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Generation kurzsichtig

Weil die Deutschen immer mehr Zeit an Smartphone, Tablet oder Konsole verbringen, werden ihre Augen schlechter. Schon jeder dritte Heranwachsende muss hierzulande eine Brille tragen.



 

Diese Zahlen sind erschreckend: Im Jahr 2050 werden weltweit mehr als vier Milliarden Menschen kurzsichtig sein. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie des Brien Holden Vision Institut, der South Wales Australia Universität und des Eye Research Institute in Singapur. Kurzsichtigkeit, in der Fachsprache auch Myopie genannt, tritt auf, wenn der Augapfel zu stark in der Länge wächst. Die Folge: weiter entfernte Dinge können nur noch verschwommen wahrgenommen werden, weil sich das Auge nicht mehr scharf stellen lässt.

Ursachen für Myopie sind Umweltfaktoren, Vererbung und in den letzten Jahren auch vermehrt Aktivitäten dicht vor der Nase – vor allem die Nutzung von Smartphones und iPads. Dass die neue Technik tatsächlich Einfluss auf die Sehkraft hat, zeigen Untersuchungen in Ostasien. In Ländern, in denen Kindern bereits zeitig exzessiv mit Technik hantieren (etwa in Taiwan, Singapur und Korea), hat die Zahl kurzsichtiger Jugendlichen stark zugenommen. In China sollen sogar jetzt schon 90 Prozent der Heranwachsenden an Myopie leiden. Forscher sprechen deshalb von einer Generation der Kurzsichtigen.

Aber auch hierzulande schlagen Augenärzte Alarm. In Deutschland trägt bereits jeder dritte Jugendliche eine Brille – 80 Prozent davon wegen einer nachgewiesenen Kurzsichtigkeit. Besonders betroffen sind neben Kinder und Jugendlichen auch junge Erwachsene. Denn bis zum 30. Lebensjahr ist das Augenwachstum noch gar nicht abgeschlossen. Schlechte Lichtbedingungen und ein sehr kurzer Sehabstand beim Zocken vor der Konsole oder dem Surfen am Smartphone begünstigen auch bei jungen Erwachsenen das Eintreten einer Sehschwäche. In Extremfällen kann diese bis zu einem Ablösen der Netzhaut oder dem Eintrüben der Linse führen.

Um dem vorzubeugen, raten Mediziner und auch das Kuratorium für Gutes Sehen den eigenen Umgang mit Geräten, die ein Fokussieren auf Nähe erforderlich machen, zu verändern.

 
Tipps gegen Kursichtigkeit
- Heranwachsende sollten maximal zwei Stunden pro Tag vor einem Bildschirm verbringen.
- Die Nutzung von Geräten, die weniger als 30 Zentimeter Leseabstand benötigen, sollte eingeschränkt werden.
- Eltern sollten mit Kindern feste Medienzeiten vereinbaren, auf regelmäßige Pausen achten und Aufenthalte mit den Kindern an der frischen Luft einlegen (täglich eine Stunde nach draußen!).
- Bereits im Kindesalters sollte es regelmäßige Kontrollbesuche beim Augenarzt geben (einmal pro Jahr wird angeraten).
Autor
Steffi Wolf

Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
23. 03. 2017
14:45 Uhr

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