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Lohnt sich ein Vollstudium im Ausland?

Temporäre Studienaufenthalte im Ausland sind beliebt. Einige Studierende geben sich damit aber nicht zufrieden und möchten ihr ganzes Studium im Ausland absolvieren. Was ist dabei zu beachten?



Studium im Ausland
Blindflug: Wer zum Auslandsstudium zum Beispiel in die USA geht, kann sich den Studienort in der Regel nicht vorher ansehen.   Foto: Markus Hibbeler/dpa-tmn

Spanien, Frankreich, Großbritannien: Auslandsaufenthalte auf Zeit gehören mittlerweile für immer mehr Studierende zum Curriculum. Das zeigen etwa Daten , die der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) 2019 zusammengestellt hat.

Während ein Erasmus-Aufenthalt im Schnitt nach etwa fünf bis sechs Monaten wieder zu Ende ist, dauert ein Vollstudium im Ausland mehrere Jahre. Wer vor solch einer großen Überlegung steht, hat natürlich viele Fragen: Was ist bei der Planung zu berücksichtigen? Und ist der Aufenthalt wirklich vorteilhaft für den Jobeinstieg in Deutschland?

Klar ist: Ohne Vorbereitung geht es nicht. Besonders für ein Vollstudium im Ausland ist im Vorfeld viel zu regeln. Wolfgang Gairing vom DAAD empfiehlt Studierenden daher, bereits 12 bis 14 Monate vorher zu wissen, wohin es gehen soll.

Die Fristen und Unterlagen, die für eine Bewerbung nötig sind, unterschieden sich teilweise erheblich von denen für deutsche Hochschulen. In Großbritannien etwa müssen sich Interessierte dem Experten zufolge bereits im Januar bewerben - für angehende Bachelorstudierende bedeutet das viel Stress noch vor den Abiturprüfungen. Sprachzertifikate oder Eignungstest müssen in vielen Fällen ebenfalls vor Bewerbung oder Studienstart vorgelegt werden.

Besuch in der neuen Studienstadt wird schwierig

«Außerdem ist es viel schwieriger, sich über einen Studiengang oder Studienort im Ausland zu informieren», gibt Gairing zu bedenken. Wenn die Wunschuniversität in den USA, statt in der Heimat- oder Nachbarstadt liegt, kann man sich diese vorher nicht einfach anschauen. Ob sich Studierende am Campus wohlfühlen, welchen Eindruck die Hochschule macht - das bleibt dann womöglich bis zum Umzug offen.

Die Finanzen sind ein weiteres Thema für diejenigen, die für Bachelor oder Master ins Ausland wollen. So seien die Studiengebühren vor allem in den USA und Großbritannien enorm hoch, sagt Gairing. Hier würden auch Stipendien des DAAD die Kosten nicht vollständig decken. Ob sich das finanzielle Engagement später auszahlt, sei nicht immer abzuschätzen.

Das bestätigt Matthias Rauhut von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Die Reintegration in den deutschen Arbeitsmarkt könne mit einem Hochschulabschluss aus dem Ausland schwieriger verlaufen, als bei Absolventen, die einen deutschen Abschluss vorzuweisen haben.

«Man muss sich genau überlegen, warum man sein ganzes Studium im Ausland absolvieren möchte», so sein Rat. Wer beispielsweise seine berufliche oder private Zukunft im Zielland sieht, für den sei ein Vollstudium im Ausland kein Problem.

Anerkennung des Abschlusses prüfen

Falls man aber nach Deutschland zurückkommen möchte, seien einige Fallstricke zu beachten. So ist vorab zu prüfen, ob der Studienabschluss in Deutschland anerkannt wird. Das betrifft Rauhut zufolge insbesondere Studiengänge für staatlich regulierte Berufe, wie Arzt, Lehrer oder Anwalt, die in Deutschland mit einem Staatsexamen abgeschlossen werden.

Darüber hinaus seien Inhalte und Begriffe nicht eins-zu-eins übertragbar und für Arbeitgeber manchmal undurchsichtig. «Darum empfehlen wir, den Bachelor in Deutschland zu machen und dann den Master beispielsweise in Großbritannien», so der Berater.

Gairing weist darauf hin, dass es teils fachliche Unterschiede. «Während es in den Wirtschaftswissenschaften zum guten Ton gehört, international zu studieren, sind die Ingenieurwissenschaften in Deutschland eher standorttreu. Klassischerweise schätzen Arbeitgeber in Deutschland ausgebildete Ingenieure sehr.» Das jeweilige Studienfach stellt daher bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle.

Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
06:28 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
06:28 Uhr



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