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Was Studienabbrecher bedenken müssen

Die Vorlesungen sind langweilig und die Seminare laufen auch nicht wie gewünscht - Studierende entscheiden sich nicht immer gleich für das richtige Fach. Was gilt es bei einem Abbruch zu beachten und was passiert mit Kindergeld, Bafög und Co.?



Studienabbruch
Langeweile im Hörsaal: Wer einfach kein Interesse für sein Studienfach aufbringen kann, sollte über einen Studienabbruch oder Fachwechsel nachdenken.   Foto: Jens Kalaene

Die Freude, zur Universität zu gehen, kann schnell verfliegen. Dann nämlich, wenn es keinen Spaß mehr macht, die Kurse zu besuchen. Anlaufschwierigkeiten kann es in einem Fach immer geben.

Wer sich aber über längere Zeit an der Hochschule quält, denkt womöglich über einen Studienabbruch oder Fachwechsel nach. Doch wie erkennen Studierende eigentlich, dass sie das falsche Fach gewählt haben? Und welche Konsequenzen hat ein Studienabbruch?

Was sind Indizien dafür, dass ein Fach nicht passt?

Die Gründe für einen Studienabbruch können sehr verschieden sein: Die Leistungen in den Klausuren entsprechen nicht den eigenen Erwartungen, die Bedingungen am Studienort gefallen nicht oder es steht einfach ein Neubeginn an. «Oft merken Studierende recht schnell, dass irgendetwas im gewählten Studiengang nicht passt», erzählt Cornelia Blum, Leiterin der Zentralen Studienberatung an der Technischen Universität Dresden. Zum Beispiel, wenn sie keine Motivation verspüren oder einfach kein Interesse an den Inhalten ihres Studiums aufbringen können.

Was können Studierende tun, wenn sie das Gefühl haben, das falsche Fach gewählt zu haben?

Für erste Fragen können Studenten zur Hochschulberatung gehen. Grundsätzlich ist es ratsam, die Flinte nicht zu früh ins Korn zu werfen. Bei schlechten Noten oder mangelhaften Leistungen sollten Studierende noch einmal durchdenken, ob sie wirklich alle Optionen ausgeschöpft haben. «Eine Veränderung des Lern- und Arbeitsverhaltens kann hier manchmal Wunder wirken, ebenso gezielte Nachhilfe», sagt Wilfried Schumann, Leiter des Psychologischen Beratungs-Service von Universität und Studentenwerk Oldenburg.



Wer feststellt, dass er wirklich kein Interesse für sein Studienfach hat, muss sich aber fragen, wie sehr er bereit ist, für seinen Traumberuf zu leiden. «Der Studienabschluss ist die Eintrittskarte in den gewünschten Beruf und dieser Umstand macht es leichter, die eine oder andere Kröte zu schlucken», erklärt Schumann. Studierende, die merken, dass der eingeschlagene Pfad absolut nicht passt, sollten entschlossen handeln und sich neu orientieren.

Kindergeld, Krankenversicherung und Bafög: Welche Konsequenzen hat ein Studienabbruch?

«Für das Kindergeld hat ein Studienabbruch keine Konsequenzen», erklärt Susanne Eikemeier von der Bundesagentur für Arbeit. Das Alter spielt aber eine Rolle: «Grundsätzlich können Kinder bis 25 Jahre Kindergeld bekommen, solange sie in Ausbildung oder im Studium sind», erklärt Eikemeier. Dabei ist es nicht entscheidend, ob es sich um das erste oder zweite Studium handelt.

Um nach einem Studienfachwechsel weiter Bafög zu erhalten, gibt es bestimmte Vorgaben einzuhalten. «Ab dem dritten Fachsemester muss ein sogenannter wichtiger Grund gegeben sein: mangelnde Eignung oder ein Neigungswandel», erklärt Wilfried Schumann.

Ab dem vierten Fachsemester oder bei einem zweiten Fachrichtungswechsel ist ein Student dazu verpflichtet, nachzuweisen, dass er keine andere Möglichkeit hatte, als das Studienfach zu wechseln. Auch ihrer Krankenversicherung müssen Studierende einen Studienabbruch melden. Bis zum 25. Lebensjahr bleiben sie im Regelfall in der Familienversicherung, danach müssen sie sich gesetzlich versichern.

Veröffentlicht am:
22. 10. 2018
05:09 Uhr

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dpa

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22. 10. 2018
05:09 Uhr



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