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Warum sich auch Ältere weiterbilden sollten

Auch erfahrene Beschäftigte können noch dazulernen. Und manchmal müssen sie es sogar, wenn sie in ihrem Job bestehen wollen. Das Geburtsdatum im Ausweis darf aus Expertensicht nicht als Ausrede herhalten.



Weiterbildung
Im Zuge der Digitalisierung sind viele Jobs im Wandel - auch Ältere müssen sich daher stets weiterbilden, um den Anschluss nicht zu verlieren.   Foto: Sebastian Gollnow

Viele Jobs sind im Wandel - nicht nur durch die Digitalisierung. Gerade ältere Beschäftigte kann das verunsichern. Sie stellen sich oft die Frage: Bin ich nicht zu alt, um noch etwas Neues dazuzulernen?

«Grundsätzlich nein», sagt Paul Ebsen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Er war dort mehrere Jahre lang Weiterbildungsberater. Für ihn sind zwei andere Punkte entscheidend: die Motivation des Einzelnen und die beruflichen Umstände.

Wenn einem der Beruf Spaß macht, ist die Motivation gegeben, sich auch auf den neuesten Stand zu bringen. Anders sehe es bei jenen aus, die sich schon innerlich aus dem Job verabschiedet haben, so Ebsen.

Ältere Mitarbeiter können auch verunsichert sein, ob der Chef überhaupt noch in sie investieren möchte. Sie sollten ihren eigenen Wert für das Unternehmen aber nicht unterschätzen. Fachkräfte seien händeringend gesucht, betont Ebsen. Viele Firmen wollen das Wissen ihrer erfahrenen Beschäftigten nutzen. Und so lässt sich gegenüber seinem Vorgesetzten mit Überzeugung argumentieren: «Ich möchte die Fortbildung machen und nutze dem Betrieb dann noch mehr.»

In der späten Phase des Berufslebens kommt ein Vorteil hinzu: Die Familienphase ist meist vorbei, die Kinder aus dem Haus. So bleibt mehr Zeit, sich mit neuen Job-Themen zu beschäftigen. Ob das gelingt, hängt noch von einem anderen Faktor ab: Wer sich nach der Ausbildung oder dem Studium immer mal wieder weitergebildet hat, wird das ohne große Probleme angehen können. Wer aber seit Anfang 20 nichts mehr gemacht hat, muss eventuell zunächst das Lernen neu lernen. «Da müsste man wohl Vorbereitungen treffen», sagt Ebsen.

Dass auch Ältere sich weiterbilden, wird als Thema seiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren wichtiger werden - vor allem vor dem Hintergrund der umfassenden Digitalisierung in vielen Bereichen. Es werden viele Arbeitsplätze wegfallen, es entstehen aber auch viele neue, allerdings mit anderen Inhalten, wie Ebsen erklärt. «Man muss ständig auf dem Laufenden sein.»

Manchen fehlt auch eine Idee, welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt. Abhilfe will der der Deutsche Weiterbildungstag schaffen. Rund um den Tag (26. September) gibt es bundesweit Veranstaltungen - etwa Bildungsmessen und Workshops. Viele davon sind kostenlos. Die Website www.deutscher-weiterbildungstag.de bietet einen Überblick.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet für ältere Arbeitnehmer spezielle Fördermöglichkeiten . Im Rahmen des Programms WeGebAU werden etwa für Arbeitnehmer in Unternehmen mit 10 bis 249 Mitarbeitern, die zum Weiterbildungsstart 45 Jahre oder älter sind, bis zu 75 Prozent der Kosten übernommen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 09. 2018
15:54 Uhr

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14. 09. 2018
15:54 Uhr



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