Lade Login-Box.
Topthemen: Gebietsreform: Das ändert sich in SüdthüringenMobilität und EnergieFußball-Tabellen

 

Schadstoffe im Grillrauch gehen unter die Haut

Es wird Sommer und man riecht es: Grillgeruch ist unverwechselbar. Der Rauch hat aber auch seine Tücken.



Grillrauch
Die Schadstoffe aus dem Grillrauch werden durch die Haut noch intensiver aufgenommen werden als durchs Einatmen.   Foto: Daniel Karmann

Ob Bratwurst, Lamm oder Schnitzel: Trotz regelmäßiger Warnungen vor möglichen Gesundheitsgefahren ist die Grilllust in Deutschland ungebrochen.

Pro Jahr werden rund 100 Millionen Grillfeuer entfacht und der typische Geruch erfüllt Gärten und Parks. Chinesische Forscher haben nun entdeckt, dass diese Rauchschwaden buchstäblich unter die Haut gehen können. Selbst wer versucht, sie nicht einzuatmen, bekommt Ungesundes ab: Bestimmte, im Grillrauch hochsteigende krebserregende Stoffe werden durch die Haut sogar noch intensiver aufgenommen werden als durchs Inhalieren.

Auch Kleidung schütze nicht komplett vor der Aufnahme bestimmter Schadstoffe, der sogenannten PAK, durch die Haut, schreiben Jia-Yong Lao von der Jinan Universität und Kollegen in «Environmental Science & Technology», einem Fachjournal der Amerikanischen Chemie-Gesellschaft.

Die Abkürzung PAK steht für Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe. Sie entstehen, wenn Fett, Fleischsaft oder Öl in der Glut verbrennen, steigen dann im Rauch hoch und lagern sich auch auf dem Grillgut ab. Wer hohe PAK-Mengen aufnimmt, hat ein erhöhtes Risiko für bestimmte Darmkrebsvorstufen und auch Atemwegserkrankungen.

Lao und sein Team untersuchten die Urinproben von 20 jungen Männern, die in Guangzhou zweieinhalb Stunden bei einem Grill-Test mitgemacht hatten: Ein Drittel aß Grillgut, stand und atmete in Grillnähe. Eine Gruppe stand und atmete ebenfalls im Rauch, aß aber nichts. Ein Drittel aß nichts und stand mit abgeschotteter Atemmaske im Rauch. Die Analysen zeigten, dass die Fleischkonsumenten später den höchsten Anteil an PAK im Urin hatten, über die Haut aber mehr der gefährlichen Stoffe aufgenommen wurden als durchs Einatmen.

Die 16 verschiedenen PAK, die gefunden wurden, legten sich auch auf die Kleidung nieder. Die Forscher raten, sie nach dem Grillen zu wechseln und zu waschen. «Verschmutzte Kleider könnten sonst eine dauernde Belastungsquelle werden.»

Doch wer Fleisch grillt, hat oft auch mit anderen Schadstoffen zu tun: Zum Beispiel mit Heterozyklischen Aromatischen Aminen (HAA), die ebenfalls Darmkrebsvorstufen befördern können. Sie entstehen, wenn man Fleisch oder andere Protein-haltige Lebensmittel zu heiß und zu lange grillt. «Schwarze Krusten auf Würstchen und Co enthalten krebserregende Stoffe», warnt das Umweltbundesamt. Deshalb die Regel: Nichts Verkohltes essen, Schwarzes abschneiden.

Aluminium-Schalen können das Anbrennen verhindern - haben aber auch Tücken: Unter dem Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen. «Deshalb sollte der direkte Kontakt von säurehaltigen oder salzigen Speisen ? etwa Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet ? vermieden werden», empfiehlt das Umweltbundesamt. Für Fleisch seien Alu-Schalen aber sinnvoll und das kleinere Übel.

Tabu ist beim Grillen jedoch Gepökeltes: Schinken, Speck, Kassler oder Wiener Würstchen enthalten Nitritpökelsalz. «Bei Hitze entstehen daraus Nitrosamine, die Magen- und Speiseröhrenkrebs auslösen können», so die Deutsche Krebsgesellschaft. Stattdessen empfehlen Gesundheitsexperten: Öfter mal Gemüse auf den Grill werfen. Es muss ja nicht gleich vor fettiger Marinade triefen, die dann ins Grillfeuer tropft.

Veröffentlicht am:
23. 05. 2018
16:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Carcinogenität Schadstoffe Umweltbundesamt Wurst und Würstchen Würste und Würstchen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Feinstaubalarm

27.02.2019

Wie gefährlich ist Feinstaub wirklich?

Eine Studie nennt neue Zahlen zu Todesfällen durch Luftschadstoffe. Zuletzt standen solche Berechnungen in der Kritik. Was ist also dran an solchen Angaben? » mehr

Röntgenbild Lunge

29.09.2018

Klimawandel und Luftverschmutzung gefährden die Lunge

Rauchen ist der größte Risikofaktor für Erkrankungen der Atemwege. Feinstaub und Stickoxide führen allerdings dazu, dass Lungenkranken buchstäblich die Luft wegbleibt. Müssen Autos aus den Innenstädten verbannt werden? » mehr

Schadstoffe in Sommerlatschen

03.07.2019

Schadstoffe in Sommerlatschen erkennen

Bitte ziehen Sie Ihre Sommerschlappen aus und riechen Sie daran! Denn Flip-Flops und Badelatschen aus Kunststoff können gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe enthalten. Zum Testen sollten Sie auf Ihre Nase setzen. » mehr

Nicht anfassen!

02.07.2019

Tipps rund um den Eichenprozessionsspinner

Wer in seiner unmittelbaren Wohnumgebung Raupen des Eichenprozessionsspinners hat, der sorgt sich um seine Gesundheit. Wie verhält man sich richtig? Die wichtigsten Tipps dazu im Überblick: » mehr

Trinken

25.06.2019

So kommen Sie gut durch die heißen Tage

Die Temperaturen gehen auf Rekordjagd. Wenn es 35 Grad und heißer wird, fällt es nicht immer leicht, kühlen Kopf zu bewahren. Was tun? » mehr

Abkühlung im Wasser

25.06.2019

Wenn der Sommer gefährlich wird

Fieber und Schwächeanfälle, Bewusstlosigkeit und sogar Lebensgefahr: Auf zu viel Hitze oder Sonne reagiert der Körper empfindlich. Betroffene müssen dann raus aus der Sonne - und im Zweifel lieber zum Arzt. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
23. 05. 2018
16:08 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".