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Was Einnahmehinweise genau bedeuten

Der Beipackzettel frei verkäuflicher Arzneien ist lang. Manch einer hat keine Lust, das ganze Werk zu lesen. Und selbst wer sich die Mühe macht, hat hinterher manchmal noch Fragen. Die wichtigsten Einnahmeregeln im Überblick.



Medikamenteneinnahme
Das Glas Wasser zur Tablette ist wichtig. Denn die meisten Pillen sollen sich im Magen auflösen. Mit Wasser geht das schneller.   Foto: Christin Klose

Berlin (dpa/tmn) - «Drei Mal täglich vor dem Essen» - klingt erstmal logisch. Aber hat man die Blisterpackung dann in der Hand, kommen Fragen auf: Muss die Pille jetzt direkt vor dem ersten Bissen runter? Oder eher eine Stunde vorher? 

Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin der Bundesapothekerkammer, erklärt, wie frei verkäufliche Medikamente einzunehmen sind.

- Rhythmus: Wie oft ein Medikament eingenommen werden sollte oder darf, legt der Arzt fest. Alternativ orientiert sich der Patient am Beipackzettel. Ist die Rede von «drei Mal am Tag», bedeutet das eigentlich: alle acht Stunden. «Dann hätte man über den Tag eine relativ gleichmäßige Konzentration des Arzneistoffs im Blut», erklärt Sellerberg. Da das aber nicht immer praktikabel ist, rät Sellerberg, sich im Zweifelsfall an den Mahlzeiten zu orientieren. Heißt zum Beispiel: eine Tablette zum Frühstück, eine mittags und die dritte abends kurz vor dem Zähneputzen.

- Mahlzeiten: Vor, nach, mit dem Essen - an die Vorgaben im Beipackzettel oder die Empfehlung des Arztes sollte man sich halten. «Vor dem Essen» bedeutet 30 Minuten bis eine Stunde vor der nächsten Mahlzeit. Diese Mittel wirken schneller, wenn sie auf leeren Magen genommen werden. Kurz vor dem ersten Bissen dagegen wäre eigentlich «zum Essen» oder «mit dem Essen». Sellerberg rät allerdings, das Mittel dann eher zwischen zwei Bissen zu nehmen: «Der Speisebrei schützt die empfindliche Magenschleimhaut vor möglichen Schäden durch das Medikament.» Muss ein Mittel «nach dem Essen» eingenommen werden, wartet man nach der letzten Mahlzeit mindestens zwei Stunden, bis man die Tablette schluckt.

- Halbe Pillen: Manche Tabletten lassen sich teilen. Aber nicht alle und auch nicht alle, die eine Bruchkante haben. Sellerberg zufolge gibt es auch sogenannte Schmuckkerben auf Tabletten, die man gar nicht teilen darf. Hier orientieren sich Patienten also am besten am Beipackzettel. Hintergrund: Manche Tabletten sind mit einem Überzug versehen, der dafür sorgt, dass sie sich nur langsam auflösen. Zerstört jemand diesen Überzug, wirkt das Mittel viel zu schnell.

- Ausreichend trinken: Die meisten Tabletten sollen sich im Magen auflösen. Damit das schneller geht, empfiehlt es sich, ein Glas Wasser dazu zu trinken.

- Zu große Tabletten: Manche Menschen haben Probleme, große Tabletten herunterzuschlucken. Für sie hat Ursula Sellerberg einen Trick: Zuerst ein Stück Brot gut kauen, bis ein sehr weicher Speisebrei entsteht. Dann die Tablette zusätzlich in den Mund nehmen und alles zusammen runterschlucken. «Das klappt oft besser als mit Wasser» - geht aber natürlich nicht bei Medikamenten, die «vor dem Essen» eingenommen werden sollen. Einige Mittel dürfen Patienten auch zerstoßen. Da das nicht immer möglich ist, vorsichtshalber vorher im Beipackzettel nachlesen oder in der Apotheke fragen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 05. 2018
10:23 Uhr

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