Lade Login-Box.
Corona Newsletter Gemeinsam handeln
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

So vermeidet man Fehlentscheidungen im Job

Eine falsche Entscheidung kann im Job hohe Kosten verursachen. Eine wichtige Investition zahlt sich nicht aus, oder eine Beförderung zieht an einem vorbei. Doch wie entscheidet man klug? Lässt sich das Risiko für Fehlentscheidungen minimieren?



Perspektivwechsel im Meeting
Fehlentscheidungen im Job können teuer werden. Um sie zu vermeiden, können Perspektivwechsel helfen. Manchmal reicht es schon, in einem Meeting einmal die Plätze zu tauschen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn  

Im Meeting die Meinung sagen oder lieber schweigen? Das Projekt übernehmen oder ablehnen? Der Arbeitsalltag verlangt einem immer wieder Entscheidungen ab. Bei einer solchen Wahl zwischen Alternativen besteht immer das Risiko einer Fehlentscheidung. Es lässt sich verringern.

Grundsätzlich ähnelt eine Entscheidung einer Pferdewette: Man wägt mögliche Szenarien gegeneinander ab, rechnet Wahrscheinlichkeiten aus und horcht vielleicht noch kurz, was der Bauch sagt, wie Buchautor und Berater Jochen Mai erklärt. Dann setzt man auf seinen Favoriten.

Entscheidungen wie zum Beispiel über den Kaffee in der Küche überlässt man in der Regel dem Bauch - eine emotionale Entscheidung, die so schnell geht, dass man sie kaum bemerkt. Sie basiert auf den bereits gesammelten Erfahrungen, wie Coach Gabriele Bringer vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen erklärt. «Solche Entscheidungen müssen nicht schlecht sein.» Nichtsdestotrotz hören die meisten im Job bei Entscheidungen etwa über Investitionen eher auf ihren Verstand. Das Abwägen von Argumenten und das Berechnen von Wahrscheinlichkeiten führt zu einer rationalen und begründbaren Entscheidung.

Im Arbeitsalltag kommen einige Faktoren erschwerend hinzu, sagt Bernd Slaghuis , Karrierecoach aus Köln. So müssen Beschäftigte Entscheidungen oft unter großem Zeitdruck treffen. Die möglichen Konsequenzen zu durchdenken oder noch gebrauchte Informationen zu sammeln, ist dann zeitlich oft nicht drin. Auch die Angst vor den Risiken und vor Fehlern kann eine Entscheidung beeinflussen.

Slaghuis empfiehlt daher einen Perspektivwechsel: So werden viele Entscheidungen in Meetings im immer gleichen Konferenzraum am u-förmigen Tisch getroffen. Um solche Routinen bewusst zu durchbrechen, kann es bereits helfen, andere Plätze einzunehmen, mal aufzustehen oder die Besprechung an einen unüblichen Ort zu verlegen.

Dieser Perspektivwechsel funktioniere auch bei einem selbst: Wer immer nur rationale Entscheidungen trifft, sollte lernen, auch auf seinen Bauch zu hören. Denn: «Eine gute Entscheidung ist immer eine Kombination aus Gefühl und Verstand», sagt Slaghuis.

Als alleinige Grundlage für eine Entscheidung kann und sollte das Bauchgefühl - gerade wenn es im Job darum geht, mit einer Innovation Neuland zu betreten - nicht dienen, wie Mai sagt. Helfen können Entscheidungstechniken wie zum Beispiel Pro- und Kontra-Listen. Hilfreich kann auch ein K.o.-System sein: Dabei treten, wie bei einem Fußballturnier in der K.o.-Runde, die Optionen gegeneinander an - die beste bleibt übrig. Oder man erstellt die sogenannte Benjamin-Franklin-Liste: Dabei notiert man nur die Pro-Argumente für die verschiedenen Alternativen. Dann werden Schulnoten für jedes Argument und die Durchschnittsnote jeder Alternative errechnet.

Bringer rät, das Ganze mit einem Vertrauten durchzusprechen. Das kann zum Beispiel der Partner oder ein Coach sein. Nicht, um einen Ratschlag zu bekommen. Sondern um möglicherweise logische Fehler aufzudecken und um das Problem und die Entscheidung für sich zu formulieren. «So denkt man nochmal intensiv darüber nach, welche Entscheidung man treffen will.»

Literatur:

Jochen Mai: Warum ich losging, um Milch zu kaufen, und mit einem Fahrrad nach Hause kam. dtv premium, Oktober 2016, 320 Seiten, ISBN-13: 978-3-423-26131-9, 16,90 Euro

Veröffentlicht am:
03. 04. 2017
05:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsalltag Berufsverbände Blogs Buchautorinnen und Buchautoren Dtv Gefahren Investitionen Psychologinnen und Psychologen Schulnoten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Dr. Ursula Engelfried-Rave

06.04.2020

Trauernde Kollegen begleiten

Wie kann die Belegschaft reagieren, wenn ein Mitarbeiter trauert? Rund um diese Frage gibt es viel Unsicherheit. Experten erklären, was angemessen ist - und was nicht. » mehr

Homeoffice mit Kinderbetreuung

20.03.2020

Wie sich Homeoffice mit Kindern anfühlt

Das Coronavirus sorgt dafür, dass viele Eltern nun sehr viel Zeit mit ihren Kindern verbringen - aber anders, als sie es sich immer gewünscht haben. Funktionieren Homeoffice und Erziehung parallel? Die neue Lebens- und A... » mehr

Wilfried Schumann

16.03.2020

Wenn aus Freunden Konkurrenten werden

Beim Geld hört die Freundschaft auf, besagt ein Sprichwort. Aber gilt das auch indirekt, nämlich dann, wenn Freunde oder gar Paare um einen Job konkurrieren? » mehr

Gute Laune

13.08.2018

Welche Aufgaben hat ein Feelgood-Manager?

Immer mehr Firmen setzen auf Mitarbeiter, die eine Wohlfühlatmosphäre schaffen sollen. Sie heißen Feelgood-Manager, Corporate Culture Coordinator oder Well-Being-Beauftragte. Doch was genau macht ein Feelgood-Manager eig... » mehr

Isabel Schürmann

11.11.2019

Wie das Praktikum zum Erfolg wird

Egal, ob Schüler oder Student: Praktika gehören meist zur Ausbildung dazu. Wer gewisse Regeln beachtet, kann die Zeit als gute Chance für den Einstieg in den Beruf nutzen. » mehr

Absprache

21.10.2019

Das Einmaleins für Freelancer

Sich unvorbereitet selbstständig machen, kann eigentlich nur schiefgehen. Wer bestimmte Grundregeln befolgt, entgeht aber den größten Fallstricken. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
03. 04. 2017
05:10 Uhr



^