Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

 

Bei freiwilliger Weiterschenkung wird Erbschaftsteuer fällig

Erben, die eine Erbschaft weitergeben, aber nicht durch den Verstorbenen dazu verpflichtet waren, müssen mit Erbschaftsteuer rechnen. Testamente sollten daher gut durchdacht werden.



Erbschaftssteuer
Bei freiwilliger Weiterschenkung wird Erbschaftssteuer fällig. Direktes erben ist hingegen steuerfrei.   Foto: picture alliance / dpa

Wer ein Erbe antritt, muss dafür prinzipiell Erbschaftsteuer zahlen. Das gilt selbst dann, wenn der Erbe das Vermögen weiterleitet. Diese Erfahrung musste ein Pfarrer machen, der ein Erbe an seine Kirchengemeinde weitergab.

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes bleiben Erben, die ihre Erbschaft veräußern oder verschenken, erbschaftsteuerpflichtig (Az.: II R 4/17). Hätte die Kirchengemeinde hingegen direkt geerbt, wäre dies steuerfrei gewesen.

«Um solche Fallstricke zu vermeiden, sollten Testamente gut durchdacht werden», rät Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Eventuell sollte auch ein Berater beigezogen werden, insbesondere, wenn es um größere Summen geht.

Pfarrer musste Erbe weitergeben

Im verhandelten Fall erbte der Pfarrer. Er leitete das Vermögen aber aufgrund kirchenrechtlicher Vorschriften an seine Kirchengemeinde weiter. Das Finanzamt setzte trotzdem gegen den Pfarrer Erbschaftsteuer fest. Hiergegen klagte er, denn durch die Anzeige beim Landeskirchenamt bestand für ihn die Pflicht, das Erbe weiterzugeben. Wegen dieser Verpflichtung verlangte er, die Weitergabe als abzugsfähige Nachlassverbindlichkeit zu berücksichtigen und die Steuer auf null Euro festzusetzen.

Ohne Erfolg: Da sich aus dem Testament selbst keine Verpflichtung zur Weiterleitung ergebe, konnte der Pfarrer zunächst über das Erbe frei verfügen, befand das Gericht. Die Weitergabe, die sich aus dem Dienstverhältnis des Pfarrers ergibt, ist keine steuermindernde Tatsache. Nach dem Urteil bleiben Erben, die ihre Erbschaft veräußern oder verschenken, erbschaftsteuerpflichtig.

Verlängerter Weg kann auch vorteilhaft sein

Steuerlich vorteilhaft ist der verlängerte Weg, wenn dadurch die Steuerfreibeträge besser genutzt werden. Vererben beispielsweise die Großeltern eine Immobilie zunächst an ihre Kinder und schenken diese das Grundstück ihren Kindern (also den Enkeln), ist das vorteilhaft. Denn hier greifen jeweils die höheren Steuerfreibeträge für Kinder von 400.000 Euro, während bei einer direkten Schenkung der Immobilie von einem Großelternteil an die Enkel nur 200.000 Euro steuerfrei bleiben.

Soll hingegen eine kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisation letztendlich das Vermögen erhalten, ist der direkte Weg steuerlich meist günstiger, da diese Organisationen von der Erbschaftsteuer befreit sein können.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 02. 2020
05:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bund der Steuerzahler Bundesfinanzhof Erbschaften Erbschaftsteuer Finanzämter Grundstücke Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Kirchengemeinden Steuerfreiheit Steuern und staatliche Abgaben Steuerzahler Verstorbene
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Häuserbau

19.02.2020

Kaufpreisaufteilung notariell festgelegen

Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, sollte schon im Notarvertrag festlegen, welcher Preisanteil auf die Immobilie und welcher auf den Boden entfällt. Das ist wichtig für die Abschreibung. » mehr

Erbschaftssteuer

13.11.2019

Kosten für berichtigte Steuererklärung absetzbar

Der Vater hat Steuern hinterzogen? Erben können seine Steuererklärungen berichtigen lassen. Wird dafür ein Steuerberater beauftragt, sind laut einem Urteil die Kosten steuerlich zu berücksichtigen. » mehr

Erbschaftsteuer ohne Stufenregelung

06.06.2019

Beim Erben und Schenken an die Steuer denken

Wer erbt oder beschenkt wird, muss Steuern zahlen. Durch eine Schenkung können jedoch auch Abgaben ans Finanzamt gespart werden, denn alle 10 Jahre greifen die Steuerfreibeträge neu. » mehr

Werkzeug

08.01.2020

Lange Renovierung kann Steuerfreiheit kosten

Kinder müssen keine Erbschaftsteuer zahlen, wenn sie nach dem Tod der Eltern schnell ins geerbte Familienheim einziehen. Zu lange sollten sie nicht warten - auch wenn die Wohnung erst renoviert wird. » mehr

Alte Gebäude

29.01.2020

Höhere Abschreibung für ältere Immobilien möglich

Vermieter können ihr Gebäude über mehrere Jahre steuerlich abschreiben. Die Dauer kann verkürzt werden, wenn ein Gutachten vorliegt. Was für ein Gutachten muss das sein? » mehr

Immobilien-Verkauf

01.01.2020

Keine Spekulationssteuer trotz Zwischenvermietung

Wer ein Haus verkauft, muss auf den Erlös normalerweise Steuern zahlen. Ausnahmen gibt es etwa, wenn das Haus selbst genutzt wurde. Doch auch Vermieter können sich auf ein Urteil berufen. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
05. 02. 2020
05:14 Uhr



^