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Wie Bandscheibenvorfälle behandelt werden

Schmerzen, Kribbeln, Lähmungserscheinungen: Bandscheibenvorfälle können äußerst unangenehm sein. Medikamente und Physiotherapie helfen oft, aber nicht immer. Dann gibt es noch eine letzte Option.



Wie Bandscheibenvorfälle behandelt werden
Zwischen zwei Wirbelkörpern befindet sich immer eine Bandscheibe, die für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgt.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Ein Bandscheibenvorfall kann jeden treffen - manchmal merken Betroffene erstmal nichts und er wird nur durch Zufall entdeckt. Andere haben schier unerträgliche Schmerzen, die ausstrahlen und mit Lähmungserscheinungen einhergehen können.

Die gute Nachricht ist: Etwa 80 bis 90 Prozent aller Bandscheibenvorfälle heilen mit der richtigen Therapie wieder aus, sagt Prof. Bernd Kladny, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie an der m&i-Fachklinik in Herzogenaurach.

Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern

Bandscheiben haben die Funktion von Stoßdämpfern und seien für die Beweglichkeit der Wirbelsäule zuständig, erläutert Kladny, der auch stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist.

Jede Bandscheibe hat innen einen weichen Gallertkern. Er befindet sich als eine Art Puffer zwischen den Wirbelkörpern und ist von einem festen Faserring umgeben. Ein Bandscheibenvorfall tritt ein, wenn der Gallertkern verrutscht, dabei die faserige Hülle durchbricht und auf das benachbarte Gewebe sowie Nervenwurzeln drückt.

Schweres Heben - und weitere Risikofaktoren

Mehrere Risikofaktoren können einen Bandscheibenvorfall begünstigen. «Übergewicht etwa in Verbindung mit Bewegungsmangel, Haltungsfehler oder häufiges schweres Heben», zählt Carl Christopher Büttner vom Deutschen Verband für Physiotherapie mit Sitz in Köln auf. Auch unzureichend trainierte Bauch- und Rückenmuskeln können dazu beitragen, dass ein Bandscheibenvorfall auftritt.

Am ehesten trifft es Menschen, die körperlich hart arbeiten - zum Beispiel Umzugshelfer. Aber auch Frauen und Männer, die berufsbedingt ungünstige Körperhaltungen einnehmen müssen, etwa Zahnärzte.

Rücken- oder Nackenschmerzen sind erstmal nicht immer ein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Sind die Schmerzen aber kaum zu ertragen, gehen sie mit ungewöhnlichen Empfindungen in Armen oder Beinen oder mit Lähmungserscheinungen einher, sollte man einen Orthopäden oder Neurologen aufsuchen, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Diagnose mit bildgebenden Verfahren

«Ob tatsächlich ein Bandscheibenvorfall vorliegt, lässt sich heutzutage mühelos mit bildgebenden Verfahren wie Kernspin- oder Computertomographie erkennen», sagt Kladny. Wie im Einzelfall die Therapie aussieht, hängt von den Beschwerden ab.

«Ein Bandscheibenvorfall ohne Beschwerden muss nicht behandelt werden», stellt der Orthopäde klar. In allen anderen Fällen werden dem Patienten zumeist entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente und gegebenenfalls Injektionen verschrieben - in Verbindung mit vorsichtiger Krankengymnastik. Zusätzlich können etwa Wärmepflaster für Linderung sorgen. «In einer Vielzahl von Fällen führt eine solche konservative Therapie zum gewünschten Erfolg.»

Die OP als letzte Option

Bleibt eine Besserung aus oder verschlimmern sich die Beschwerden in den nächsten sechs bis zwölf Wochen, kann eine Operation sinnvoll sein. Ein chirurgischer Eingriff kann auch von vornherein nötig sein - wenn beispielsweise zu kaum beherrschbaren Schmerzen noch akute, schwere Lähmungserscheinungen hinzukommen. Dann liegt laut Kladny ganz klar ein Notfall vor und der Patient müsse umgehend in ein Krankenhaus.

Ob die Erkrankung komplett ausheilt, hängt vom Ausmaß des Bandscheibenvorfalls ab und davon, wie stark umliegendes Gewebe und Nervenwurzeln geschädigt wurden. Außerdem spielen die Disziplin und die Eigeninitiative des Patienten eine Rolle, weil es jederzeit erneut zu einem Bandscheibenvorfall kommen kann.

© dpa-infocom, dpa:201013-99-928162/4

Veröffentlicht am:
14. 10. 2020
11:44 Uhr

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dpa

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14. 10. 2020
11:44 Uhr



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