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Die Laufschuh-Trends für die Saison 2020

Dämpfen, stützen, federn: Die Technik in den Laufschuhen wird immer ausgefeilter. Am Ende allerdings ist es vor allem eine Eigenschaft, die zählt. Und die ist alles andere als neu.



Wie gut sie passen und wie komfortabel sie sich tragen lassen, dürfte für viele das Wichtigste beim Kauf neuer Laufschuhe sein. Dass die Performance darunter nicht leiden muss, haben die Hersteller auf der Sportartikelmesse Ispo gezeigt.

«Komfort ist das Schlagwort schlechthin», sagt Urs Weber vom Fachmagazin «Runner's World». Das fängt beim ersten Trageeindruck schon an, der möglichst gut sein soll.

Dass sich die Schuhe angenehm am Fuß anfühlen und zugleich die notwendige Unterstützung bieten, hat viel mit der voranschreitenden Entwicklung bei den Laufschuhen zu tun: Beim Mittelsohlenmaterial sei in den vergangenen Jahren ein Quantensprung gemacht worden, erläutert Weber. Auch Obermaterialien seien deutlich funktioneller als früher - elastischer, besser angepasst und atmungsaktiver, wodurch die Schuhe sich auch im Alltag angenehmer tragen lassen.

Rückstoß wie beim Trampolin

Ein Schlagwort sei das Thema Rebound, also wie sehr der Schuh zurückstößt. Das kann man sich ein bisschen wie bei einem Trampolin vorstellen. Im Nike ZoomX Vaporfly Next% stecke eine Carbonplatte, die im Zusammenspiel mit einem sehr reaktiven Mittelschaum viel Rebound biete, erläutert Weber. Letztlich soll das Kraft sparen.

Häufig gibt es inzwischen Sohlen, die an Fußspitze und Ferse nach oben gebogen sind. Diese Technologie heißt Rocker. «So hat die Mitte der Sohle den meisten Bodenkontakt. Das soll einen Bewegungseffekt nach vorne bringen», erläutert der Experte.

Der Gel Kayano von Asics dagegen hat eine flache Sohle mit einer Mittelfußbrücke, wodurch die Sohle verwindungssteifer ist. Mit einer festen Fersenspange und einem festeren Mittelsohlenmaterial an der Innenseite wird der Fuß stabiler gehalten.

Bananenöl und Algenschaum in Laufschuhen

Die französische Sneakermarke Veja verspricht bei ihrem ersten Laufschuh-Modell möglichst umweltverträgliche Materialien und faire Arbeitsbedingungen. Gut laufen soll man in den Schuhen aber auch können, sagt Veja-Gründer Sebastién Kopp: «Man wird nicht den nächsten Berlin-Marathon mit ihnen rennen.» Wer ein bis zwei Mal in einer Woche 10 bis 20 Kilometer laufe, werde aber zufrieden sein.

In dem Modell namens Condor verarbeitet Veja etwa Reisabfälle, Bananenöl und Zuckerrohr. Mehr als die Hälfte des Schuhs soll aus Recycling-Materialien und natürlichen Rohstoffen bestehen.

Der schwedische Hersteller Icebug produziert die Mittelsohle des neuen Modells Outrun RB9X zum Teil aus Algenschaum. Die Ansätze sind noch eher die Ausnahme. Der Großteil der Laufschuhe auf dem Markt ist ausschließlich aus Kunststoffen gefertigt.

Enda ist ein Hersteller aus Kenia, einem Land der Läuferinnen und Läufer. Regelmäßig räumen die kenianischen Athleten bei Marathons und Meisterschaften die Spitzenplätze ab. Die Marke gestaltet bei ihren Schuhen die Dämpfung in der Ferse härter und in der Mitte weicher, damit sie an der Stelle stärker federn. Sie seien für sogenannte Mittelfußläufer ausgelegt, erklärt Geschäftsführerin Navalayo Osembo-Ombati. Dieser Stil sei besser für Knie und Hüfte.

Laufstil nicht korrigieren, aber verbessern

Der Schuh muss zum Laufstil passen - und nicht umgekehrt. So ist zumindest der Ansatzpunkt, wenn man Urs Weber folgt. «Es gibt kein Ideal, dass man anstreben sollte. Jeder läuft halt so, wie es im angeboren wurde, es gibt kein Richtig oder Falsch», sagt er.

Es konnte seinen Angaben nach bislang noch nicht nachgewiesen werden, dass ein Laufstil verletzungsanfälliger oder generell schlechter sei als ein anderer. Früher habe man zum Beispiel gesagt, dass eine Überpronation, als ein Nachinnenknicken des Fußes, korrigiert werden müsse. Das wurde dann oft als Argument für einen Stabilschuh genannt, der innen stützt. Inzwischen aber sei die Philosophie des Korrigierens überholt. Was nicht bedeutet, dass Stabilschuhe nicht ihre Berechtigung haben.

Dennoch lässt sich ein Laufstil natürlich verbessern. Dabei will beispielsweise der Under Armour Hovr Machina helfen. Er hat einen Chip in der Sohle verbaut. Dieser sendet nicht nur Trainingsdaten wie Laufzeit und Streckenlänge an eine App, sondern zum Beispiel auch die Schrittlänge. «Gerade Anfänger machen eher längere Schritte. Doch aus biomechanischer Sicht ist eine höhere Frequenz mit kürzeren Schritten besser», sagt Weber. Insofern könne so eine App ein Korrektiv sein.

Ein ähnliches Ziel verfolgt die Einlegesohle Digitsole. Sie ist allein auf Analyse und nicht auf Support und Fußkorrektur ausgelegt. Sie erkennt etwa die Kontaktzone der Füße und bemerkt Änderungen im Laufstil, die auf Ermüdung hindeuten. Wer sein Smartphone nicht mit auf die Jogging-Runde nehmen möchte, kann die Daten nachträglich aufspielen. Die Sohle speichert sie dann zunächst ab.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
06. 03. 2020
15:29 Uhr

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06. 03. 2020
15:29 Uhr



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