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So lösen sich innere Blockaden

Innere Blockaden können einen erwachsenen Menschen ganz gehörig ausbremsen. Die Ursache davon ist oft ein unverarbeitetes Erlebnis aus der Kindheit.



Frei von Blockaden
Befreit statt blockiert: Innere Blockaden wie Flug- oder Prüfungsangst lassen sich lösen - auch ohne Medikamente.   Foto: Daniel Reinhardt/dpa-tmn » zu den Bildern

Eigentlich sollte der große Auftritt kein Problem sein. Das Manuskript steht, das Thema sitzt - und doch steigt Panik auf, kurz bevor es losgeht. Lampenfieber vor einem wichtigen Vortrag kennen viele.

Manchmal bleibt es nicht beim bloßen Nervenflattern - hinzu kommen Schweißausbrüche, Herzrasen, Zittern, das Gefühl mentaler Lähmung. Für einige Menschen sind solche Situationen Alltag: innere Blockaden, die sie daran hindern, etwas erfolgreich zu meistern.

Angstzustände und ihre Folgen

«Solche Blockaden setzen automatisch ein und laufen im Unterbewusstsein ab», sagt Ute Gietzen-Wieland, Business- und Mental-Coach in Bielefeld. Im Prinzip sind es Angstzustände, die in ganz verschiedenen Momenten auftreten können. Da ist etwa die Prüfungsangst. Die Flugangst. Oder eben der Rampenlicht-Stress. Die Folge: Betroffene bleiben weit unter ihren Möglichkeiten.

«Mit dem Einnehmen von angstlösenden Medikamenten etwa vor einem Auftritt oder vor einer Prüfung lässt sich das Problem nicht lösen», sagt Bernhard Tille, Coach in Bad Homburg. Und kritische Situationen einfach zu vermeiden, ist oft nicht möglich - und schon gar keine Lösung. «Wichtig ist vielmehr zu erkennen, wie Blockaden entstehen und woher sie kommen», so Tille.

Woher kommt die Angst?

In einem allerersten Schritt kann das jeder für sich selbst tun: sich hinsetzen und aufschreiben, was man in einer bestimmten Situation fühlt. Wovor man eigentlich konkret Angst hat. Anderen nicht zu gefallen? Von anderen ausgelacht werden? «Die Ursachen für innere Blockaden finden sich häufig in einem nicht verarbeiteten Erlebnis in der Kindheit», erklärt Cora Besser-Siegmund, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin in Hamburg. Das kann derart belastende oder sogar traumatische Züge haben, dass es sich fest im Unterbewusstsein etabliert hat - und Betroffene auch Jahrzehnte später blockiert.

Besser-Siegmund nennt ein Beispiel: Eine erfolgreiche Pianistin hatte während eines Konzerts einen Blackout - mitten im Spiel setzte sie einfach aus. Über ein Coaching kam sie der Ursache auf die Spur: Der Blackout setzte in dem Moment ein, als sie über eine längere Phase sogenannte Forte-Passagen spielte, besonders laute Töne also. Das erinnerte die Frau im Unterbewusstsein an einen Streit, den sie als Mädchen mit ihrem Vater hatte - der Schichtarbeiter war und schlafen wollte, während seine Tochter Klavier spielte.

Innere Blockaden entstehen jedoch auch durch negatives Denken: Betroffene sind dann felsenfest davon überzeugt, etwas nicht zu können. Die Angst vor dem Scheitern wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

Wie lassen sich solche Blockaden lösen?

«In vielen Fällen hilft ein Coaching», sagt Tille. Manchmal ist aber auch eine Therapie nötig, etwa eine kognitive Verhaltenstherapie. Dabei deckt ein Klient gemeinsam mit einem Therapeuten im Unterbewusstsein schlummernde negative Gedanken auf und setzt ihnen neue, positive Gedanken entgegen.

Auch spezielle Atemtechniken können in belastenden Momenten für Entspannung sorgen. Ein anderes Mittel gegen Blockaden ist die sogenannte Wingwave-Methode. «Bei diesem speziellen Coaching wird versucht, gegen Stress an der Stelle anzugehen, wo sie herkommt, nämlich im Gehirn, genau gesagt im limbischen System», sagt Gietzen-Wieland. Zu Beginn beschreibt der Klient die Situation, bei der die innere Blockade auftaucht. Dann werden Stressauslöser und nachhängende Emotionen mit einem Test identifiziert. Damit legt der Coach das Problem frei. Er versetzt nun seinen Klienten bewusst in den Zustand der inneren Blockade - und beginnt dann ein mentales Training.

Selbstvertrauen wiedererlangen

«Dabei wird das Gehirn, das in eine logische und in eine emotionale Hälfte eingeteilt ist, durch die Übungen miteinander vernetzt», erläutert Besser-Siegmund. So wird jemandem, der - emotional - Angst vor dem Rampenlicht hat, verdeutlicht, dass seine Angst ganz und gar unbegründet ist, denn - logisch: Er weiß ja, dass er das, was er etwa vorführen will, kann. «Für ein Coaching nach der Wingwave-Methode sind in aller Regel drei bis fünf Sitzungen à einer Stunde erforderlich», so Besser-Siegmund.

Wer an einer inneren Blockade leidet, sollte nicht zu lange damit warten, das Problem anzugehen. «Je eher man sich der Sache stellt, desto besser», so Gietzen-Wieland. Denn Blockaden bremsen die Lebensenergie aus - mit negativen Folgen für das eigene Wohlbefinden.

Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
13:59 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
13:59 Uhr



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