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Die Bio-Verkäuferin: Ohne Verpackung und mit Vertrauen

«Wie arbeiten Sie denn?» - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist kaum ein Job langweilig. Diesen Monat: drei Fragen an eine Bio-Verkäuferin.



Bio-Verkäuferin Meike Schulzig
Keine Verpackung, kein Plastik: Meike Schulzig in ihrem Bio-Supermarkt in Münster.   Foto: Kristin Kruthaup/dpa-tmn

Ein ganz normaler Supermarkt ist das Geschäft von Meike Schulzik nicht. Denn in ihrem Bio-Supermarkt in Münster verzichtet die 39-Jährige vollständig auf Verpackungen - so können ihre Kunden Müll sparen.

Auf den ersten Blick funktioniert ihr Job trotzdem so wie in anderen Supermärkten: Sie sucht Lieferanten aus, tätigt Bestellungen und steht oft selbst hinter der Kasse. Im Detail zeigen sich aber doch einige Unterschiede. Ein Gespräch über das Leben als Verkäuferin ohne Verpackungen:

Was war das Merkwürdigste, was ein Kunde je an die Kasse gelegt hat?

Wir haben schon so vieles erlebt. Da muss ich echt überlegen. Man kann ja in unserem Laden bei allen Produkten die Menge selbst wählen. So haben wir manchmal Kunden, die kaufen nur ein Lorbeerblatt - oder sie nehmen zwei Eier und stecken sie danach einfach in die Jackentasche. Da muss ich immer ein bisschen schmunzeln.

Bei welchen Kundenanfragen fällt es schwer, ruhig zu bleiben?

In unserem Laden gibt es fast ausschließlich Waren, die Bioqualität haben. Es gibt Kunden, die glauben, sie könnten Bioqualität zu Discounterpreisen kaufen. Ein Beispiel: Bei uns kostet ein Liter Milch gerade 1,85 Euro - das schwankt immer etwas. Beim Discounter geht das natürlich deutlich billiger. Dann waren hier schon Leute, die mir Betrug am Kunden vorwerfen und sagen, ich würde alles in die eigene Tasche wirtschaften. Das war am Anfang schwer auszuhalten. Aber es ist zum Glück auch sehr selten.

Wie merken Sie sich eigentlich die ganzen Artikelnummern von den Produkten für die Kasse?

Wir haben bei unserer Kasse zum Glück keine Artikelnummern mehr - sondern der Computer schlägt einem Produkte vor und man kann dann auswählen. Das ist aber auch immer gar nicht so leicht: Wir haben inzwischen 1400 Produkte im Angebot. Oft kann man nicht erkennen, was der Kunde gekauft hat. Basmati- oder Langkornreis, Bärlauch oder Basilikum. Der Kunde füllt bei uns ja alles in Behälter ab. Die Produkte sehen mitunter sehr ähnlich aus - es gibt ja keine Verpackung, auf der steht, was drin ist. In so einer Situation vertrauen wir dann darauf, dass der Kunde ehrlich sagt, was er gekauft hat.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2017
09:52 Uhr

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