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Vorab-Recherche zahlt sich bei Initiativbewerbungen aus

Eine Initiativbewerbung, wenn der Arbeitsmarkt schwächelt - ergibt das überhaupt Sinn? Ja, aber am besten nur nach gründlicher Recherche, sagt ein Experte und erklärt, wie es funktioniert.



Ein Schreibtisch mit Bewerbungsmappen und einem Notebook.
Baut ein Unternehmen gerade Abteilungen aus, kann es sich lohnen, früh eine Initiativbewerbung zu platzieren.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie schreiben Unternehmen weniger Stellen aus. Wer auf Jobsuche ist, kann sich aber auch initiativ bewerben. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, sollten Bewerber Zeit in die Recherche investieren.

So können zum Beispiel Medien und Nachrichten helfen, erklärt Stefan Gerth vom Bewerbungsservice «Die Bewerbungsschreiber» in Bochum. Wenn man über die Presse etwa von einer Standorterweiterung erfährt, lohne es sich, frühzeitig eine Bewerbung zu platzieren.

Auch in der aktuellen Krise könne man sich informieren, welche Unternehmen profitiert haben, und zum Beispiel Bereiche und Abteilungen vergrößern. Jobmessen, derzeit eher virtuell, oder das eigene Netzwerk können ebenfalls wichtige Informationsquellen sein.

Für Azubis und Einsteiger eher nicht das Richtige

Auf der anderen Seite gilt natürlich: Geht das Wunschunternehmen durch schwierige Zeiten oder hat gar einen Einstellungsstopp verkündet, sollten Jobsuchende von einer Initiativbewerbung absehen. Die hat dann wenig Aussicht auf Erfolg.

Ob eine Initiativbewerbung wirklich erfolgreich ist, hängt auch davon ab, auf welche Stelle man sich bewirbt. «Bei Ausbildungen und Berufseinsteigern sind die Chancen eher geringer», erklärt Gerth. Unternehmen hätten da meist sehr konkrete Vorstellungen.

Die Initiativbewerbung aber muss Begehrlichkeiten wecken, damit eine entsprechende Position geschaffen wird. Daher seien Qualifikationen, Erfahrungen und Erfolge besonders wichtig - die Einsteiger noch nicht mitbringen.

Erfahrung im Aufbau von Unternehmen gefragt

Für Praktika oder Studententätigkeiten würden Stellen meist dauerhaft ausgeschrieben. Interessenten sollten zuerst prüfen, ob eine Stelle ausgeschrieben ist. Praktikanten können sich laut Gerth aber immer initiativ bewerben, da sie für das Unternehmen kostengünstiger sind und doch einen wichtigen Beitrag leisten können.

Die größten Erfolgschancen haben wohl Bewerber und Bewerberinnen für Führungspositionen. Viele Stellen würden über den verdeckten Arbeitsmarkt, also über persönliche Netzwerke, und über Recruiter vergeben. Es kann also gut sein, dass es Vakanzen im Unternehmen gibt, ohne dass diese Jobs ausgeschrieben werden.

Besonders wenn Unternehmen im Aufbau oder Wiederaufbau sind, seien Erfahrungen der Bewerber aus ähnlichen Situationen von Vorteil. Idealerweise hat man zuvor bereits Führungserfahrung gesammelt.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2020
14:59 Uhr

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