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Die Politikerin: Von Selters statt Sekt und Vorurteilen

«Wie arbeiten Sie denn?» - Jeder Berufstätige kann über seine Zunft eine Geschichte erzählen. Doch die wirklich spannenden Fragen wagen viele nicht zu stellen. Dabei ist kaum ein Job langweilig. Diesen Monat: drei Fragen an die Politikerin.



Nadine Schön
Nadine Schön ist Abgeordnete im Deutschen Bundestag für die CDU.   Foto: Carsten Simon/dpa-tmn

Nadine Schön (34) sitzt seit 2009 für die CDU im Deutschen Bundestag. Vorher war die gebürtige Saarländerin Abgeordnete im Landtag ihrer Heimat. Über das Leben als Politikerin.

Mal ehrlich, wie glamourös ist dieses Politikerleben wirklich?

Naja, das hält sich doch sehr in Grenzen. Gerade die Berliner Sitzungswochen sind mit Terminen und Sitzungen gut durchgetaktet und sehr arbeits- und zeitintensiv. Wenn ich abends mal keinen Termin, keine Sitzung oder Besprechung habe, nutze ich meistens die Abendstunden für Büroarbeit. Also eher Selters statt Sekt, zumal am nächsten Morgen der Wecker um 6.00 Uhr klingelt. Es gibt natürlich auch zahlreiche aufwendig gestaltete «Parlamentarische Abende». Die besuche ich aber nur, wenn es einen fachlichen Bezug gibt. Dann sind sie eine angenehme und willkommene Abwechslung. Und in Wahlkreiswochen zu Hause in der Heimat führt man ein relativ normales Leben und ist froh, wenn man Zeit für Familie und Freunde hat.



Derzeit gibt es in einigen Teilen unserer Gesellschaft eine große Wut auf Politiker. Bekommen Sie das auch zu spüren?

Das ist leider nicht motivierend. Gerade unsere Kommunalpolitiker, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für ihre Heimat einsetzen, verdienen deutlich mehr Respekt und Anerkennung. Aber auch für uns Abgeordnete ist es manchmal frustrierend zu sehen, dass in der Öffentlichkeit gelegentlich ein völlig falsches Bild von unserer Arbeit herrscht und man sehr vorurteilsbeladenen Beschimpfungen ausgesetzt ist. Teilweise wird Politikern ja sogar abgesprochen, etwas bewegen zu wollen. Die Hemmschwelle in den sozialen Medien ist in der Tat gesunken, ein gewisses Maß an Verrohung eingetreten. Dem müssen wir entgegentreten, denn das ist eine Gefahr für die politische Auseinandersetzung. Ich will, dass auch in Zukunft Menschen Freude daran haben, sich politisch zu engagieren, in harter, aber fairer inhaltlicher Auseinandersetzung um den richtigen Weg. Denn davon lebt unsere Demokratie.



Politik kennt keine Freunde, heißt es. Ist man als Politikerin oft einsam?

Politik ist sehr zeitintensiv und familienunfreundlich. Das birgt schon die Gefahr, dass man andere wichtige Dinge des Lebens wie Familie und Freundschaften vernachlässigt. Die Freiräume muss man sich ständig neu erarbeiten. Und wenn Ihre Frage auf das Klischee der «Parteifreunde» abzielt: Ellenbogenmentalität gibt es sicherlich auch im Politikbetrieb. Aber ich glaube nicht mehr oder weniger als in anderen Bereichen auch. Ich jedenfalls habe auch in der Politik Freunde und Vertraute gefunden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2017
10:50 Uhr

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04. 09. 2017
10:50 Uhr



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