Lade Login-Box.
Gemeinsam handeln zum Digital-Abo
Topthemen: #GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilft

 

Vom richtigen Umgang mit der Corona-Angst

Die Nachrichten kennen kaum noch ein anderes Thema - und es gibt kaum einen Lebensbereich, den das Coronavirus nicht berührt. Klar, dass manche da Angst haben. Doch dagegen kann man etwas tun.



Frau macht sich Sorgen
Nicht verrückt machen lassen: Das neuartige Coronavirus macht vielen Angst - wichtig ist daher, die eigene Gefahrenlage nüchtern zu analysieren.   Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Für manche ist es nur ein mulmiges Gefühl, für manche mehr. Doch die dramatische Lage rund um das Coronavirus macht vielen Menschen Angst - gerade deshalb, weil vieles noch unklar und alles in Bewegung ist, wie Sabine Köhler im Gespräch mit dem dpa-Themendienst erklärt.

«Wir Menschen sind es aber gewohnt, mit einer gewissen Sicherheit zu agieren», sagt die Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (BVDN). «Und über Versicherungen sind sogar Eventualitäten abgesichert.»

Wie umgehen mit den Horrornachrichten?

Doch in der aktuellen Lage verschwinden viele dieser Sicherheiten plötzlich - Reisen finden nicht statt, Schulen schließen, Veranstaltungen werden abgesagt. Wie umgehen mit dieser Unsicherheit? Die Horrornachrichten einfach ignorieren?

Davon rät Köhler ab - auch weil es schlicht nicht geht. «Es ist aktuell kaum möglich, sich der Flut an Katastrophenmeldungen zu entziehen», sagt sie. «Das ist natürlich sinnvoll, man muss sich ja auch informieren.»

Gleichzeitig kann die Flut der Bilder - abgeriegelte Innenstädte in Italien, leere Supermarktregale auch in Deutschland - erst recht Angst verursachen. «Manche sind dafür anfällig, andere nicht», sagt Köhler.

Realitätscheck hilft

Bevor die Angst um sich selbst oder um Angehörige einen lähmt, rät Köhler zu einem Realitätscheck: «Wie ist meine Gefahrenlage, wie sieht mein Alltag aus, mit wem habe ich Kontakt? Und dann auch: Stimmen die Meldungen? Sind die Klopapier-Regale wirklich leer?» Oft hilft es schon, sich so einen besseren Überblick über die Lage zu verschaffen - und die Bilderflut nicht nur passiv zu konsumieren. 

Köhler rät zusätzlich, sich direkt bei offiziellen Quellen zu informieren, dem Robert-Koch-Institut oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). «Das sind dann gesicherte Erkenntnisse und klare Empfehlungen, darauf kann man sich verlassen - und das gibt dann auch wieder Sicherheit.»

Doch was, wenn es mehr als die vage Angst um die eigene Gesundheit oder die der Angehörigen ist? Hinzu kommen ja je nach Job und Lebenslage noch andere, gut begründete Ängste: Selbstständige oder Angestellte zum Beispiel, die ihr Geld mit Veranstaltungen verdienen.

Oder berufstätige Eltern, die ohne Kita oder Schule keine Betreuung für ihre Kinder mehr haben. «Das ist dann keine Hysterie mehr», sagt Köhler. «Das sind echte, existenzielle Sorgen.»

Angst darf nicht lähmen

Ganz ausräumen lassen die sich natürlich nicht - aber vielleicht besser bewältigen. «Angst darf nicht lähmen, gerade in diesem Fall», sagt Köhler. Sie rät zur Eigeninitiative. «Eltern können sich vielleicht vernetzen, um Kinder abwechselnd zu betreuen, Berufstätige können sich mit anderen Betroffenen zusammenschließen und sich informieren.»

Wichtig sei, auch in der Krise handlungsfähig zu bleiben. «Wir dürfen bei aller Vorsicht das soziale Zusammenleben nicht komplett aufgeben - das fördert dann Ängste nur.»

Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
11:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angst Berufstätige Berufsverbände und Berufsvertretungen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Katastrophenmeldungen Krisen Nachrichten Robert-Koch-Institut Schutz Sicherheiten Versicherungen Ängste
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Abstand halten

20.03.2020

Kontrollverlust macht Menschen bei Corona-Krise zu schaffen

Die Corona-Krise bringt auch für die Psyche große Herausforderungen mit sich. Bisherige Sicherheiten und Vorhersehbarkeiten geraten ins Wanken. » mehr

Offen sprechen

22.03.2020

Strategien gegen den Corona-Lagerkoller

Zu Hause, immer, sogar bei der Arbeit - das kann eine große psychische Belastung sein, warnen Experten. Wer sich davor schützen will, kann aber einiges tun. Der erste Schritt: Duschen. » mehr

Corona-Tagebuch

18.05.2020

Führen eines Corona-Tagebuchs kann sinnvoll sein

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen die Behörden Infektionsketten nachverfolgen können. Sich täglich ein paar Notizen zu machen, kann ihnen helfen. Etwas anderes ist aber wichtiger. » mehr

Maskenpflicht

15.05.2020

Kann das Tragen einer Maske vor Corona schützen?

Seit einigen Wochen gilt beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bundesweit eine Maskenpflicht. Doch nicht jeder ist vom Nutzen dieser Maßnahme überzeugt. Kann eine solche Gesichtsbedeckung wirklich die Anstec... » mehr

Alltagsmasken waschen

11.05.2020

So klappt der Alltag mit Maske

Maske auf! Mund und Nase zu bedecken ist vielerorts Pflicht. Doch im Umgang mit dem Schutz gibt es weiterhin eine Menge Unsicherheit. Experten geben Tipps und Hinweise. » mehr

Einmalhandschuhe als Corona-Schutz

09.04.2020

Einmalhandschuhe taugen kaum als Corona-Schutz

Nicht wenige stülpen sich zum Schutz vor einer Corona-Infektion Handschuhe über die Hände. Ein Experte sieht darin aber kaum einen Nutzen. Andere Maßnahmen helfen mehr. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
13. 03. 2020
11:29 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.