Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Das gilt ab 2018 im Mutterschutz

Neue Regelungen für die Nachtarbeit, einheitlicher Schutz für verschiedene Gruppen und mehr Pflichten für die Arbeitgeber: Beim Mutterschutz gibt es 2018 gleich mehrere Neuerungen. Frauen sind damit oft besser geschützt - und haben gleichzeitig mehr Freiheiten.



Schwangere im Büro
Schwanger im Büro: Werdende Mütter haben mit dem neuen Mutterschutzgesetz mehr Einfluss darauf, wann und wie sie arbeiten - und sind oft besser geschützt als bisher.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Vom 1. Januar 2018 an gelten neue Regeln für den Mutterschutz. Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) stammt ursprünglich aus dem Jahr 1952 und wurde seitdem kaum verändert. Dafür ändern sich mit der Neuregelung gleich mehrere Dinge.

«Generell geht es in dem Gesetz aus meiner Sicht darum, Schwangerschaft nicht mehr als Krankheit zu sehen», sagt Kaja Keller, Anwältin und Expertin für Arbeitsrecht. Frauen bekommen zum Beispiel mehr Einfluss darauf, ob und wie sie während der Schwangerschaft weiter arbeiten. Und gleichzeitig gibt es besseren Schutz - und zwar für mehr Frauen als zuvor.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

- Ausweitung: Ab dem 1. Januar gilt das MuSchG auch für Frauen, die bisher nicht darunter fielen. Das sind vor allem Schülerinnen und Studentinnen. «Das ist eine Art Teilschutz», erklärt Keller. «Sie dürfen also zur Schule gehen, müssen dann aber zum Beispiel nicht an Klausuren teilnehmen.» Bisher blieb in solchen Fällen nur die Möglichkeit der Krankschreibung.

- Einheitlichkeit: Auch für andere Frauen wird der Mutterschutz vereinheitlicht - für Beamtinnen und Soldatinnen etwa. Gar nicht geschützt sind damit nur noch Selbstständige und Geschäftsführerinnen sogenannter juristischer Personen, einer GmbH etwa, wie Keller erklärt. Und nach wie vor gilt das MuSchG nur für Schwangere beziehungsweise leibliche Mütter nach der Geburt - nicht für Mütter generell. Adoptivmütter oder Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, die ein Kind nicht austragen, fallen also nicht darunter.

- Druck und Gefahr: Jeder Arbeitgeber muss bis Ende 2018 alle Arbeitsplätze in seinem Betrieb daraufhin untersuchen, ob Schwangere oder stillende Mütter dort gefahrlos arbeiten können. Ob dort gerade Frauen oder Männer sitzen, spielt keine Rolle. «Das bedeutet für die Arbeitgeber teilweise erheblichen Aufwand, für den Schutz der Schwangeren ist es aber ein großer Schritt», sagt Keller. Zudem schützt das Gesetz Mütter besser vor der Arbeit unter Druck. «Da ist aber unklar, ob damit nur Akkordarbeit oder auch andere Formen gemeint sind.»

- Nacht- und Feiertagsarbeit: Bisher durften werdende und stillende Mütter an Sonntagen, Feiertagen und nachts generell nicht arbeiten. Das ändert sich jetzt, zumindest etwas: Nach der neuen Regelung sind Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Nachtarbeit zwischen 20.00 und 22.00 Uhr erlaubt. Beides geht allerdings nur, «wenn beide Seiten, also insbesondere die Schwangere, zustimmen, der Arzt das erlaubt und die zuständige Aufsichtsbehörde zustimmt», wie Keller erklärt. An Sonn- und Feiertagen dürfen Schwangere außerdem nicht alleine arbeiten.

Dazu kommen einige Änderungen im Mutterschutzgesetz, die bereits Mitte 2017 in Kraft getreten sind:

- Für Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt hatten, gibt es einen besonderen Kündigungsschutz von vier Monaten - also genau wie bei einer planmäßig verlaufenden Schwangerschaft und Geburt. Bisher galt das Gesetz in diesem Fall nicht.

- Mütter von Kindern mit Behinderung haben nach der Geburt länger Anspruch auf Mutterschutz: Sie können die Schutzfrist von acht auf zwölf Wochen ausdehnen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 11. 2017
12:40 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Bundesgesetzblatt Mutterschutz Mutterschutzgesetz Mütter Schutz und Sicherheit Schwangere
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Kind mit Fieber

12.09.2019

Krankes Kind am Arbeitsplatz ist kein Kündigungsgrund

Wer kranke Kinder mit zur Arbeit bringt, begeht eine Pflichtverletzung. In der Regel müssen sich Eltern mit dem Chef absprechen. Für eine fristlose Kündigung reicht das Vergehen jedoch nicht. » mehr

Mitarbeiterin in der Elternzeit

05.09.2019

So bleiben Sie in der Elternzeit sichtbar

Wer in Elternzeit geht, ist erst einmal raus aus dem Geschehen am Arbeitsplatz. Das kann sich schlecht auf die berufliche Zukunft auswirken. Was eine Jobexpertin daher Müttern und Vätern empfiehlt. » mehr

Arbeitsverbot für Schwangere

16.06.2017

Beschäftigungsverbot für Schwangere: Was ist zu beachten?

Werdende Mütter haben das Recht auf ein Beschäftigungsverbot. Allerdings müssen dafür wichtige Gründe vorliegen. Sind Schwangere betroffen, müssen sie keine Angst vor einem Lohnverlust haben. » mehr

Obergerichtsvollzieherin Katharina Bruhn

15.07.2019

So gefährlich kann es für Gerichtsvollzieher werden

Einen «Kuckuck» klebt Katharina Bruhn nur noch selten, ihre Kontakte zu Schuldnern bleiben meist sehr friedlich. Doch bei der Zwangsräumung einer Wohnung kann es gefährlich werden. Einmal blickte die Gerichtsvollzieherin... » mehr

Mutter und Kind

09.05.2019

Frauen sind bei Elternzeit von Lohnabstrichen betroffen

Kinder werden in den ersten Lebensmonaten oft überwiegend von ihrer Mutter betreut. Für berufstätige Frauen hat das finanzielle Folgen. Denn ihr Lohn schrumpft durch die Elternzeit erheblich. » mehr

Zurück in den Job in Teilzeit

15.10.2018

Erfolg und Baby unter einen Hut bringen

Elternzeit, Teilzeit, Kind-krank-Tage: All das gilt als schädlich für das Vorankommen im Job. Aber auch Arbeitnehmer mit Karriereambitionen bekommen Kinder. Wie Mütter und Väter trotzdem Verantwortung übernehmen können -... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 11. 2017
12:40 Uhr



^