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Der Weg in die Selbstständigkeit

Freiheit, Selbstbestimmung oder das große Geld: 2017 sagten laut Institut für Mittelstandsforschung deutschlandweit 381.000 Menschen «Ja» zur Selbstständigkeit. Doch wie gründet man eigentlich ein Unternehmen, und worauf muss man dabei achten?



Start-up gründen
Das eigene Start-up auf die Beine bringen: Für viele ist das ein Grund, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Dabei ist vor allem der Austausch mit anderen wichtig.   Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Das kleine Café in einer schnuckeligen Seitengasse oder das eigene Produkt im Supermarktregal - es sind Ziele und Träume wie diese, die Menschen dazu bewegen können, ein Unternehmen zu gründen. Doch Erfolg will geplant sein. Diese Tipps helfen dabei:

1. Die Idee

Die Geschäftsidee ist das Herzstück eines Unternehmens. Deshalb sollte sie auch kommuniziert werden. «Die Erfahrung zeigt, dass man die besten Ideen haben kann. Wenn man damit nur in seinem Kämmerlein bleibt, wird man aber oft betriebsblind», sagt Lars Mölbitz, Gründungsberater bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin .

Christine Benecke vom Gründungsnetzwerk Region Lüneburg, einer Initiative des Wirtschaftsforums Lüneburg, berichtet: «Viele fragen ihren Freundes- und Bekanntenkreis, und die finden die Geschäftsidee toll. Aber sie sind nicht die Zielgruppe. Manchmal bin ich die Erste, die als Fremde auf die Idee schaut und fragt: «Sind Sie sich sicher»?»

2. Beratung und Information

Eine Gründung ist immer individuell. Umso wichtiger ist es, sich gut auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Helfen können dabei Beratungsstellen oder Gründungsnetzwerke, die bei Genehmigungen, Zulassungen und Co. Rat geben können. «Ich glaube, es ist gut und hilfreich, sich einen Lotsen zu suchen, der einem durch die unbekannten Gewässer hilft», sagt Carsten Wille vom Gründungsservice der Leuphana Universität Lüneburg.

Lars Mölbitz von der IHK Berlin empfiehlt, etwa bei Messen oder während eines Praktikums Branchenkenntnisse zu sammeln. Auch kaufmännisches Wissen sei unerlässlich.

3. Der Businessplan

Er bereitet vielen Gründern Bauchschmerzen und gehört doch dazu: der Businessplan. Er ist Grundlage für jede finanzielle Unterstützung, die Gründer beantragen wollen. «Aber er ist auch wichtig, um sich das erste Mal ganz intensiv mit der Geschäftsidee zu beschäftigen», sagt Mölbitz. Im Businessplan werden alle Überlegungen, zum Beispiel zu den Zielen des Unternehmens, zur Konkurrenz oder zur Wirtschaftlichkeit, konkret auf Papier gebracht.

4. Finanzierung

Mit verschiedenen Finanzierungsmodellen können Gründer die Kosten für den Start als Unternehmer stemmen. Wer beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet und Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, kann sich auf einen Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit bewerben. Banken, Sparkassen und andere Kreditinstitute bieten ebenso wie Bund und Ländern unterschiedliche Darlehen an.

Eine weitere Möglichkeit: mit einem Crowdfunding-Projekt die Onlinecommunity um Unterstützung bitten. Vor allem für besonders innovative Geschäftsmodelle kann auch ein sogenannter Business Angel als Privatinvestor interessant sein, der als Gesellschafter ins Gründerteam einsteigt.

5. Gründen

Spätestens wenn die Finanzierung geklärt ist, sollten sich angehende Unternehmer um alle Formalien kümmern, die auf dem Weg in die Selbstständigkeit einzuhalten sind. Dazu können zum Beispiel Zulassungen und Genehmigungen gehören, etwa von der Handwerkskammer oder Berufsverbänden. «Und man muss immer daran denken, das Gewerbe auch anzumelden, das wird gerade bei Kapitalgesellschaften gerne mal vergessen», sagt Lars Mölbitz.

Veröffentlicht am:
26. 11. 2018
11:34 Uhr

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Autor

dpa

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26. 11. 2018
11:34 Uhr



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