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Deutsche schätzen Strahlengefahr falsch ein

Beim Telefonieren mit dem Handy, beim Röntgen, unter Stromleitungen und in der Sonne - Menschen sind ständig Strahlung ausgesetzt. Viele machen sich deswegen Sorgen. Wie berechtigt sind sie?



Radon
Vielen Deutschen ist das Strahlenrisiko durch Radon kaum bewusst. Das zeigt eine Umfrage des Bundesamtes für Strahlenschutz.   Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Handy, Kernkraft oder Radon: Viele Deutsche wissen nicht, was die wichtigsten Quellen für Strahlung im Alltag sind und was für sie gefährlich sein könnte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Bundesamt für Strahlenschutz durchgeführt hat.

Fast drei von vier Befragten (73,9 Prozent) gaben demnach an, dass sie das Thema radioaktive Strahlung durch Kernkraftwerke «sehr» oder «eher» beunruhige. Mehr als jeder zweite (51,4 Prozent) macht sich Sorgen um Strahlung von Mobilfunk-Masten, fast ebensoviele (51 Prozent) über Handys und Tablets. Dagegen machen sich nur knapp 23 Prozent Sorgen über Radon in der Umwelt - obwohl es die größte Quelle für die durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung ist und nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Belastung durch Radon

Radon entsteht im Erdreich und kann von dort in Innenräume gelangen. Es ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Rund fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland können dem BfS zufolge Radon zugeschrieben werden - ein Schwellenwert, unterhalb dem das Gas mit Sicherheit ungefährlich ist, sei nicht bekannt. Bürgern empfiehlt die Behörde, als Gegenmaßnahme regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen.

«Die Studie zeigt, dass die Risiken der Kernkraft in der Bevölkerung überschätzt und die Gefahr von beispielsweise Radon unterschätzt werden», sagte die Präsidentin des Strahlenschutz-Amtes, Inge Paulini, der dpa. Bei der Digitalisierung klaffe eine Lücke: «Einerseits gibt es den selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien und andererseits eine gefühlte Bedrohung durch die damit einhergehende Strahlenbelastung.» Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (56,9 Prozent) wisse, dass sie als durchschnittliche Nutzer Handystrahlung stärker ausgesetzt seien als der von Sendemasten.

Angst vor Handy-Strahlung

Jeder zweite (49,2 Prozent) glaubt, dass Handy-Strahlung das Erbgut schädigen kann - «fälschlicherweise», wie das Bundesamt betont. Fast ebenso viele (48,7 Prozent) fühlen sich durch staatliche Einrichtungen vor Mobilfunk-Anlagen «überhaupt nicht» und «eher nicht» gut geschützt.

Generell gaben mehr als 35 Prozent an, es mache ihnen Sorgen, dass sie «überall von Strahlung umgeben» seien, fast jeder Dritte glaubt, die Strahlenbelastung sei zu hoch. Knapp 70 Prozent sind der Ansicht, die Strahlenbelastung in Deutschland sei in den letzten Jahren stark oder etwas angestiegen.

UV-Strahlung durch Sonnenlicht empfinden 56 Prozent der Deutschen der Umfrage zufolge als beunruhigendes Thema, über die Strahlung von Hochspannungsleitungen zeigten sich 38,5 Prozent beunruhigt.

Wie Sie sich vor Handystrahlung schützen

- Empfang im Auge behalten: Handys passen ihre Sendeleistung den Gegebenheiten vor Ort an. Je schwächer das Mobilfunknetz, desto stärker müssen die Geräte funken. Wer sich schützen möchte, meidet also Telefonate bei schlechtem Empfang, wie er im Zug, in Autos ohne Außenantenne oder in mangelhaft versorgten Gebieten auftritt.

- Handy weg vom Ohr: Die Intensität elektromagnetischer Felder sinkt mit der Entfernung schnell. Bereits wenige Zentimeter machen den Experten zufolge einen riesigen Unterschied. Daher ist das Telefonieren mit einem Headset empfehlenswert. Eine weitere Alternative zum Smartphone am Kopf ist das Freisprechen.

- SAR-Wert vor Handykauf prüfen: SAR steht für Spezifische Absorptionsrate und bezeichnet die Menge an Energie, die durch das sendende Handy vom naheliegenden Köpergewebe aufgenommen wird. Der gültige SAR-Höchstwert liegt bei zwei Watt pro Kilogramm. Für jedes Handymodell ermitteln die Hersteller den SAR-Wert mit einem standardisierten Test. Eine Liste mit den Testwerten veröffentlicht das BfS fortlaufend im Netz.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 11. 2019
12:38 Uhr

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27. 11. 2019
12:38 Uhr



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