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Von Arteriosklerose merken Betroffene oft jahrelang nichts

An den Folgen von verkalkten Blutgefäßen sterben so viele Europäer wie an kaum einer anderen Erkrankung. Sind Herz, Gehirn oder Beine erstmal betroffen, helfen Medikamente und Operationen. Am besten aber kommt es gar nicht so weit: Jeder kann selbst vorbeugen.



Angioplastie
Eine Angioplastie kann helfen, verschlossene Gefäße wieder zu erweitern, damit das Blut normal fließen kann.   Foto: Franziska Gabbert » zu den Bildern

Ständig zirkuliert das Blut durch den Körper. Es versorgt Organe wie Muskeln, aber auch das Gewebe mit lebenswichtigen Nährstoffen. Doch nicht alles, was sich im Blut befindet, tut dem Körper gut.

Zu viel Fett und Kalk können sich mit der Zeit dauerhaft in den Gefäßwänden ablagern. Die Gefäße verkalken, heißt es umgangssprachlich. Medizinisch ist von Arteriosklerose die Rede.

Arteriosklerose ist eine chronische Erkrankung. «Sie darf keinesfalls unterschätzt werden», sagt Prof. Ernst Weigang, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Weil die Gefäßwände starrer und dicker und somit enger werden, kann das Blut nicht mehr frei fließen. Die Blutmenge, die zum Herzmuskel fließt, nimmt ab. Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Daraus kann sich ein Herzinfarkt entwickeln.

Das Tückische: «Oft merken Betroffene über Jahre hinweg nichts von einer Arteriosklerose», erklärt Weigang. Wie genau es zu der Verkalkung kommt? Ärzte vermuten heute, dass sich die Gefäßwand entzündet oder verletzt wird und die Einlagerungen von Fetten und Kalk erst dadurch möglich werden. Unklar ist aber, was konkret die Entzündung oder Verletzung verursacht.

Bekannt ist dagegen, was Arteriosklerose begünstigt: zu viel und zu fetthaltiges Essen, zu wenig Bewegung, ein erhöhter Blutdruck und Blutzucker sowie Rauchen. Solange die Krankheit still voranschreitet, bemerken die Betroffenen nichts. Die Ablagerungen können sich aber von der Gefäßwand lösen. Mit Blutgerinnseln verklumpen sie dann zu einem Propf, der eine Arterie verstopft. Es droht ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Die Hälfte der Todesfälle in Europa geht laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf solche Folgeerkrankungen der Arteriosklerose zurück.

Ein Arzneimittel, das direkt gegen Arteriosklerose wirkt, gibt es zwar nicht, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Die Erkrankung kann aber zum Beispiel mit Blutverdünnern behandelt werden. Sie verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden. Sind die Cholesterin-Werte erhöht, dann können Fettsenker dazu beitragen, dass die Werte des schädlichen LDL-Cholesterins gesenkt werden.

«Wer übergewichtig ist, sollte unbedingt abnehmen», rät die Ernährungsberaterin Rita Rausch von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Eine reduzierte Kalorienzufuhr mit mäßigem Fettanteil kann dazu beitragen, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall sinkt. Das heißt aber nicht, dass Menschen mit Arteriosklerose komplett auf Fett oder Eier verzichten müssen. «Drei Eier pro Woche, davon zwei in verarbeiteter Form, sind in Ordnung.»

Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung. «Für bereits Erkrankte gibt es vielerorts sogenannte Gefäßsportgruppen », erklärt Weigang. Dort werden spezielle Übungen gezeigt, die zu einer besseren Durchblutung beitragen.

Veröffentlicht am:
07. 06. 2017
04:30 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2017
04:30 Uhr



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