Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagtCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFolgen Sie uns auf Instagram

 

Mehrheit aufgeschlossen für neue Arbeitswelt

Der durch die Digitalisierung veränderten Arbeitswelt steht eine große Mehrheit der Berufstätigen in Deutschland durchaus offen gegenüber. Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice und flache Hierarchien gehören zu den großen Erwartungen, wie eine Studie zeigt.



Homeoffice
Viele Menschen in Deutschland erhoffen sich durch die Digitalisierung eine Chance auf Homeoffice und flexibleren Arbeitszeiten.   Foto: Daniel Naupold

Eine große Mehrheit der Berufstätigen in Deutschland (92 Prozent) ist einer Umfrage des Bitkom zufolge aufgeschlossen für neue Arbeitskonzepte. Demnach lehnen lediglich sechs Prozent der Befragten sogenannte «New-Work»-Konzepte ab. Der Digitalisierung komme dabei eine wesentliche Bedeutung zu.

«Digitale Technologien ermöglichen mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten, ohne an feste Zeiten und Orte gebunden zu sein», sagte Achim Berg, der Präsident des Digitalverbands, am Mittwoch in Berlin.

Dabei rechneten 55 Prozent der Befragten damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis zum Jahr 2030 durch neue Technologien verändern werde. Sorge um den Arbeitsplatz hätten hingegen mit acht Prozent nur wenige. «Zweidrittel verstehen Digitalisierung als Chance», sagte Berg. Laut Studie sehen 78 Prozent der Befragten digitale Technologien als unerlässlich an, 67 Prozent werden durch sie motiviert und für 62 Prozent machen sie die Arbeit produktiver.

Doch bei aller Digitalisierung gibt es auch Kritik. So stört es 34 Prozent der Befragten, dass die Technologien oft nicht funktionieren wie sie sollten. Zu viele Informationen auf zu vielen Kanälen bemängeln 23 Prozent. Und unter Stress gesetzt fühlen sich 11 Prozent der Befragten.

Wie der Bitkom ermittelte, setzen sich auch neue Raumkonzepte in den Büros allmählich durch. So verfügten drei von zehn abhängig Beschäftigte am Arbeitsplatz über Rückzugsmöglichkeiten zum konzentrierten Arbeiten. Das Einzelbüro sei dagegen nicht mehr Standard, nur noch ein Viertel (27 Prozent) arbeite allein in seinem Raum. 37 Prozent arbeiten mit bis zu vier Kollegen in einem Zimmer, 22 Prozent in einem Großraum.

Dieser sei jedoch umstritten. So hielten zwar 66 Prozent das Großraumbüro gut für die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern oder einen stärkeren Zusammenhalt im Team (45 Prozent), 56 Prozent sehen dagegen mehr soziale Kontrolle sowie eine stärkere Ablenkung und sinkende Produktivität (48 Prozent).

Selbstbestimmtes Arbeiten, freie Einteilung der Arbeitszeit und Selbstverwirklichung gehören zu den wichtigsten Wünschen der Arbeitnehmer an «New Work». So wünschen sich 96 Prozent, dadurch die eigene Arbeitszeit frei einteilen zu können. Aber auch die Bedeutung einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen zu können, rangiert mit 94 Prozent der Befragten ganz oben auf der Liste. Und 93 Prozent erhoffen sich flachere Hierarchien.

Für die Ausgestaltung selbstbestimmter sowie zeit- und ortsunabhängiger Arbeitsprozesse bedürfe es jedoch auch moderner Gesetze, sagte der Johannes Vogel, Sprecher für Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der FDP-Bundestagsfraktion. Dazu gehöre ein neues Arbeitszeitgesetz, «das mehr flexible Einteilung am Tag und unter der Woche ermöglicht». Auch ein Recht auf Homeoffice nach niederländischem Vorbild fordert Vogel ein.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeit und Beruf Arbeitsmarkt Arbeitsplätze Arbeitsprozesse Arbeitszeit Arbeitszeitgesetz Berufstätige Johannes Vogel Mitarbeiter und Personal Rentenpolitik Umfragen und Befragungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Bewegung im Arbeitsalltag

21.07.2020

So bleiben Sie im Arbeitsalltag beweglich

Fehlende Bewegung wirkt sich negativ auf die Produktivität und auf die körperliche Gesundheit aus. Aber wie bleibt man im Arbeitsalltag fit? » mehr

Zeit fürs Leben

23.03.2020

Tipps für das Arbeitszeitmodell Vier-Tage-Woche

Vier Tage arbeiten, drei Tage frei: Von einem solchen Arbeitszeitmodell erhoffen sich viele Beschäftigte eine bessere Work-Life-Balance. Möglich ist das sogar ohne die Inanspruchnahme von Teilzeit. » mehr

Homeoffice

14.08.2019

Homeoffice in Absprache mit Chef testen

Mehr Freizeit, mehr Freiheit - das Homeoffice bietet viele Vorteile. Doch nicht jeder Chef ist von diesem Model begeistert. Gute Argumente und der Vorschlag einer Testphase können jedoch dabei helfen, den Vorgesetzten zu... » mehr

Deligieren

01.07.2019

So lernen Sie Arbeit richtig zu delegieren

Vor dem Urlaub jeden Abend länger bleiben und sich dann mit vierzehn Seiten Übergabe von den Kollegen verabschieden? Delegieren können viele nicht besonders gut. Es lässt sich aber lernen. » mehr

Im Homeoffice

26.06.2020

Was von «Homeoffice für alle» bleiben kann

Technik, Datenschutz, Absprachen: Remote-Arbeit konnte sich vor Corona in Deutschland nie richtig durchsetzen. Wie lassen sich die guten Seiten vom Homeoffice jetzt in den Arbeitsalltag integrieren? » mehr

Arbeitsvertrag

03.07.2020

Wann schlägt die Betriebsvereinbarung den Arbeitsvertrag?

Wichtige Aspekte rund um den Job sind im Arbeitsvertrag geregelt. Daneben gibt es noch die Betriebsvereinbarung. Doch die Regelungen können sich widersprechen - und dann wird es knifflig. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 09. 2019
17:09 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.