Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

 

Mehr Arbeit und weniger Lohn in Ostdeutschland

Beim Arbeitsmarkt in Deutschland gibt es weiter eine unsichtbare Grenze - zwischen Ost- und Westdeutschland. Das zeigt sich nicht nur beim Einkommen.



Lohnunterschiede
Die Löhne in Ostdeutschland sind noch immer deutlich niedriger als in Westdeutschland. Das belegen Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.   Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Beschäftigte in Ostdeutschland verdienen weniger und arbeiten länger als die Arbeitnehmer in Westdeutschland. Das geht aus Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder hervor, die die Linken im Bundestag ausgewertet haben.

So leisteten in Ostdeutschland Arbeitnehmer zuletzt über alle Wirtschaftsbereiche hinweg pro Jahr 63 Arbeitsstunden mehr als die Arbeitnehmer in Westdeutschland. In Ostdeutschland kamen demnach im Jahr 2018 1390 Arbeitsstunden auf einen Arbeitnehmer - in Westdeutschland 1327. Im verarbeitenden Gewerbe waren es im Jahr 2018 1433 geleistete Arbeitsstunden je Arbeitnehmer im Westen und 1486 im Osten - somit im Osten 53 mehr.

Niedrigere Löhne in Ostdeutschland

Die Bruttomonatsverdienste im produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich liegen in Ostdeutschland mit durchschnittlich 2833 Euro immer noch deutlich niedriger als die in Westdeutschland. Hier sind es 3371 Euro. Diese Zahl stammt von Ende 2019 und zeigt die Lage bei Vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmern. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Unterschied mit 3073 Euro im Osten und 4322 Euro im Westen noch größer.

Die Linken-Abgeordnete Sabine Zimmermann, die die Daten ausgewertet hat, sagte der dpa: «Die Spaltung am Arbeitsmarkt hält auch 30 Jahre nach der Wende an.» Zimmermann unterstützte die Forderungen der Gewerkschaften in den Tarifrunden, etwa für die Metall- und Elektroindustrie in Ostdeutschland.

Arbeitnehmervertreter fordern Angleichung

«Im Osten wird durchschnittlich deutlich weniger verdient, in vielen Fällen auch bei gleicher Tätigkeit», sagte Zimmermann. «Ein wesentlicher Schlüssel für die weitere Angleichung ist die Stärkung von Tarifverträgen und Tarifbindung, die im Osten deutlich schwächer als im Westen ist.» Die Bundesregierung müsse sich für eine höhere Tarifbindung einsetzen, insbesondere durch verbesserte Regelungen zur Erklärung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen.

Die Gewerkschaften verdienten in ihrem Kampf um gleiche Arbeitsbedingungen volle Unterstützung. So sei die Forderung der IG Metall berechtigt, in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie die um drei Stunden längere Wochenarbeitszeit auf die in Westdeutschland geltende 35-Stundenwoche abzusenken.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 03. 2020
10:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeit und Beruf Arbeitsbedingungen Arbeitsmarkt Daten und Datentechnik Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag IG Metall Löhne und Einkommen Produktion und Herstellung Sabine Zimmermann Tarifverträge Verarbeitende Industrie Wirtschaftsbranche Elektronik und Elektrotechnik
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau

06.03.2020

Wie unterschiedlich Frauen verdienen

Es geht um Beträge in vierstelliger Größenordnung: So groß sind die bundesweiten Unterschiede beim Einkommen zwischen den Regionen. Eine Konstante allerdings gibt es - Frauen verdienen im Mittel weniger als Männer. » mehr

Einkommen von Müttern

22.06.2020

Mütter verdienen deutlich weniger als kinderlose Frauen

Nicht nur zwischen Männern und Frauen bestehen weiterhin große Unterschiede beim Einkommen. Eine Studie zeigt: Auch zwischen kinderlosen Frauen und Müttern tut sich eine Kluft auf. » mehr

Kurzarbeitergeld

18.08.2020

Corona-Krise: Erwerbstätigenzahl und Arbeitsvolumen sinken

Wegen Corona ist die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal heftig eingebrochen. Doch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt blieben wegen eines bereits bewährten Puffers bislang moderat. » mehr

Weniger Minijobber im Gastgewerbe

01.10.2020

Minijobs in Gaststätten fallen besonders oft weg

Mit den Einschränkungen in der Corona-Krise vor allem Frühjahr ist die Zahl geringfügig Beschäftigter deutlich zurückgegangen. Minijobs sind oft die ersten, die in der Krise wegbrechen. In bestimmten Branchen sind es bes... » mehr

Ab 55

27.04.2020

Was Arbeitnehmer bei der Altersteilzeit beachten sollten

Altersteilzeit kann für ältere Arbeitnehmer eine Option sein, schrittweise aus dem Job auszusteigen. Allerdings muss der Arbeitgeber mitspielen. Und eines sollten Interessierte auf jeden Fall prüfen. » mehr

Löhne von Azubis

20.07.2020

Azubi-Gehälter klaffen weit auseinander

Wenn es ums Geld geht, ist Ausbildung nicht gleich Ausbildung: Azubis verdienen je nach Branche und Region extrem unterschiedlich. Corona dürfe diese Gräben nicht noch verschärfen - so die Forderung von Experten. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 03. 2020
10:59 Uhr



^