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«Telefonengel» bringen Menschen zusammen

Einfach unterhalten und gemeinsam Lachen: Viele Menschen haben menschliches Beisammensein noch nie so vermisst wie in der Corona-Zeit. Mit etwas Einfallsreichtum lassen sich dennoch neue Kontakte knüpfen.



«Telefonengel»
Die Corona-Pandemie trifft viele Alleinstehende besonders hart. Telefonischer Kontakt kann da helfen, wie das Projekt «Trierer Telefonengel».   Foto: Harald Tittel/dpa

Fehlende Gespräche und keine neuen Kontakte: Die Corona-Pandemie trifft viele alleinstehende - und oft ältere - Menschen besonders hart. Das neue Projekt «Trierer Telefonengel» setzt genau da an: Es vernetzt Menschen miteinander, die jemanden zum Reden und zum Kennenlernen suchen.

Mehr als 30 « Telefonengel » haben sich bereits gefunden. «Wir merken, wir haben einen Nerv der Zeit getroffen», sagt der Vorstand der Ehrenamtsagentur Trier, Andreas Schleimer.

Die Gesprächspartner hätten sich in sogenannten Tandems - also jeweils zu zweit - zusammengetan und führten oft längere Gespräche, erzählt Projektkoordinatorin Pia Bitzuga. Ähnliche Projekte gebe es auch in anderen deutschen Städten, sagt sie. Das Besondere hier sei, dass nicht Ehrenamtliche und Paten vermittelt würden, «sondern einfach zwei Menschen, die Lust haben, sich zu unterhalten».

Barbara Momber (70) ist seit drei Wochen dabei - und ganz begeistert. «Ich habe mir gesagt: Da mache ich mit, weil ich alleine bin», erzählt sie. Normalerweise klingele bei ihr einmal pro Woche das Telefon. In Nicht-Corona-Zeiten sei sie oft in der Stadt, um Kontakte zu knüpfen. «Das geht jetzt nicht mehr. Es fehlt die Ansprache.» Mit ihren beiden «Telefonengeln» sei es anders geworden. «Es läuft ganz wunderbar.» Im Gespräch mit den Damen erfahre sie immer was Neues. «Es ist wie eine Freundschaft. Irgendwann wollen wir uns auch mal treffen.»

Der Münchner Verein Retla schickte seine «Telefon-Engel» bereits im April an den Start. Mittlerweile helfen mehr als 350 Freiwillige dabei, dass Senioren in der Corona-Krise verbunden bleiben, wie Initiatorin Judith Prem, geschäftsführender Vorstand bei Retla, sagt. Und zwar bundesweit: «Wir haben Patenschaften in allen Bundesländern.»

Das Corona-Virus treffe alte Menschen gleich doppelt: Um ihre Gesundheit zu schützen, müssten sie sorgsam Abstand halten - und dabei verlieren sie auch noch den so wichtigen sozialen Kontakt, sagt Prem.

© dpa-infocom, dpa:201113-99-319378/6

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 11. 2020
11:14 Uhr

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13. 11. 2020
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