrichtigkeit im Spiel sein, findet Gerdes. Das stärke die Beziehung zum Gegenüber. Das gilt auch für positives Feedback - das im Alltag oft zu kurz kommt.

Veröffentlicht am:
23. 12. 2019
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Emotion und Gefühl Enttäuschung Gefahren Kritik Mitarbeiter und Personal Wirtschaftspsychologen Wut Ärger
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Prof. Dr. Bernd Marcus

13.01.2020

Was tun, wenn Kollegen gekündigt wird?

Betretenes Schweigen, subtile Schuldzuweisungen: Muss eine Kollegin gehen, überwiegt in der Belegschaft oft Unbeholfenheit. Wie geht es besser? » mehr

Buch

01.07.2019

So lernen Sie Arbeit richtig zu delegieren

Vor dem Urlaub jeden Abend länger bleiben und sich dann mit vierzehn Seiten Übergabe von den Kollegen verabschieden? Delegieren können viele nicht besonders gut. Es lässt sich aber lernen. » mehr

Maxi Weiss

04.11.2019

Teilzeit und Teamgeist schließen sich nicht aus

Zwischen schlechtem Gewissen, dem Gefühl benachteiligt zu werden und heimlichem Groll: Arbeiten Teilzeit- und Vollzeitkräfte im Team zusammen, können sich unterschwellig Konflikte aufbauen. Was hilft? » mehr

Klare Rollenverteilung

18.02.2019

So klappt die Zusammenarbeit im Team

Trittbrettfahrer und Cliquenbildung: Teamarbeit ist oft schwieriger, als es in der Theorie scheint. Damit die Gemeinschaftsarbeit Erfolg hat, kommt es vor allem auf die Zusammensetzung der Gruppen an - und auf die Ansage... » mehr

Timo Müller

04.10.2019

Was im Umgang mit aufbrausenden Kollegen hilft

Menschen, die bei der kleinsten Kleinigkeit aus der Haut fahren, können ihren Kollegen das Leben schwer machen. Warum aussitzen dann die falsche Strategie ist. » mehr

Bachelor, Master, Führungskraft?

12.08.2019

Wie viel ist bei der Karriere Zufall, wie viel Planung?

Master mit 23, die erste Führungsrolle mit 30, und Geschäftsführer mit 35: Kann und sollte man die Karriere so genau durchplanen? Nein, sagen Coaches und verraten, worauf es ankommt. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 12. 2019
04:53 Uhr



^