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Wissenswertes rund um den Sonnenschutz

Nach dem Strandtag leuchtet das Gesicht beim Blick in den Spiegel feuerrot: Das sieht nicht nur blöd aus - ein Sonnenbrand schadet der Haut auch enorm. Experten erklären, was wirklich davor schützt.



Schutz durch Sonnencreme
Nicht geizen: Damit die Sonnencreme tatsächlich lange schützt, muss genug davon auf die Haut.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Sommer, Sonne - Sonnenbrand. Wer im Urlaub oder beim Ausflug an den Badesee nicht aufpasst, verbrennt sich schnell mal die Haut. Besser also, man schützt sich, auch um Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen.

Grundsätzlich tut die Sonne Menschen gut: Sie sorgt dafür, dass der Körper das lebenswichtige Vitamin D bildet. Ihre Wärme ist wohlig und die Haut produziert den Farbstoff Melanin, der sie schützt und braun werden lässt. Doch irgendwann wird es zu viel. «Diesen Umbruch merken wir nicht», sagt der Hautarzt Heiko Grimme vom Hautzentrum am Kurpark in Stuttgart.

Die Haut rötet sich nicht sofort

Ein Sonnenbrand ist nicht anderes als eine Entzündungsreaktion der Haut, bei der viele Zellen zugrunde gehen. Das Tückische: Man spürt ihn nicht sofort, wie Grimme erklärt. «Erst nach sieben Stunden merkt man etwas, bei ungefähr 24 Stunden hat man den Höhepunkt erreicht.»

Auf eine Minutenangabe, ab wann ein Sonnenschutz nötig ist, möchte sich der Experte nicht festlegen. Dies sei abhängig von der Jahres- und Tageszeit, vom Breitengrad und davon, ob die Hornschicht der Haut durch den Sommer schon gebräunter geworden ist. Auch bei Schnee und Wasser, die als Oberflächen die ultraviolette Strahlung (UV) der Sonne reflektieren, muss man sich eher einschmieren.

Außerdem spielt der Hauttyp eine Rolle: Wer eine helle Haut, blonde oder rote Haare und Sommersprossen habe, müsse sich immer eincremen, sagt Grimme. Meist bekommt man ohne Schutz nach 10 bis 60 Minuten einen Sonnenbrand - auch in Deutschland.

Doch nicht nur die Haut selbst leidet. Auch Lippen und Augen benötigen Schutz. Heiko Grimme empfiehlt deswegen einen Hut, einen Lippenstift sowie eine Brille mit UV-Schutz und bei der Sonnencreme eher Lichtschutzfaktor 50 statt 15. Was bedeutet die Zahl noch mal?

Grimme erläutert: «50 bedeutet, dass es mit dieser Creme 50 Mal so lange dauert, bis man einen Sonnenbrand kriegt wie ohne.» Allerdings wird dieser Wert unter Laborbedingungen ermittelt, deshalb sollte man rund ein Drittel abziehen.

Wie sich der Lichtschutzfaktor auswirkt

«Ein Beispiel: Die Haut eines hellhäutigen Mitteleuropäers hat eine Eigenschutzzeit von etwa 20 Minuten», erläutert Sellerberg, die auch Sprecherin der Bundesapothekerkammer ist. «Wer ungeschützt länger in der Sonne ist, bekommt einen Sonnenbrand.»

Reibt man sich mit einer Creme mit Lichtschutzfaktor 15 ein, verlängert sich die Schutzzeit auf 300 Minuten (20 Minuten mal 15). Davon sollte man noch einmal ein Drittel abziehen. Übrig bleiben 200 Minuten, die man theoretisch in der Sonne bleiben könnte. Zu beachten ist: Bei Kindern sind die Zeiten kürzer, da ihre Haut sich noch nicht so gut schützen kann. «Babys und Kleinkinder sollten möglichst gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden», rät Sellerberg.

Für die entsprechend lange Schutzwirkung muss auch genug Sonnencreme auf die Haut. Doch viele Menschen tragen zu wenig auf, wie Hautarzt Heiko Grimme sagt. «Die Regel lautet: Für den Körper drei Esslöffel, für das Gesicht einen Teelöffel.» Nur mit dieser Menge erreiche man auch den angegebenen Lichtschutzfaktor. Trägt man weniger auf, reduziert sich der Schutz.

Haltbarkeit der Creme beachten

Meist holt man die Sonnencreme irgendwann im Frühsommer aus dem Schrank und stellt sie dort im Spätsommer wieder hinein. Doch wie lange ist eine Creme eigentlich haltbar? Antwort gibt die sogenannte Aufbrauchfrist auf der Packung. Steht dort zum Beispiel «12 M», sollte man sie nach dem Öffnen spätestens binnen zwölf Monaten aufgebraucht haben.

«Daran kann man sich orientieren», sagt Ursula Sellerberg. Manchmal ist statt der Aufbrauchfrist ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt. Ob der Sonnenschutz noch über das Ablaufdatum hinaus einsetzbar ist, wurde bislang kaum erforscht. «Ich selbst nehme die Creme noch maximal in der nächsten Saison», sagt Hautarzt Grimme.

Und zur Not lässt man das T-Shirt und die Hose einfach an. Denn Kleidung schützt auch vor UV-Strahlung. Prinzipiell gilt dabei: Je enger und dicker die Maschen des Gewebes sind, desto weniger UV-Licht kommt durch. Außerdem ist es ratsam, im Schatten zu bleiben, wenn die Sonne im Sommer mittags und am frühen Nachmittag am höchsten steht.

© dpa-infocom, dpa:200616-99-447544/4

Veröffentlicht am:
23. 06. 2020
13:14 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
23. 06. 2020
13:14 Uhr



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