Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

Wer bekommt eigentlich Aufstiegs-Bafög?

Lehrgänge, Prüfungen, Materialien und der Lebensunterhalt - wer sich beruflich weiterbildet, muss oft eine Menge Kosten stemmen. Da kann das Aufstiegs-Bafög weiterhelfen. Die Förderung gibt es nicht nur für Meister, verschiedene Voraussetzungen müssen jedoch erfüllt sein.



Aufstiegs-Bafög
Um Lebensunterhalt, Prüfungen und Materialien zu finanzieren, lohnt es sich, Aufstiegs-Bafög zu beantragen.   Foto: Ina Fassbender » zu den Bildern

Auch nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung investieren viele in die eigene Weiterbildung. Ein Maurer zum Beispiel, der seinen Meister macht, um später einmal seinen eigenen Betrieb zu führen.

Solche Fort- und Weiterbildungen wollen finanziert sein. Dabei kann das sogenannte Aufstiegs-Bafög helfen. Egal ob Meister, Erzieher, Techniker, Fach- oder Betriebswirt - das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFGB) unterstützt die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse. Vielen ist es noch als «Meister-Bafög» bekannt. Mit der neuen Bezeichnung fühlten sich aber mehr Menschen angesprochen, sagt Brigitte Seyfried vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Voraussetzungen für die Unterstützung

Wer hat Anspruch auf die Förderung? Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums ist das jeder, der zur Fortbildungsprüfung oder zur Fachschule zugelassen wird. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Häufig wird aber eine abgeschlossene Erstausbildung erwartet. Der angestrebte berufliche Abschluss muss außerdem über dem von Facharbeitern, Gesellen, Gehilfen und über dem Abschluss an einer Berufsfachschule liegen.

Seit 2016 können auch Bachelorabsolventen eine Förderung erhalten. Allerdings muss die Fortbildung selbst finanziert werden, um gefördert werden zu können.

Wer sich für eine Förderung interessiert, sollte auch beachten: Generell muss die Fortbildungsmaßnahme mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen, um gefördert zu werden, wie Birgit Szybalski von der Handwerkskammer Münster erklärt.

Aufstiegs-Bafög oft unerlässlich

Da man während einer Fortbildung in Vollzeit kein Geld verdiene, sei die Beantragung des Aufstiegs-Bafög aber auf jeden Fall sinnvoll, meint Szybalski. «Die Meistervorbereitung und -prüfung kann, je nach Gewerk, mehr als 10.000 Euro kosten.» Die wenigsten bekämen die Fortbildung ohne Bafög gestemmt.

Förderungsstruktur

Und was genau wird gefördert? Die Kosten für Lehrgänge und Prüfungen erhalten Geförderte zum Beispiel in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren - und zwar unabhängig von ihrem Einkommen und ihrem Vermögen. Die Grenze hierfür liegt bei 15.000 Euro. 40 Prozent der Förderung kommen als Zuschuss vom Land, bei den restlichen 60 Prozent handelt es sich um ein günstiges Darlehen vom Bund. Ebenso bekommen Geförderte eine Unterstützung für Materialkosten.

Wer seine Fortbildung in Vollzeit macht, kann außerdem einen Beitrag zum Lebensunterhalt erhalten. Die Höhe der Förderung hängt vom Einkommen und Vermögen. «Pro Monat können Alleinstehende bis zu 768 Euro erhalten», erklärt Birgit Szybalski.

Antragstellung

Und wo können Interessierte einen Antrag stellen? Das ist nicht in allen Bundesländern einheitlich geregelt. Meistens sind es die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten. Szybalski rät Interessierten, sich frühzeitig beraten zu lassen. Auch Unterstützung bei der Antragstellung sei durchaus sinnvoll. Das Formular könne schnell undurchschaubar werden.

Wer einen Antrag stellt, hat gute Chancen, gefördert zu werden. «Die Förderung für die Lehrgangskosten bekommt fast jeder, der eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen kann», sagt Birgit Szybalski. Auch die Förderung der Unterhaltungskosten sei oft drin, da diese nur vom eigenen Einkommen und Vermögen - und nicht wie beim Studierenden-Bafög von dem der Eltern - abhängig ist.

Service:

Mit dem Förderrechner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung können Antragsteller im Voraus ihren maximalen Förderanspruch ermitteln. Bei Fragen zu Förderbedingungen erhalten sie außerdem Informationen unter der kostenfreie Hotline 0800 6223634. Sie ist montags bis freitags von 8.00 bis 20.00 erreichbar.

Veröffentlicht am:
26. 11. 2018
11:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berufliche Ausbildung und Weiterbildung Besitz und Vermögen Bildungsabschluss Bundesministerium für Bildung und Forschung Förderung Lehrgänge Löhne und Einkommen Meister Weiterbildung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Berthold Hübers

12.11.2018

Lernen im Ausland: Was Azubis wissen müssen

In der Ausbildung ins Ausland gehen - das ist doch nur etwas für Studenten, oder? Von wegen! Auch für Lehrlinge gibt es diese Möglichkeit. Weit verbreitet ist das bislang aber noch nicht. » mehr

IT-Auszubildung

30.07.2018

Neue Wege zur digitalen Ausbildung

Auch die Berufsausbildung bleibt vom digitalen Wandel nicht unberührt. In diesem Jahr kann man sich erstmals zum Online-Händler ausbilden lassen. Experten wünschen sich mehr Mut zur Veränderung. » mehr

Julia Beck

20.02.2017

Als Azubi eine Zeit im Ausland lernen

Als Azubi einen Teil der Lehrzeit im Ausland verbringen? Viele haben davon noch nie gehört. Dabei ist das in allen Berufen möglich. Und teuer muss so ein Aufenthalt auch nicht sein. Experten auf der Bildungsmesse Didacta... » mehr

Meisterbrief

11.06.2018

Weiterbildung nach der Ausbildung

Fachwirt, Meister oder Fachkraft, staatlich oder öffentlich geprüft: Wer sich nach der Ausbildung weiterbilden will, wird schnell von der Flut verschiedener Möglichkeiten erschlagen. Einen Weg durch das Dickicht zu suche... » mehr

Hebammenwissenschaft

26.10.2018

Hebamme mit universitärem Bachelor-Abschluss

Hebammen trösten, motivieren und entscheiden bei Notfällen im Kreißsaal in wenigen Sekunden, was zu tun ist. Und das dank einer klassischen Berufsausbildung. Nun dürfen Geburtshelfer auch an die Uni. Ziel: fit fürs Ausla... » mehr

Erleichterung durch spezielles Equipment

12.10.2018

Arbeiten mit Rheuma ist in nahezu allen Berufen möglich

Rheuma beeinflusst den Alltag von Betroffenen stark. Das betrifft häufig auch den Job. Kein Grund aber, den Mut zu verlieren. Von der Anpassung des Arbeitsplatzes bis zu neuen Positionen im Unternehmen: Es gibt viele Opt... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
26. 11. 2018
11:34 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".