Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Regeln für Homeoffice-Arbeit vertraglich festhalten

Eltern verwenden im Homeoffice oft mehr Zeit für ihren Job als im Betrieb. Das ergab eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Wer sich dennoch für das Arbeiten von zu Hause entscheidet, sollte mit seinem Chef klare Regeln vereinbaren.



Arbeit im Homeoffice
Arbeitnehmer, die auch von zu Hause aus arbeiten, sollten dazu einen Vertrag mit ihrem Arbeitgeber aufsetzen.   Foto: Daniel Naupold

Arbeitnehmer sollten Regeln für die Arbeit im Homeoffice in einem Vertrag mit ihrem Chef festhalten. Das kann helfen, Streit mit dem Arbeitgeber zu vermeiden. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin.

In einer solchen Vereinbarung können die Beteiligten zum Beispiel festlegen, welche Technik der Arbeitnehmer im Homeoffice benötigt und wer für die Kosten aufkommt. Nutzt der Angestellte auf Verlangen seines Arbeitgebers die eigene Wohnung für Telearbeit, hat er eventuell Anspruch auf Aufwandsersatz.

Weitere Aspekte der Telearbeit, die es vertraglich zu klären gilt, können zum Beispiel der Umgang mit technischen Störungen, Regelungen zum Datenschutz oder die Pflichten im Krankheitsfall sein.

Mütter und Väter mit flexiblen Arbeitszeiten oder Homeoffice arbeiten laut einer Studie für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung länger als Eltern mit fester Anwesenheit im Betrieb. Väter machten bei völlig freier Arbeitszeitgestaltung durchschnittlich vier Überstunden in der Woche, Mütter arbeiteten eine knappe Stunde länger, schreibt die Arbeitszeitforscherin Yvonne Lott in ihrer vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Böckler-Stiftung veröffentlichten Untersuchung. Lott hat Daten des sozio-ökonomischen Panels, einer repräsentativen Befragung von rund 30.000 Bundesbürgern ausgewertet.

Ungeachtet der insgesamt längeren Arbeitszeit nutzten Mütter flexible Arbeitszeiten vor allem, um ihre Kinder länger betreuen zu können, hieß es weiter. Bei Vätern spiele das kaum eine Rolle. Lott erläuterte dies am Beispiel Homeoffice: Mütter, die von Zuhause aus arbeiten, bringen demnach pro Woche drei Stunden mehr für die Kinderbetreuung auf als Mütter, die im Betrieb arbeiten. Zugleich machten sie eine zusätzliche Überstunde in der Woche. Väter im Homeoffice machten pro Woche zwei Überstunden mehr als Väter ohne Heimarbeit, sie nähmen sich aber nicht mehr Zeit für die Kinder.

Die SPD macht derzeit in der Bundesregierung Druck für ein Recht auf Homeoffice für die Arbeitnehmer in Deutschland. Sie stößt dabei allerdings auf entschiedenen Widerstand in der Union und bei den Arbeitgebern.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
10:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitnehmer Arbeitszeit Mütter Rechtsanwaltskammern SPD Sozioökonomie Unternehmen Verträge und Abkommen Väter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mensch am Schreibtisch

04.12.2019

Arbeitgeber muss Teilzeit mit Ferienpause nicht zustimmen

Möchte ein Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduzieren, muss der Arbeitgeber seine Wünsche in der Regel berücksichtigen. Aber kann man Teilzeit so beantragen, dass man im August komplett frei hat? » mehr

Polizeiuniform

14.01.2020

Anlegen der Arbeitskleidung kann zur Arbeitszeit zählen

Was ist Freizeit, was ist Arbeitszeit? Darüber streiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer wieder. Dienstkleidung anzulegen, kann zur Arbeitszeit zählen - unter bestimmten Voraussetzungen. » mehr

Eine Frau trägt mehrere Aktenordner

05.12.2019

Jeder Vierte schafft seine Arbeit nicht

Eigentlich ist schon lange Feierabend - doch die To-Do-Liste will einfach nicht kürzer werden. So geht es vielen Angestellten regelmäßig. Wie gefährlich ist die Dauer-Überlastung? » mehr

Mitarbeiterin in der Elternzeit

05.09.2019

So bleiben Sie in der Elternzeit sichtbar

Wer in Elternzeit geht, ist erst einmal raus aus dem Geschehen am Arbeitsplatz. Das kann sich schlecht auf die berufliche Zukunft auswirken. Was eine Jobexpertin daher Müttern und Vätern empfiehlt. » mehr

«Lydecca»

09.12.2019

So klappt Jobsharing in der Praxis

Die 40-Stunden-Woche passt immer weniger in die Lebenskonzepte der Menschen. Jobsharing ist ein Modell, um das aufzufangen. Drei Tandems erzählen, worauf es bei Planung und Umsetzung ankommt. » mehr

Brückenteilzeit

06.05.2019

Was bei der Brückenteilzeit zu beachten ist

Einmal Teilzeit, immer Teilzeit - viele Arbeitnehmer mit reduzierter Arbeitszeit kennen sie: die Teilzeitfalle. Dank der neuen Brückenteilzeit soll nun Schluss sein mit dem Freiraum wider Willen. Für wen eignet sich das ... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
10:17 Uhr



^