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Elektrische Zahnbürste beugt Parodontitis besonders gut vor

Ist elektrisches Zähneputzen wirklich besser? Eine Studie der Uni Greifswald sagt: Ja - zumindest was Parodontitis angeht. Es lohnt aber ein genauer Blick auf die Ergebnisse.



Elektrische Zahnbürste
Nutzer elektrischer Zahnbürsten verloren im Beobachtungszeitraum im Schnitt 0,4 Zähne weniger als Nutzer mechanischer Zahnbürsten, heißt es in der Studie.   Foto: Frank Rumpenhorst/Symbolbild

Elektrische Zahnbürsten können laut einer Studie besonders gut vor angehender Parodontitis und Zahnausfall schützen. Das schreiben Forscher der Universität Greifswald im «Journal of Clinical Periodontology».

Sie haben Daten von rund 2800 Erwachsenen ausgewertet, deren Zahngesundheit über einen Zeitraum von 11 Jahren beobachtet worden war. Nutzer elektrischer Zahnbürsten verloren im Beobachtungszeitraum im Schnitt 0,4 Zähne weniger als Menschen, die mit einer mechanischen Zahnbürste putzten, heißt es in der Studie von Vinay Pitchika und seinem Team. Elektrisches Putzen sei mit weniger sogenannten Zahnfleischtaschen und mit weniger Verlust am Zahnhalteapparat verbunden, hieß es.

In einem gesunden Mund sitzt das Zahnfleisch fest um jeden Zahn. Bei der Parodontitis ist das Zahnfleisch durch bakteriellen Zahnbelag entzündet. Erreicht die Entzündung den Kieferknochen, baut sich dieser ab - unbehandelt ist letztendlich Zahnausfall die Folge.

Positive Effekte elektrischer Zahnbürsten

Auffällig war den Forschern zufolge, dass Nutzer von elektrischen Zahnbürsten in der Tendenz jünger waren, besser gebildet waren und mehr Wert auf Zahngesundheit legten. Selbst wenn man diese Faktoren rausrechnete, zeigten sich die positiven Effekte elektrischer Zahnbürsten, wie die Forscher schreiben. Sie betonen aber auch: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass indirekte Einflüsse eine Rolle spielten.

Einen Zusammenhang zwischen der Verwendung elektrischer Zahnbürsten und Karies fanden die Forscher nicht. «Es ist davon auszugehen, dass Fluorid in Zahnputzcremes eine wichtigere Rolle bei der Vorbeugung von Karies oder der Verringerung der Kariesprogression spielt», sagte der Greifswalder Forscher Pitchika.

Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, liest aus der Studie heraus, «dass elektrische Zahnbürsten einen relevanten positiven Einfluss bei der Prävention der Entstehung beziehungsweise des Fortschreitens einer beginnenden Parodontalerkrankung besitzen».

Auf die richtige Technik kommt es an

Generell könne man mit manuellen Zahnbürsten bei optimaler Handhabung vergleichbare Ergebnisse erzielen wie mit elektrischen Geräten, sagt Oesterreich. Allerdings habe eben nicht jeder Anwender die perfekte Technik. «Die elektrische Zahnbürste macht es automatisch richtig.» Bei der Vorbeugung der Parodontitis besitze die elektrische Zahnbürste nach neuesten Studien Vorteile.

Lange Zeit hätten normale Zahnbürsten als genauso effektiv gegolten wie elektrische, sagt Oesterreich. Allerdings hätten in letzten Jahren zahlreiche Studien Hinweise darauf geliefert, dass elektrische Bürsten bei gleicher regelmäßiger Anwendung eine effektivere Mundhygiene durchführen.

Auch schon bei Kinder die Elektrische einsetzen

Der Zahnmediziner Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke kommt zu einem ähnlichen Schluss: «Es hat sich gezeigt, dass sie besser reinigen als Handzahnbürsten.» Mit diesen könne man das gleiche Ergebnis erreichen, wenn man länger putze. «Das machen die meisten nicht, deshalb ist im täglichen Leben elektrisch besser», sagte er.

Er empfehle, bereits bei zweijährigen Kindern elektrisch nachzubürsten. Vierjährige könnten sich selbst elektrisch die Zähne putzen. Aussagen, man könnte sich das Zahnfleisch elektrisch «wegputzen», wies Zimmer als nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Behauptung zurück. Elektrisches Putzen sei eher schonender.

Drei Regeln fürs richtige Zähneputzen

Ob elektrisch oder mechanisch: Ordentliches Zähneputzen braucht die richtige Technik und etwas Geduld. Die wichtigsten Tipps für alle, die selber schrubben oder elektrisch schrubben lassen, nennt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer:

- Oft genug: Zweimal täglich heißt es Zähneputzen, das sollte jedermann klar sein. Reguläre Bürsten erreichen aber nur etwa 70 Prozent der Zahnoberfläche, das gilt auch für elektrische Exemplare. Einmal täglich sind daher die Zwischenräume dran, mit Zahnseide oder einer speziellen Interdental-Bürste.

- Lang genug: Jedes Gebiss ist etwas anders, Faustregeln sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Aber in weniger als drei Minuten ist gutes Zähneputzen in der Regel nicht zu schaffen, sagt Oesterreich.

- Mit System: Außenfläche, Innenfläche, Kaufläche - all das ist zu putzen, und zwar am besten bei jedem Zahn einzeln. Idealerweise geht man dabei immer in der gleichen Reihenfolge vor, also zum Beispiel von links oben nach rechts unten.

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 05. 2019
14:28 Uhr

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