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Corona-Test erfordert lange Wartezeiten

Habe ich mich schon angesteckt oder nicht? Ob sich jemand mit dem Coronavirus infiziert hat, lässt sich nur mit einem Test beantworten. Doch wer sich dazu entschließt, muss Geduld mitbringen.



Corona-Test
Wer sich auf das Coronavirus testen lassen möchte, muss lange Wartezeiten einplanen.   Foto: Hans Klaus Techt/APA/dpa

Bürger, die sich auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen, müssen in Deutschland mancherorts Geduld mitbringen. An einigen Orten sind die Labore überlastet, was zu langen Wartezeiten bis zum Vorliegen des Testergebnisses führt, wie es aus verschiedenen Bundesländern hieß.

So müssen etwa getestete Menschen in Hannover der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) zufolge bis zu zwei Tage auf ein Ergebnis warten. In Bayern sind es laut der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) fünf bis sieben Tage.

Lange Schlangen vor Testzentren

Gleichzeitig berichten Menschen unter anderem bei Twitter von teilweise langen Schlangen vor Testzentren in verschiedenen Städten. Eine Frau erzählt von chaotischen Zuständen und langen Wartezeiten in der Teststation eines Berliner Krankenhauses.

In Bayern nimmt der mobile Fahrdienst der KVB derzeit nach eigenen Angaben täglich bei etwa 1700 Menschen Abstriche für Tests auf das Coronavirus. Sie würden in Labore gebracht, die jedoch völlig überlastet seien. «Die Kapazitäten sind erschöpft», hieß es.

In niedersächsischen Laboren werde Material für Coronavirus-Tests knapp, sagte ein Sprecher der KVN. Nachschub zu bestellen sei angesichts der weltweiten Nachfrage schwierig.

In Sachsen können nach Angaben von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) derzeit 1400 Corona-Tests am Tag durchgeführt werden. Das seien 500 mehr als in der letzten Woche. In den nächsten Tagen sollen die Kapazitäten demnach verdoppelt werden. In Berlin haben laut Gesundheitsverwaltung derzeit sieben Labore eine Kapazität von 2000 Tests pro Werktag. An einer Ausweitung werde gearbeitet.

160.000 pro Woche möglich

Bundesweit liegen die Testkapazitäten laut dem Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, bei etwa 160.000 pro Woche. Sie seien noch weiter zu steigern, zum Beispiel unbürokratisch mit Hilfe des Bereichs Tiermedizin. Das sei möglich, da solche Labore etwa durch die Blauzungenkrankheit auf die Testmethode eingestellt seien.

Getestet werden sollen nach Kriterien des RKI nur Patienten, die Symptome haben und in einem der Risikogebiete waren oder in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu nachweislich Infizierten hatten. Bei diesen Menschen sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie tatsächlich mit Sars-CoV-2 infiziert sind.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor um Geduld und Verständnis für Wartezeiten bei Info-Hotlines und Testergebnissen gebeten.

Charité-App bietet Entscheidungshilfe für Coronavirus-Test

Die Berliner Charité bietet ab sofort eine App als Entscheidungshilfe für einen Test auf das neue Coronavirus an. Wenn Nutzer online einen Fragebogen beantworten, erhalten sie Handlungsempfehlungen, teilte die Berliner Uni-Klinik am Mittwoch mit. Die «CovApp» erbringe keine diagnostischen Leistungen. Sie könne aber dabei helfen, die Notwendigkeit eines Arztbesuches oder Tests auf das Virus besser einzuschätzen.

Die «CovApp» ist browserbasiert und über das Internet zu erreichen. Bei den Fragen gehe es zum Beispiel um aktuelle Symptome, Reisen und mögliche Kontakte. Nutzer erhielten nach Beantwortung des Fragenkatalogs auch die medizinisch relevanten Informationen für ein etwaiges Arztgespräch. Darüber hinaus gebe es Infos, wie sich das eigene Infektionsrisiko reduzieren lasse.

Ziel der Charité-Initiative ist es auch, die Abläufe in ihrer stark ausgelasteten Untersuchungsstelle weiter zu verbessern. Die App ist in Kooperation mit der gemeinnützigen Potsdamer Organisation Data4Life entwickelt worden. Sie wird von der Hasso Plattner Foundation finanziert.

Die Antworten aus dem Fragebogen können durch einen QR-Code an die Charité übermittelt werden. Der Code sei anonym und werde direkt auf dem Endgerät der Nutzer bearbeitet und gespeichert.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
18. 03. 2020
18:44 Uhr

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18. 03. 2020
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