Topthemen: Der NSU-ProzessMobilität und EnergieGebietsreformFußball-Tabellen

 

Den richtigen Yogakurs finden

Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt körperlich fordernde Konzepte und solche, die eher auf Entspannung zielen. Wer das richtige Angebot finden will, probiert am besten mehrere Kurse aus. Das Wichtigste ist ohnehin die Qualifikation des Lehrers.



Teilnehmer bei einer Yogaübung
Yoga gibt es in den verschiedensten Ausprägungen. Wer sich dafür interessiert, sollte genau schauen, welcher Kurs für ihn passt.   Foto: Christin Klose » zu den Bildern

Sonnengruß, Krieger und Kobra - solche Übungen stehen heute auch in vielen Fitnessclubs auf dem Programm. Denn Yoga ist längst im Sportstudio angekommen. Das zeigt sich auch auf der Fitnessmesse Fibo in Köln (12. bis 15. April) in Köln, wo sich Yoga einen festen Platz erobert hat.

Oder besser gesagt ein eigenes Studio, mit Glas und Tüchern abgetrennt. Wer hier praktizieren will, braucht allerdings starke Nerven. Von den anderen Bühnen dringen die wummernden Bässe und Motivationsrufe durch die dünnen Wände. Nicht ganz einfach, sich auch mental auf die Yogastunde einzulassen.

Genau das ist aber ein wichtiger Teil der aus Indien stammenden Lehre. Es geht nicht nur um Dehnung und die Kräftigung der Körpermitte. «Yoga ist eigentlich ein ganzheitliches Konzept, das Körper und Geist mit einbezieht», erklärt Jessica Fink vom Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland. «Die älteste Form des Yoga bestand nur aus Meditation. Körperliche Übungen kamen erst später hinzu.»

Heute geht die Zielgruppe von Kindern bis zur Generation 60 plus, die Bandbreite von Anusara über Ashtanga bis zu Partner-Yoga. Nicht zu vergessen: Yoga in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Den Überblick zu behalten, ist so gut wie unmöglich. Fink zufolge ist aber für jeden etwas dabei. Um den richtigen Kurs zu finden, müssen Interessierte vor allem wissen, warum sie Yoga praktizieren wollen.

«Ich rate grundsätzlich, sich vorher zu fragen, was man sich vom Yoga verspricht: mehr Fitness, eher Entspannung, eine bessere Selbstwahrnehmung? Probiert man dann einen Kurs aus, kann man gezielt darauf achten, ob dieser Kurs das auch bietet», erklärt Fink.

Claudia Dahnelt etwa unterrichtet eine spezielle Form des eher körperbetonten Hatha Yoga, die ein Amerikaner entwickelt hat: Anusara Yoga. Die Praxis beruht auf biomechanischen Prinzipien und kümmert sich vor allem um die Aufrichtung des Körpers. Die Asanas stammen aus dem Hatha, sind erfahrenen Yogapraktizierenden also wohlbekannt. Auf der Fibo zeigt Dahnelt, wie sie die einzelnen Übungen miteinander verbindet. Im Anusara soll der Körper beim Yoga im Fluss bleiben.

Um den genauen Stand der Füße, der Knie, Hüften und Schultern zu erspüren, startet die Frankfurter Lehrerin mit eher einfachen Übungen. «Wer diese gut beherrscht, schafft dann aber bald auch schwierigere Asanas», ist ihre Erfahrung. Die korrekte Aufrichtung kommt ihr zufolge nicht nur der Yogapraxis zugute. «Das lässt sich gut in den Alltag übertragen.» Obwohl Hatha einen eher körperlichen Fokus hat, bringt Dahnelt in ihren Stunden stets auch eine philosophische Idee unter. Zum Beispiel das Thema Vergebung. Sie möchte, dass die Leute etwas mitnehmen aus ihrer Stunde.

Claudia Hardenack gibt Yoga-Stunden speziell für ältere Menschen. Eine Art Yoga light also? Nein, sagt die gelernte Altenpflegerin und Yoga-Lehrerin. «Wer ältere Menschen unterrichten möchte, muss einfach noch mehr auf den Einzelnen eingehen», erklärt sie auf der Messe. Die Voraussetzungen seien eben noch unterschiedlicher als bei Jüngeren.

Manche sind mit Mitte 70 noch topfit, andere haben mit 60 schon in mehreren Gelenken Arthrose. «Dann muss der Lehrer die Asanas entsprechend anpassen.» Wichtig ist ihr auch, eine Gelassenheit gegenüber den eigenen Grenzen zu vermitteln. «Ich fange die Stunde manchmal auf einem Stuhl an, und wir verwenden ihn als Hilfsmittel.»

Auch Yoga für Kinder hat sich etabliert, sagt Link. Wie bei Kursen für Erwachsene geht es hierbei um Selbstwahrnehmung, Achtsamkeit, Konzentration sowie die Verbesserung von Körpergefühl und Motorik.

Je nach Alter vermitteln Kinderyogalehrer die Übungen spielerisch, etwa anhand einer Geschichte. Asanas, die nicht nach Tieren benannt sind, bekommen dann schon mal erfundene Tiernamen. So begreifen die Kinder, was gemeint ist und bleiben mit Spaß bei der Sache.

Egal, für welches Konzept sich jemand entscheidet - das Wichtigste ist die fundierte Ausbildung des Lehrers, betont Fink vom Verband der Yogalehrenden. «Ein Lehrer sollte mindestens zwei Jahre lang ausgebildet worden sein. Nur so kann er wirklich tiefe Einblicke in die Philosophie, die medizinischen Grundlagen und die Bandbreite des Yoga bekommen haben.»

Wichtig sei auch: Wie gut geht er auf die Übenden ein? Leistet er Hilfestellung? Und bietet er Variationen an, wenn jemand eine Übung nicht oder noch nicht ausführen kann? Ist das der Fall, spiele es eine untergeordnete Rolle, welcher Tradition ein Kurskonzept folgt.

Veröffentlicht am:
13. 04. 2018
11:59 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Entspannung Fitnessclubs Körper Lehrerinnen und Lehrer Senioren Yoga Yoga-Kurse Yogalehrer Yogastunden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Yoga im Wasser

28.08.2018

Wasseryoga bringt Kraft und Entspannung

Wem Yoga an Land Spaß macht, der sollte es auch mal im Wasser ausprobieren: Aquayoga oder auch «Yoga Afloat» bringt die wohltuenden Eigenschaften von Wasser und Yoga zusammen. » mehr

Nele Sehrt

03.08.2018

Mit Aerial Sportarten schwerelos trainieren

Sich so leicht fühlen wie ein Vogel und dabei den gesamten Körper gesund halten - genau das versprechen Aerial Sportarten von Hoop über Hammock bis zu Flying Pilates und Aerial Yoga. Alle Trainingsformen stärken die Kraf... » mehr

Karin Sedlmeier

30.03.2018

Von Yoga bis Qigong: Stress abbauen und entspannen

Ob dynamisch oder bedächtig, ob statisch oder fließend, ob stehend, liegend oder sitzend: Entspannungssport ist nicht gleich Entspannungssport. Sechs Trainingsmethoden und ihre Besonderheiten im Überblick. » mehr

Fahrrad statt Auto nehmen

23.08.2017

Mehr Bewegung in den Alltag bringen

Mit dem Auto zur Arbeit fahren, acht Stunden am Schreibtisch sitzen und den Feierabend gemütlich bei einem Glas Wein auf dem Sofa ausklingen lassen - bei so einem Lebensstil ist zu wenig Platz für Bewegung. Doch das läss... » mehr

Kussmund

12.10.2018

Gesichtstraining schützt vor Fältchen

Sit Ups, Squats und Co. - wer seinen ganzen Körper straffen will, braucht ein vielfältiges Training. Doch was ist eigentlich mit unseren Gesichtsmuskeln? » mehr

Frisches Gemüse

28.09.2018

Mit Bewegung und gutem Essen Erkältungen vorbeugen

Viele Menschen in Deutschland haben sich an die anhaltend warmen Temperaturen gewöhnt. Umso gefährlicher ist es, wenn der Körper wieder mit wechselhaftem Wetter konfrontiert wird. Wer sich nicht darauf vorbereitet, riski... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 04. 2018
11:59 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".