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Coaching oder Psychotherapie? - Das macht den Unterschied

Glücklich, gelassen und erfolgreich sein - das sind die erklärten Ziele vieler Coachings und Psychotherapien. Ihre Nachfrage steigt zusehends. Beide bedienen sich oft der gleichen Mittel, dabei sind die Unterschiede beträchtlich. Was für wen geeignet ist.



Psychologische Hilfe
Gespräche finden sowohl beim Coaching als auch in einer Psychotherapie statt. Dennoch gibt es große Unterschiede.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Warum komme ich nicht weiter? Was will ich eigentlich? Und wie erreiche ich es? Solche Fragen stellen sich viele im Laufe des Lebens. Beißt man sich daran fest, sind Impulse von Außenstehenden oft hilfreich.

Aber genügt das Gespräch mit einem Coach, um wieder in die Spur zu kommen? Oder ist das Problem so schwerwiegend, dass eine Therapie nötig ist? Betroffene müssen diese Wahl zunächst ohne Hilfe treffen.

Ein Coaching soll den Hilfesuchenden in die Lage versetzen, die eigenen Ressourcen zu aktivieren, erklärt Alexander Brungs, Coach und Vorstand des Deutschen Coaching Verbandes (DCV). Gespräche auf Augenhöhe führen idealerweise dazu, dass er wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten findet oder erkennt, was er eigentlich möchte - und was nicht. 

Je nach Fragestellung bedienen sich Coaches auch psychologischer Hintergrundmodelle. Ist Coaching also quasi eine Psychotherapie light? Nein, die Grenzen sind klar geregelt: Während sich gesunde Menschen durch Coaching unterstützen lassen können, richtet sich Psychotherapie an Menschen, die sich durch ihr Problem im Alltag eingeschränkt fühlen. Unter anderem der Leidensdruck ist entscheidend dafür, ob jemand krank ist.

Thomas Fydrich, Professor für Psychotherapie an der Humboldt-Universität Berlin, erläutert den Unterschied an einem Beispiel: Viele Menschen haben Angst vor Prüfungen. Zu schauen, woher die Angst rührt und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederzufinden - das wäre eher ein Fall für den Coach. «Wenn diese Angst aber so schlimm wird, dass das Hinausschieben von Prüfungen mit der eigenen Lebensplanung in Konflikt gerät, wird die Prüfungsangst pathologisch.»

Das heißt aber nicht, dass ein Coaching nur an der Oberfläche kratzt. Sich selbst schwierige Fragen zu stellen - «das ist ein herausfordernder, manchmal unangenehmer Prozess», sagt Nina Meier, Coach und Rechtsanwältin in Kaltenkirchen bei Hamburg.

Einen guten Coach zu finden, ist allerdings nicht so einfach. Denn anders als Psychotherapie ist Coaching nicht gesetzlich reglementiert. Um mehr Transparenz in diesen heterogenen Markt zu bringen, veröffentlichen Verbände wie der DCV Ethikrichtlinien und Zertifizierungsvoraussetzungen.

Mittlerweile bieten aber auch viele Psychotherapeuten Coachings an. Anders als die Therapie zahlt der Klient das Coaching aus eigener Tasche. Merkt ein Therapeut aber während der Gespräche, dass der Klient im Grunde eine Psychotherapie benötigt, kann er einfach die Rollen wechseln. Er stellt eine Diagnose und beantragt die Kostenübernahme bei der Krankenkasse.

Doch was passiert umgekehrt, wenn sich jemand mit einer psychischen Erkrankung in ein Coaching begibt? Meier zufolge sollte das kein Problem sein: «Im Coaching geht es darum, sich weiterzuentwickeln. Wer psychisch krank ist, kommt nicht wirklich voran», sagt sie. Die Methoden des Coachings reichen dann schlichtweg nicht aus. «Als Coach merke ich das sofort.»

Ob jemand mit seinem Problem erstmal beim Coach vorstellig wird oder gleich einen Therapieplatz sucht, ist dem Betroffenen also erstmal selbst überlassen. Spätestens nach dem ersten Gespräch sollte aber klar sein, ob der Weg besser über Coaching oder eine Therapie führt.

Veröffentlicht am:
07. 02. 2018
04:45 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
07. 02. 2018
04:45 Uhr



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